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Interview: WARKINGS
Titel: Triumph oder Tod!

Als die vier stolzen Krieger 2018 mit bebenden Herzen direkt aus dem Dunklen mit dem Debütalbum „Reborn“ in die Power Metal-Arena einmarschierten, toste ihnen frenetischer Beifall entgegen.

Die geneigten Massen wurden durch hochgradig hymnisches Material verzückt, was für den international besetzten, bestens austrainierten Männerbund eine Fortune auf ganzer Linie bedeutete. Bei Warkings dreht sich so kompromisslos wie selten alles um Kampf, Mut, Glorie - und etwas anderes als Sieg kommt ihnen auch beim Nachfolger „Revenge“ nicht infrage. Sie selbst sehen sich als wiedergeborene, mit metaphysischer Macht wirkende Streiter für das Gute.

Wie Gitarrist Crusader mit visionärer Art verkündet, war die Formation nicht überrascht vom durchschlagenden Erfolg ihres Erstwerkes.

„Wir lesen auch ohnehin keine Musikmagazine oder dergleichen. ‚Revenge‘ ist einzig die logische Nachfolge zu ‚Reborn‘, wir haben lediglich wieder das gemacht, was uns tief im Herzen innewohnt. Wir waren schließlich in so vielen Schlachten in ganz Europa und wir hatten so viele Krieger, die sich unserer Armee anschlossen, dass wir einfach so schnell wie möglich zu euch zurückkehren wollten. Als wir dann auf der Erde waren und unsere Krieger trafen, sagten sie uns alle, dass sie das, was wir tun, lieben und Seite an Seite mit uns stehen werden. Übrigens wusste ich nicht, dass ihr Jungs Bücher über Krieger und ihre Schlachten schreibt. Scheint eine Art Bibel zu sein, oder wie?“

Alles klar. Warkings, sich selbst erneut über alle Dinge stellend, ziehen ihr Ding ebenso gekonnt wie stoisch durch. Der leidenschaftliche Crusader, einmal in Fahrt gekommen, legt auch sofort nach: „Wir haben bei unseren Kämpfen, die wir in den letzten zwei Jahren für ‚Reborn‘ geführt haben, viel gelernt, und wenn man all die Krieger vor den Bühnen sieht, die unsere Lieder feiern, dann weiß man genau, dass dies der Grund ist, weshalb sie alle hier sind. Gott oder der Allvater oder wie auch immer ihr ihn nennt, hat uns auf die Erde gesandt, um all diese Menschen zu versammeln, diese Schlachten zu beenden und sie zu feiern! Mit erhobenen Händen, stark und solidarisch, unabhängig davon, wie viele Feinde uns begegnen. Das ist es, was wir in unserer Musik beschreiben, das ist es, was wir auf der Bühne tun - und das ist es, was wir in die Musik von ‚Revenge‘ aufgenommen haben. Wir zeigen die Stärke, die wir alle als Einheit repräsentieren: Die Warking Warriors!“

Dann gerät der gepanzerte Recke auf einmal unvermittelt ins Nachdenkliche - aber nur, um danach inbrünstig und theatralisch zu postulieren:

„Unsere Kreuzzüge für Stahl und Freiheit waren eine Zeit voller Siege und Triumphe! Wir wollten einfach durchhalten und dies als Motivation für den nächsten Schlag nehmen. Wir lernten viel, verbesserten unsere Fähigkeiten, lernten unsere Stärken kennen. Man würde seinen Bruder nicht mit dem Schwert kämpfen lassen, wenn man wüsste, dass er eigentlich als Bogenschütze so viel besser ist! Das gilt auch für uns: Wir begannen, die Kraft eines jeden Warkings zu stärken! Man höre sich nur die neuen Lieder an! Außerdem haben wir einige alte Freunde und Feinde verärgert, die sich uns anschließen wollten, aber Gott weigerte sich, diese aus dem Himmel zu lassen ... oder die Hölle, was auch immer. Also versuchten einige von ihnen zu entkommen, schafften es und jagten uns. Sie unterschätzen aber die Macht unserer Krieger, die mit uns kämpfen!“

Denn, so Crusader vollauf entschlossen, wenn man von ein paar Untoten direkt aus der Hölle gejagt wird, muss man konzentriert und entschlossen sein. Zum Staunen:

„Wir sind die Auserwählten! Wir wissen auch, dass unser Auftrag von Gott - oder wie auch immer ihr ihn nennt -, eine Armee aufzubauen und um Stahl zu kämpfen, unbedingt erfüllt werden muss. Wir schreiben unsere Lieder über all das, so wie wir über die alten Zeiten schreiben und darüber, was wir damals lebten. Wir schreiben über die Spannung und die mit Adrenalin gefüllten Adern, darüber, wie es sich anfühlt, wenn Tausende von Kritikern versuchen, einen umzubringen. Außerdem sind wir es seit jeher gewohnt, die Menschen davon zu überzeugen, uns in die Schlachten zu folgen! Wie könnten wir eine Armee auf die Kriege vorbereiten, die wir gekämpft haben? Außer dem Spartaner hat das niemals jemand überzeugend vermocht. Entweder man ist Spartaner und befolgt den Verhaltenskodex oder man ist ein Abtrünniger, den er zu töten pflegt. Es war viel harte Arbeit, ihn davon zu überzeugen, im aktuellen Zeitalter nicht so zu handeln.“

Dass das neue Album deutlich organischer klingt, hat seinen Grund. „Wenn man es gewohnt ist, ein Schwert zu tragen, Knochen zu zermalmen, Feinde zu enthaupten und Hunderte von ihnen in die Hölle zu schicken, dann werden die Finger neues Songmaterial nicht genau so spielen wie ein netter kleiner Kerl, der die ganze Zeit zu Hause geübt hat.“

© Markus Eck, 12.07.2020

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