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Interview: TESTAMENT
Titel: Ausgebautes Teamwork

Mit dem neuen Album „Titans Of Creation“ liefert die kalifornische Thrash Metal-Institution um Vokalist Chuck Billy einmal mehr einen mächtig fetten Batzen.

Und der aktuelle Nachfolger zum 2016er „Brotherhood Of The Snake“ bietet auch diesmal wieder ebenso intelligent wie thematisch durchdacht umgesetztes Material. 1986 ins Leben gerufen, zählt die beliebte Bay Area-Formation zu den beständigsten und aufrichtigsten Formationen des Genres überhaupt.

Wie Gitarrist und Gründungsmitglied Eric Peterson zu erzählen weiß, kommt der organische und vollauf an die jeweilige Dynamik der Songs angepasste Sound nicht von ungefähr - produziert wurde „Titans Of Creation“ nämlich von ihm selbst und Fronthüne Chuck.

„Das war eine sehr gute Vorgehensweise, ich bin vollauf zufrieden mit dem Endresultat. Zusammen mit Juan Urteaga von den Trident Studios als Co-Produzent, Recording-Profi und Toningenieur haben wir das Maximum aus den Kompositionen herausgeholt.“

Den finalen Mix und das Mastering übertrugen sie jedoch dem etablierten Briten Andy Sneap.

„Andy war einfach schlicht gesagt die absolut perfekte Wahl, ich kenne und schätze viele seiner sonstigen Arbeiten. Er ist schließlich seit den 1980er Jahren ebenso tief und mit Herzblut im Metal aktiv wie wir, und er kennt unsere Alben daher auch von der Pike auf und weiß genau, was wir wollen und brauchen. Wunderbar, was er aus den Songs final gemacht hat.“

Wie Eric mit markant herauszuhörendem Stolz in der Brust konstatiert, hält er „Titans Of Creation“ für das bisher beste Album von Testament. „Sicher eine der am meisten abgedroschenen Floskeln in der Musikszene überhaupt“, fügt er von einem Grinsen begleitet an, „aber ich sehe es eben mit Überzeugung so. ‚Brotherhood Of The Snake‘ ist sicherlich auch eine verdammt starke Platte, hinter der ich noch voll und ganz stehe. Aber unsere Neue bietet diesmal noch mehr - und das sogar noch auf einem höheren Level. Allein die Gitarrenarbeit von mir und Alex Skolnick ist merklich variantenreicher ausgefallen - ebenso die enorm eigenständigen Soli, in die ebenfalls sehr viel Ideen, Mühe und Ausarbeitung investiert wurden.“

Letztlich hält der Saitenprofi das neue Release vor allem auch für eine der eigenständigsten Veröffentlichungen bislang. „Mir war vorab glasklar, dass ich unserem lange Jahre bestens bewährten ‚Testament-Sound‘ dieses Mal doch aber noch ein klein wenig mehr Identität geben möchte. Ob dies überhaupt möglich war, kümmerte mich nicht. Wir komponieren und spielen ohnehin schon immer, ohne daran zu denken, was andere Bands machen oder wie sie sich anhören. Als sich der Grundgedanke dann in mir so richtig manifestiert hatte, ging es wie von selbst und die einzelnen Fragmente der Lieder gerieten mir sozusagen frischer und frischer, beinahe wie eine durch ‚Erfahrung optimierende Rundüberholung’.“

So hat jeder der einzelnen Songs sein ganz eigenes Gesicht, wozu aber auch Drummerlegende Gene Hoglan ganz entscheidend beiträgt.

Letzterer, seit jeher als ein ebenso kauziger wie herzlicher Geselle bekannt, genießt in der härteren Metalwelt ein außergewöhnlich hoch respektiertes Ansehen, bedingt durch exzellente Leistungen in namhaften und stilistisch unterschiedlichen Bands wie beispielsweise Dark Angel, Strapping Young Lad, Forbidden, Death und Fear Factory.

„Gene arbeitete für ‚Titans Of Creation‘ um einiges enger mit uns zusammen, als dies auf ‚Brotherhood Of The Snake‘ noch der Fall war. Zuvor habe ich persönlich ja noch zum Großteil die Drumparts erarbeitet und Gene hat das dann so in etwa übernommen, diesmal allerdings kam aber Vieles von ihm selbst. Er hat sich bestens in Testament eingefunden seit 2012, das spüren wir jährlich mehr. Wir schätzen sein hochversiertes und unverwechselbares Spiel in höchstem Maße, darum freut uns diese immens positive Entwicklung auch ganz besonders. Überhaupt arbeiteten wir allesamt enger für dieses Album zusammen, da hat wohl einer den anderen angesteckt mit dem Drang nach Neuerungen - da stand auch Chuck nicht zurück, der diverse Experimente glücklicherweise erfolgreich absolvierte“, so Eric, erneut mit aller Selbstsicherheit in der gelassen geäußerten Stimme.

Und so konnte auch Steve DiGiorgio, am Bass seit 2014 im Line-Up und seinem Kollegen Gene in nichts nachstehend, was langjährige Aktivität, Reputation und Wertschätzung im Metier angeht, für „Titans Of Creation“ so einiges Gutes und Wichtiges beitragen, lobt der Gitarrist den vielseitigen Tieftöner.

„Routinierte Profimusiker und vollauf von ihrem Tun Überzeugte wie Gene oder Steve können eigentlich gar nichts Halbgares machen, aber für unser neues Album muss ich beiden mehr als exzellente Glanzleistungen bescheinigen. Ich bin ihnen zutiefst dankbar und kann es kaum erwarten, was unsere Fans und die Presse zum neuen Output zu vermelden haben.“

© Markus Eck, 15.03.2020

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