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Interview: ENDSTILLE
Titel: Musik wie eine Zertrümmerung

Ihre bisherigen Album-Detonationen „Operation Wintersturm“, „Frühlingserwachen“ und „Dominanz“ wurden aufgrund gezielt provokanter Optiken von nicht wenigen boykottiert.

Von vielen anderen Hörern wurden sie aber auch vollkommen begeistert abgefeiert. Ein also ebenso stark polarisierender wie interessanter Gegensatz also, den diese spielfreudigen Black Metal-Vollstrecker für sich verbuchen können.

Die aktuelle Losung von Endstille lautet „Navigator“. Mit diesem neuen und vierten Vernichtungswerk zelebrieren diese vier norddeutschen Knüppelgrafen abermalig eine vollkommen bestialische Kakophonie an pechschwarz spritzenden Hasstiraden.

Für Trommelschänder Mayhemic Destructor stellt diese neue Veröffentlichung eine überaus erfreuliche Entwicklung in der dunklen Historie seiner Kieler Schwarzmetall-Division dar.

„Black Metal wurde in den letzten Jahren leider immer tuntiger und künstlerisch immer schwächer und belangloser, was aber auch ehrlich gesagt sowieso für die gesamte Metal-Szene an sich gilt. Zwischen Anfang und Mitte der 1990er Jahre kaufte ich mir voller Euphorie jeden Monat zwei bis drei Platten. Und zwar Scheiben, auf die ich zuvor schon oftmals sehnsüchtig und ungeduldig wartete. Doch dann hörte ich irgendwann auf damit. Denn heutzutage klingt doch fast alles gleich und man wird dadurch letztendlich total übersättigt. Das merkt man nicht zuletzt daran, dass immer mal wieder legendäre Gruppen auf Tour gehen und ihre Dates dann absagen müssen, weil die Besucherzahlen viel zu niedrig sind.“

Da hat der routinierte Taktmann aus dem Norden zweifelsohne Recht. Ein ehrliches Statement, das viele leidenschaftliche Haarschwinger wohl ohne mit der Wimper zu zucken unterschreiben würden. Mein Gesprächspartner stellt eindeutig klar:

„Für uns existieren daher im Black Metal-Bereich schon seit längerer Zeit keine richtigen Offenbarungen mehr. Und das hat uns mit der Zeit dermaßen angekotzt, dass wir unseren Frust darüber einfach nur noch rauslassen wollten. So haben wir Gas gegeben. Auch heute noch, also auch auf `Navigator`, wollen wir nicht aufzeigen, was wir alles können, sondern in erster Linie `unsere` ureigene Musik spielen. Musik, die sich schweinefett anhört.“

Da für das Frontcover dieser neuen Album-Attacke wieder getreu der bisherigen Linie ein explizites Kriegsmotiv verwendet wurde, scheint es doch nötig, der Einstellung der Musiker hierzu auf den schwarzen Zahn zu fühlen.

Laut Aussage des Schlagwerkers gehen die vier Kieler Schergen ganz sachlich an ihre Sache heran.

Der Mayhemic Destructor präzisiert in diesem Kontext:

„Unserem Gitarristen L. Wachtfels, den ich mittlerweile nun schon seit circa 14 Jahren kenne, kann man wirklich jedwede Daten des zweiten Weltkrieges nennen: Er weiß stets genau, was an diesem Tag damals wo und wann passierte beziehungsweise wer wo gegen wen kämpfte. Mein Wissensgebiet ist das jedoch überhaupt nicht. Ganz besonders begeistert sich L. Wachtfels aber letztendlich für Strategien.“

Man kann es sich lebhaft vorstellen. Mit dem vorliegenden Endergebnis, das mit „Navigator“ erzielt wurde, ist der wieselflink trommelnde Kesselwart extrem zufrieden, wie er im Weiteren noch offenkundig preisgibt.

Denn dieses neue infernalische Album-Bollwerk entspricht laut seiner Aussage fast exakt seinen vorangegangen Wünschen. „Ganz besonders der wirklich extreme Gesamtsound dieser Endstille-Silberscheibe kommt meinen persönlichen Vorstellungen schon verdammt nahe.“

© Markus Eck, 16.07.2005

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