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Interview: SKÁLMÖLD
Titel: Teamwork

Ihr Zehnjähriges feierten die isländischen Viking Metaller gebührend in der Heimat auf der Bühne. So brachten Skálmöld die Bretter im Konzerthaus Gamla Bíó mit drei Shows spielfreudig zum Beben.

Dass dort alles restlos ausverkauft war, spricht für die Beliebtheit der Formation. Nun erscheint „10 Year Anniversary - Live In Reykjavík“ - Leadgitarrist Þráinn Árni Baldvinsson berichtet.

„Danke für die Glückwünsche. Wir sind stolz und glücklich. So viele Bands leben nur ein paar Jahre und nur sehr wenige überleben so lange, geschweige denn mit Originalmitgliedern! Wir beschlossen gleich am Anfang, dafür zu sorgen, dass sich jeder in der Gruppe wohl fühlt, dass alle respektvoll miteinander umgehen und sich jeder von uns immer daran erinnert, dass Skálmöld die Nummer eins ist. Wir arbeiten alle für die Band - wenn Skálmöld ein Boot wäre, würden wir sinnbildlich alle in die gleiche Richtung steuern!“

Vor einem Jahrzehnt war heidnischer Metal noch ein wahrer Boom - Þráinn dazu:

„Alle Bands, die ich in dieser Kategorie kenne, sind heute besser als die letzten Jahre über. Jede Band wächst, und die Musik und die Mitglieder scheinen auf eine so schöne Art und Weise zu wachsen. Es ist immer gut, als Musikervereinigung kontinuierlich zu reifen. Ich hoffe, auch wir bringen nicht Jahr für Jahr dasselbe Album heraus“, kommt es mit einem breiten, aber selbstsicheren Grinsen aus ihm heraus.

Die aufgezeichneten drei Gigs im Gamla Bíó waren auf ganzer Linie erfolgreich, bilanziert der Axeman mit leuchtender Miene.

„Ich habe diese Auftritte geliebt. Das Publikum war so begeistert! Ich dachte zuvor, es würde für mich emotional schwieriger werden - doch ich gebe nur zu gerne zu, dass ich nach der zweiten Show feuchte Augen gekriegt habe. Es war sogar ein bisschen schwierig, nach dieser Show von der Bühne zu gehen, so berührend erlebte ich es. Doch bereits kurz nach dem Abklingen des ‚Bühnen-Flashs‘ wurde mir in meiner aufgeheizten Euphorie klar, dass auch dieser Abgang natürlich nicht das Ende der Fahnenstange sein würde. Der Blick in die enthusiastischen Augen der ganzen Fans usw. machte mir deutlich, dass es auch die nächsten Jahren prima weitergehen wird mit uns.“

Die endgültige Songauswahl von insgesamt 16 Liedern für das aktuelle Live-Album zu finden, empfand er als äußerst knifflig und schwierig, erinnert sich der Saitenschrubber. „Aber das ist bei uns exakt der gleiche Prozess, wie wenn wir für Material reguläre Alben schreiben, wir tragen alle dazu bei. Wenn ich alle Entscheidungen treffen würde, dann wären wir nur eine Maiden-Coverband, und wenn mein Gitarrenkollege Baldur Ragnarsson das alleinige Sagen hätte, würden Skálmöld klingen wie Frank Zappa auf 45rpm“, lacht der Nordmann, um noch anzufügen:

„Die Direktive war, vornehmlich Lieder dabeizuhaben, die es im Laufe der Jahre auch tatsächlich auf die Live-Setlisten geschafft haben, um dann noch einige Raritäten hinzuzufügen. Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden.“

© Markus Eck, 27.09.2020

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