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Interview: STONEMAN
Titel: So geht cool

2018 war ein ziemlich turbulentes Jahr für die polarisierenden Schweizer Modern Dark Rocker, doch Stoneman haben auch kein Problem mit einem Übermaß an Abwechslung.

Nervenkriege mit Sozialen Medien wurden ausgefochten, das neue Album „Geil und elektrisch“ heizte die Fanmassen an wie nie zuvor und wie Sänger Mikki Chixx lässig ablässt, nimmt er sich selbst gar nicht so wichtig.

Was hat der Mensch Mikki außerhalb des Musikzirkus zu diesem Jahr zu sagen?

„Auch wenn das manche anders sehen, aber ich nehme es ja recht locker und habe in diesem Jahr außerhalb von Stoneman nicht viel Erwähnenswertes gemacht oder erlebt. Sollte es jemanden interessieren: Ich habe meinen Bierrekord von 16 auf 20 große Flaschen an einem Abend selbst gebrochen!“

Wie lief es in Sachen Erfolg für Stoneman 2018?

„Ich bin nur langsam aus dem Koma erwacht, welches die vergangene ‚Geil und elektrisch‘-Tour mit sich gebracht hat. Es war vielleicht das anstrengendste Stoneman-Jahr bislang, aber es hat sich gelohnt. In erster Linie mache ich Musik für mich und nicht um zu gefallen … das geht mir nämlich seit längerem am Arsch vorbei. Es hat mich beinahe überrascht, wie unglaublich gut unsere Fans und Freunde das neue Werk aufgenommen haben, denn das Ding ballert ja doch ungewohnt in die Fresse! Songs wie ‚Niemandsland‘ oder ‚General‘ wurden regelrecht abgefeiert. Ich bin also ganz glücklich, ehrlich!“

Sonstiges, was du in dem Kontext dazu mitteilen möchtest?


„Wir haben das Album binnen zwei Monaten geschrieben, produziert, eingespielt, gemischt und gemastert. Ich würde sagen, es ist ein hin-gerotztes, dreckiges Stück Musik geworden. Und genau so liebe ich es. Ich kann diese überproduzierte Scheiße, leider auch in der Szene, nicht mehr ertragen.“

Welchen von dir und deiner Gang gespielten Gig hast du am lebhaftesten in Erinnerung?

„Das Rock The Ring Festival zusammen mit In Extremo und den Böhsen Onkelz war sehr speziell, ein außergewöhnliches Erlebnis! Ich habe mich dort endlich mal wieder wie ein kleiner Junge gefühlt. Auch das wir 2018 nach langer Zeit wieder in der Heimat, der Schweiz auftreten konnten war ein tolles Erlebnis.“

Welcher Exzess auf Tour ist für dich unvergesslich?

„Als bei unserem diesjährigen Gig in Hamburg die Entourage unserer polnischen Vorgruppe Syberian zu randalieren begann und zwölf Polizeibeamte des Sonderkommandos den Club mit Tränengas leerfegten, war das schon echt einmalig. Nach eineinhalb Stunden konnte der Anlass dann glücklicherweise fortgesetzt werden. Hey, ich hege keinen Groll gegen die Jungs aus Polen. Ganz im Gegenteil. Wer 22 Stunden zu einer Show anreist, der hat schon einiges intus.“

Wie resümierst du dein ganz persönliches 2018?

„Es war wirklich verdammt anstrengend und ich bin froh wenn endlich Weihnachten, Urlaub und das Jahr vorbei ist. Als ‚geschäftliches‘ Highlight würde ich sicherlich die neuen Stoneman-Partnerschaften mit Massacre Records, unserem großartigen neuen Label, aber auch die Zusammenarbeit mit Neuwerk-Musik und Headline Concerts nennen wollen. Nach all den Jahren Arbeit solche Menschen im Boot zu haben beruhigt mich irgendwie.“


Was war das Schönste für dich in 2018?

„Privates, Zwischenmenschliches. Oftmals sind es die kleinen Dinge, welche das Leben lebenswert machen.“

Was war das Übelste weltweit für dich in 2018?

„Wer mich kennt, der weiß, ich bin nicht gerade ein Philanthrop. Daher würde die Beantwortung dieser Frage den Rahmen definitiv sprengen.“

Konnte dich musikalisch etwas positiv überraschen in 2018?


„Aber zu 100 % ! Rico H, mein Trommler und ich haben das komplette musikalische Schaffen quasi im Alleingang gemeistert. Wir kamen zum ersten Mal ohne Produzenten aus und haben uns, natürlich mit der Hilfe von guten Freunden, irgendwie ‚durchgewurstelt‘. Was sonst so im Universum passiert ist, habe ich aus genannten Gründen nicht mitbekommen.“ [lacht]

Was hast du in 2018 gemacht, um ab zu mal so richtig zur Ruhe zu kommen?

„Ich habe mir eine Wohnung im Süden am Strand gekauft. Dort verbringe ich nun jede mir mögliche Minute. Ich bin noch zu jung für den Herzinfarkt.“

Und, was hast du dir mit damals circa 20 Jahren gedacht beziehungsweise vorgestellt, wie die Welt der aktuellen Gegenwart mal sein wird - fliegende Autos?

„Keine Ahnung! Um ehrlich zu sein, habe ich vor 20 Jahren nichts anderes als an Party, Mädchen, Drinks und nochmals Mädchen gedacht.“ [lacht]

Worauf freust du dich am allermeisten in 2019?


„Stoneman wurde erneut für das größte Metal-Festival der Welt gebucht. Auch haben wir eine einmalige Fanshow in der Mitte der Bundesrepublik auf dem Plan. Das ist schon ganz schön großartig.“

Überhaupt, schon wieder 2019 - die Zeit vergeht scheinbar immer noch schneller, obwohl jeder Tag immer die gleichen 24 Stunden hat … wie hast du den Faktor ‚Schnelle Zeit‘ in 2018 erlebt?


„Das kann ich dieses Jahr nicht wirklich unterschreiben. Wir haben extrem viel gemacht und erlebt. Ich denke, um ‚Erleben’ geht es sowieso im ganzen Leben. Man sollte viel mehr er‚leben‘ … ansonsten gehen die Lichter aus und man hat sich nicht bewegt. Wer kennt nicht die Situation, wenn man für ein Wochenende wegfährt, nur 24 Stunden weg ist, aber das Gefühl hat, in diesen 24 Stunden mehr erlebt zu haben als den ganzen Restmonat? Wer mehr von diesen Momenten hat, der lebt länger.“

Wo wirst du den letzten Tag des ausklingenden Jahres verbringen?

„Mit Freunden und Familie. Früher haben wir oft auf der Bühne gestanden an diesem Abend. Das war jedes Mal der Knaller, vielleicht sollten wir das in 2019 wiederholen!“

© Markus Eck, 28.12.2018

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