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Interview: VISIONS OF ATLANTIS
Titel: Sieg durch Gewinnerteam

Wer annahm, dass die begnadeten Symphonic Metaller mit dem brillanten 2019er Albumvorgänger „Wanderers“ ihren Zenith erreicht hätten, den belehren Visions Of Atlantis nun unerschrocken eines Besseren. Sängerin Clémentine Delauney und Band gehen nun nämlich als Noten-Freibeuter der ganz großen Gefühle auf strammen Kaperkurs direkt in die Fanherzen!

Das neue Album „Pirates“ bietet den massiv überwältigenden Abenteuersound des zurecht immer beliebter werdenden Genre-Erfolgsmodells gewissermaßen im monumentalen Breitleinwandformat.

Zum Zeitpunkt des Interviews gerade auf bestens besuchter Konzertreise durch die USA unterwegs, schaltet sich Clémentine, im Tourbus sitzend, mit mir über Skype kurz.

„Wir sind gerade auf dem Weg nach Dallas, Texas. Seit Wochen schon fahren wir von Gig zu Gig, es läuft blendend! Das Feedback der Leute ist jede Nacht großartig, die neuen Lieder kommen fantastisch im Auditorium an - das geht so weit, dass es sich für uns jedesmal wie ein Heimkommen anfühlt.“

Wie die stimmstarke Dame rückblickend erörtert, offenbarte die Pandemie ein sehr viel größeres Zeitfenster für die Belange der atlantischen Visionäre.

„Die Unmöglichkeit, auf Tour zu sein, nutzten wir - kreativ wie wir nun mal sind - für noch vielfältigeres Songwriting. Das war definitiv Glück im Unglück. Die am breitesten aufgestellten und epischsten der neuen Kompositionen entstanden ganz klar durch diese neue Situation. Wir konnten noch so viel besser und umfangreicher an Ideen und vor allem Details feilen, es war eine immens produktive Zeit für uns alle in der Band.“

„Wanderers“ führte die Symphonic Metal-Spitzenkönner auf lange und ereignisreiche Kreuzfahrten durch all die Meere und Ozeane der künstlerischen Selbstfindung, fügt Clémentine an, um sie mit ihrer Mannschaft nun mehr denn je zur eigenen, individuellen Bestimmung zu führen.

„Im Herzen waren wir zuvor schon Piraten, nun lassen wir das so richtig raus! Als wir 2018 nach fünf Jahren Release-Pause wieder mit einem Album zurückkehrten, brachten ich als neue Sängerin ja schon einige Piratenelemente in die Lieder mit ein. Ich liebe eben seit jeher die spezielle Story, dass Seeleute mit ihrem Schiff auf einem unbewohnten Eiland stranden und sich dort nicht nur einrichten, sondern sich dort, plötzlich auf sich alleine gestellt - auch ganz neue, gedanklich mutige Freiheiten zu gönnen imstande sind.“

Das neue Werk steht nun also voll und ganz für eben genau diese piratische Seite der beteiligten Musikerseelen, welche die Band der Fanbase so gerne preisgeben, lässt die Vokalistin wissen. „Wir sind Piraten“, platzt es dynamisch aus ihr heraus, „und die Zeit ist nun endlich gekommen, die Welt da draußen das wissen zu lassen! Ich definiere das als meine, als unsere Identität!“

Zum dem Album vorangegangenen Songwriting direkt befragt, bilanziert die Französin angeregt: „Wir haben diesmal so einiges anders gemacht, was sich vollauf gelohnt hat - beispielsweise stieß mein Co-Sänger Michele Guaitoli zwei Monate davor zur Band, und zusammen haben wir dann sehr viel mit unserem neuen Produzenten Felix Heldt an den Songs geschrieben. Und als was für ein grandioses Dreigespann wir uns doch erweisen sollten.“

So arbeitete Clémentine ziemlich schnell ebenso harmonisch wie eng und effizient mit ‚Meek‘ nach dessen Eintritt zusammen, wie der sympathisch-spritzige Italiener Guaitoli, bekannt von den Bands Overtures, Temperance und Kaledon, auch gerne mit Spitznamen genannt wird.

„Da Meek selbst als Produzent versiert ist, lief unsere Kooperation umso reibungsloser ab, das hat beiden unermesslich viel Freude gebracht, vor allem ja in den so leidigen Covid-Zeiten. Und damit konnten wir Felix vollauf anstecken, der sich dadurch nur umso lieber und beherzter in die neuen Songs einbrachte. Genau diese Umstände machten aus den neuen Liedern unsere bislang Überwältigendsten!“

Zum - durchaus interessanten - Produzentenwechsel gewährt die merklich gefestigte Frontfrau auch unumwunden resümierenden Einblick: „Da es bei ‚The Deep & The Dark‘ sowie für ‚Wanderers‘ bekanntlich derselbe Reglerdreher war und wir uns aber definitiv klangtechnisch in Tiefe und Breite steigern wollten, hatten wir dahingehend eine Modifizierung herbeizuführen. Meek brachte das additional auch so richtig ins Rollen, er war nicht nur als ambitionierter Neuling in Visions Of Atlantis höchst begeistert dabei, sondern er wollte auch seine eigene Vision von noch viel opulenterem Gesamtsound für uns zum Wohle der Band durchbringen.“

© Markus Eck, 21.04.2022

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