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Interview: SCHANDMAUL
Titel: … bleiben wandelbar

2023 machen sie das Vierteljahrhundert voll, womit Schandmaul neben den Pionieren In Extremo und Subway To Sally zu den beständigen Mittelalter Folk Rockern überhaupt in deutschen Landen zu zählen sind. Jetzt legen die tief Überzeugten endlich nach - seit Mai 2019 harren die Fans auf einen Nachschlag zum Album „Artus“. 


Was lange währt, wird nun gut - und überraschend hart, wie der am zehnten März auf YouTube als Musikvideo veröffentlichte Titelsong des neuen Albums „Knüppel aus dem Sack“ aufzeigt. Damit wird der Albumtitel einfach perfekt versinnbildlicht! Und die kantig-knackige Schweißtreibernummer kommt auch exzellent im digitalen Auditorium an, wie man an den nach wenigen Wochen erreichten Views von 100k+ deutlich bemessen kann!

Es ist daneben ganz eindeutig zu sehen, wie sehr sich die außergewöhnlich erfolgreiche, 1998 gegründete Gruppe wieder auf wirklich umfangreiche Aktivitäten freut - so hat das bayrische Sextett aus dem malerischen Gröbenzell fast pünktlich zum Tag des Album-Releases für den elften Juni das eigene ‚Folkfield Festival‘ ins Leben gerufen, welches im bekannten Gelsenkirchener Amphitheater stattfinden soll.

Mit von der illustren Live-Partie werden u.a. Feuerschwanz, dArtagnan sowie Mr. Hurley & die Pulveraffen sein.


Aufgenommen haben Schandmaul den „Knüppel aus dem Sack“ erneut im Great Hall Music Studio im bajuwarischen Ebermannstadt mit Inhaber Simon Michael, welchen man bereits auch von versierten Arbeiten für Genrekollegen wie Subway To Sally, Feuerschwanz, Faun, Versengold, Vroudenspil und Coppelius kennt.

Produziert wurde der neueste Langspieler von Simon in Koproduktion mit dem italienischstämmigen Niedersachsen Fabio Trentini. Für das Mastering zeichnet Christoph Beyerlein vom Separate Sound Studio verantwortlich. Bei derlei erfahrenen und auch verdienten ‚Klangarbeitern‘ verwundert der ebenso massiv erfrischende wie wohltuend organische und wunderbar druckvolle Gesamtsound des neuen Albums überhaupt nicht.

Neben erwähntem Titelsong wird die Gefolgschaft der Formation auf dem neuen Werk auch vom betont mystisch angelegten Lied „Königsgarde“ überrascht werden, in welchem neben Saltation Mortis auch Ben Metzner von Feuerschwanz mitwirkt - hierfür wurde von den Schandmäulern ebenfalls ein sehr sehenswertes Musikvideo gemacht.

Weitere Songs der Tracklist sind „Das Gerücht“, „Der Pfeifer“, „Tatzelwurm“, „Der Flug“, „Der Quacksalber“ sowie „Luft und Liebe“.

Für das anschließende Lied „Glück auf!“ konnten Schandmaul die ebenfalls immens beliebten Erlanger Speedfolker von Fiddler ́s Green für eine Mitwirken gewinnen.

Dann folgen noch die Nummern „Irgendwann“, „Niamh“, „Der elfseitige Würfel“ und „Long John Silver“ macht den prall gefüllten Sack schließlich zu.

Wie mir Sänger und Gründungsmitglied Thomas Lindner berichtet, wurde die ‚neue Härte‘ nicht bewusst bzw. durchdacht von den Urhebern einfach so ‚inszeniert‘, sondern alles hat sich wie immer auf ganz natürliche Weise so ergeben.

Der überaus entschlossen wirkende Frontmann nimmt noch einen weiteren tiefen Zug an seiner Fluppe, dann gibt er mit besonnener Miene zu Protokoll:

„Wir machen uns niemals entsprechende Gedanken vorab, wie ein Album von Schandmaul letztlich klingen soll oder welche Lieder da nun genau drauf sein sollen. Selbiges gilt übrigens auch für unsere vielfältigen Liedertexte - wir erzählen eben am allerliebsten Geschichten, die wir in ein jeweils bestmöglich dazu passendes musikalisches Kleid packen. Und die Eingebungen dafür sind so vielfältig wie das Leben selbst.“

Schlagzeuger und ebenfalls Gründungsmitglied Stefan Brunner zeigt sich schwer genervt von der Dauer der Pandemie. „Das hat uns das Arbeiten für ‚Knüppel aus dem Sack‘ de facto sowas von erschwert. Klar, die ganzen Corona-Maßnahmen hatten ihre Gründe, aber für einen Musiker, der einfach nur von Herzen gerne an neuen Liedern feilen und diese mit seiner Band spielen möchte, empfand ich das Ganze wirklich schlimm. Wenn ich denke, wie viele Termine wir unerwartet wieder sausen lassen mussten! Ständig gab es neue Hindernisse, es war der reinste Nervenkrieg. Ich hoffe sehr, dass es nun langsam oder besser bitte umso schneller wieder in geregelte Bahnen gehen wird für uns alle.“


© Markus Eck, 12.04.2022

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