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Interview: WARKINGS
Titel: Herausfordernde Historiker

Mit mächtig aufgeblähter Brust, ungehemmt prätentiösem Auftreten und kämpferisch-agilen Schwermetallhymnen gehen diese vielfach ungewöhnlichen Power-Protagonisten an den Start.

Nicht nur aus der eigenen, realgeographischen Herkunft machen sie voller Pathos ein gut behütetes Geheimnis, wollen lieber die Musik auf dem bombastisch tosenden Debütalbum „Reborn“ alles verkünden lassen. So haben sich die vier verschworenen Warkings ganz und gar den alten Göttersagen verschrieben. Ohne Kompromisse.

Bei Odin - der martialischen Präsenz der viel diskutierten Altmeister von Manowar entsprechend lässt das Quartett es im Kriegerverbund als altrömischer Tribun, wilder Nordkrieger, gestrenger Kreuzritter und mordgefährlicher Spartaner monumental und episch krachen!

„Wir sind Warkings. Wir sind Heavy Metal … pur, rau and hart“, kategorisiert der wiedergeborene Spartaner, seines Zeichens Trommler.

„Wir stießen auf diese epische Musik beim Entdecken der heutigen Welt und wir liebten sie allesamt von der ersten gehörten Note an. Es ist einfach der absolut perfekte Soundtrack für die Geschichten, von denen wir euch berichten. Nichts anderes könnte besser passen. Die Leute können unsere Lieder mit uns singen, die Worte schreien und sich wie Krieger aus der Vergangenheit fühlen.“

Flugs fährt der Wikinger, am Bass das reinste Tier, mit ebenso unhaltbarem Taten- und Wortdrang dazwischen.

„Für uns ist die Band ein neuer Anfang, wir fallen mit diesem Album erstmalig auch in eure Welt ein und genießen jeden einzelnen Moment damit. Wir leben … wieder! Gegenwärtig fühlt es sich noch ein wenig seltsam und ziemlich allein an, so ganz ohne Streitmacht die geschlossen hinter uns steht. Aber das wird sich bald gewaltig ändern, sage ich! Es stehen bereits so einige Shows und Touren für uns auf dem Plan und wir werden damit eine neue Armee auf die Beine schmieden, mit allen da draußen, die den Heavy Metal so sehr lieben wie wir es fühlen und tun.“

Daraufhin gezielt befragt, was die Warkings denn mit ihren vollmelodischen Kompositionen für die neugierigen Fans tun können, was andere Truppen nicht draufhaben, erhebt der Kreuzritter in aller Erhabenheit seine Stimme.

„Es obliegt nicht uns, diesen speziellen Punkt zu beantworten. Wir überlassen das lieber unseren Fans, unseren Krieger-Anwärtern! Sie werden selbst zu entscheiden haben, ob sie uns auf unserer Mission folgen wollen oder nicht. Eines wissen wir ganz genau: Man gewinnt eine Schlacht niemals im Alleingang. Selbst der geübteste, gewiefteste und todesmutigste Spartaner kann einen Gegner nicht immer als Ein-Mann-Armee besiegen - egal, wie oft er es nun behaupten möge. Wir sind in Kenntnis dessen, dass es immer noch so einige von den großartigen Bands gibt, welche den Weg für weitere Metalgruppen erst so recht geebnet haben. Die Vorreiter verdienen ihren Erfolg und wir fühlen und tief dankbar für ihre Erfindungen, die sie spieltechnisch und musikalisch zustande gebracht haben. Vergesst niemals: wir Warkings vergleichen nicht, wir folgen nicht. Wir führen an!“

Die Anmerkung, dass der imposant zelebrierte Schwertersound der Formation auf „Reborn“ oftmals markante, traditionelle Elemente des Genres beinhaltet, erheitert den singenden Tribun zunächst noch, dann fängt er sich in aller Ernsthaftigkeit.

„Nein, ganz im Ernst, ich habe gerade kurz vergessen, dass ihr ja nicht unsere damaligen Zeiten erlebt habt. Für uns ist es eben nicht ‚traditionell’, was wir nach außen tragen. Unsere Stories mögen für euch uralt sein, aber sie werden niemals zu alt sein um verkündet zu werden! Ich möchte ein Beispiel geben, man versuche es sich vorzustellen: Jemand entert die Arena, Abertausende von Menschen rufen den Namen des Gladiatoren und lechzen gierig danach, sein Blut den Sand tränken zu sehen. Die Venen des Mannes transportieren das Adrenalin, sein Herz pumpt wie verrückt und die Fanfaren und Hörner blasen die Melodien des Krieges. Ich kann versichern, so etwas bekommt man nie wieder aus dem Kopf. Wir können viele solcher Begebenheiten berichten. Das ist es, was wir wiederbeleben wollen, derlei Emotionen und Befindlichkeiten. Den Blutrausch, die Kampfkraft … alles!“

Bei seiner heroischen Proklamation zu gesondert erwähnenswerten der besungenen Lyriken platzt dem Spartaner schließlich fast noch der Brustkorb vor frenetischer Mitteilungsfreude. „Ich finde den Song ‚Battle Cry‘ ungemein interessant, eine spannende Geschichte über eine Schlacht der glorreichen Legion des Tribunen. Auch ‚Sparta‘ fesselt mich immer wieder, worin es um die Schlacht bei den mittelgriechisch gelegenen Thermopylen geht, das waren noch Zeiten! ‚Never Surrender‘ hingegen ist ein Song zu den Überfällen der Wikinger, während ‚Holy Storm‘ über die Kreuzzüge erzählt. Mit ‚Hephaistos‘ bringen wir euch den uralten Gott des Feuers näher. Wir trafen ihn … es wurde viel getrunken und er wollte gar nicht mehr damit aufhören zu erzählen.“

© Markus Eck, 26.10.2018

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