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Interview: THY ART IS MURDER
Titel: Monumentaler Gefühlsausbruch

Seit 2005 malträtieren die australischen Deathcore-Wüteriche weltweite Trommelfelle aufs Heftigste mit ihrem höllisch geprügelten Sturmmaterial.

In Sachen Line-Up-Zirkus sahen sich die wilden Bengel um den aktuellen, 2016 zur Truppe zurückgekehrten Shouter CJ McMahon vor allem in den Anfangszeiten eine Zeitlang heftig gebeutelt.

Leicht hatten es Thy Art Is Murder ohnehin noch nie. Doch wie die rabiate Sydney-Gang mit dem neuen Albummonster „Dear Desolation“ klarstellt, ist an Einbußen der Intensität oder irgendwelche unvernünftigen Zugeständnisse nach wie vor überhaupt nicht zu denken.


Wie Drummer Lee Stanton in gewohnt cooler Manier zu berichten weiß, haut es auch derzeit noch immer ganz gut hin bei ihm und seinen Brachialen. „Abgesehen von McMahons damaligem Abgang in 2014 verfestigte sich unsere Gemeinschaft zum Glück mit jedem Jahr mehr. So wie wir jetzt aufgestellt sind, fühlen wir uns ziemlich ‚sesshaft‘! So kann es gerne auch künftig weitergehen.“

Denn, wie er wissen lässt, wurde Thy Art Is Murder in den letzten Jahren vor allem von den Touren um die ganze Welt besonders zusammengeschweißt.

„Wir verbrachten viel Zeit miteinander dabei, sahen neue Plätze und teilten neue Erfahrungen. So wuchsen wir nicht nur als Individuen, sondern auch als Kollektiv. Und das hat zum einen die innere Dynamik in der Band gleichermaßen verschmolzen als auch verändert. Zudem nahm dies ziemlich tiefen Einfluss auf die zusammen kreierte Musik sowie unsere Art, damit umzugehen.“

Der neue Knalldreher transformiert eine immense Kraft und ausgeprägte Identität, was vortrefflich zu den neuen Songs an sich passt. Lee legt dar:

„Das ist relativ einfach erklärt: Wir haben einfach versucht, die neue Musik in einer jeweiligen, am meisten zum Grundthema passenden Weise umzusetzen! Wir wollten sichergehen, dass jedes Lied seine ganze eigene Persönlichkeit bekommt und ausleben darf. Ziel war es, ein Album anzufertigen, dass einen auf eine Reise mitzunehmen imstande ist.“

Dass der Albumtitel „Dear Desolation“ eine einzige, symbolische Liebeserklärung an die Trostlosigkeit ist, kann vom Stockschwinger nicht gänzlich bejaht werden. „Es geht dabei vor allem weitreichend um die innere, schreiende Verzweiflung im Menschen. Die Songs des Albums drehen sich daneben auch ganz massiv um die beiden essentiellen Befindlichkeiten Liebe und Angst.“

Auf mehr oder weniger gemachte Unterschiede zu vorherigen Vorgehensweisen angesprochen, eröffnet der Kesselwart: „Wir wollten das Album und seine Produktion gewissermaßen ‚strippen‘ lassen, um es so echt und authentisch werden zu lassen. Alles hatte so ursprünglich wie möglich sein sollen, darüber waren wir uns völlig einig. Im Zuge dessen wurden wir wählerischer, welche Ideen beziehungsweise final Parts in die Songs kommen und welche eben nicht. So ist ‚Dear Desolation’ unserer Ansicht nach schließlich sehr viel fokussierter ausgefallen. Jeder noch so kleine Teil in den Stücken hat seinen eigenen Platz zum Durchschnaufen.“

© Markus Eck, 03.08.2017

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