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Interview: CRYPTA
Titel: Triumph der Extreme

Einfach rundum sagenhaft, was diese vier Krafthexen mit ihrem giga-finsteren Death Metal auf „Echoes Of The Soul“ anzetteln.

Erfahrung und Können ist das eine, immense Gier nach Extremität und Klasse ist das andere. Crypta aber haben gleich beides! Das Line-Up vereint mit Sängerin und Bassistin Fernanda Lira sowie Drummerin Luana Dametto zwei ehemalige Musikerinnen der Thrasher Nervosa.

Mit im magischen Bund sind die niederländische Lead-Gitarristin Sonia Anubis, ex-Burning Witches, sowie die ebenfalls aus Brasilien stammende Axt-Furie Tainá Bergamaschi. Als okkulter Bund hieven sie ein fulminantes Debütalbum aus dem unheiligen Genre-Taufbecken.

„Ich und Luana dachten erstmalig etwa im Mai/Juni 2019 an Crypta als ein Nebenprojekt“, erinnert sich Fernanda.

„Wir dachten, in einer parallelen Band zu sein und ein anderes kreatives Ventil und eine andere Bandumgebung zu haben, würde uns helfen, bei unserer aktuellen Hauptband zu der Zeit etwas motivierter zu sein - aber nachdem wir bei Nervosa ausgestiegen sind, wurde es natürlich unser Hauptprojekt und Fokus. Damals, als wir die Band gründeten, wussten wir, dass wir zwei Gitarren dabei wollten, und die erste, an die wir beide sofort dachten, war Sonia Anubis - wir waren schon eine Weile Fan-Girls von ihr, ich persönlich verfolge sie, seit sie als Bassistin in einer ihrer früheren Extreme-Metal-Bands war. Ich habe ihre Art zu spielen, ihre Bühnenpräsenz, ihren Vibe und ihren Stil immer bewundert. Wir haben sie gefragt, ob sie für ein Projekt zur Verfügung stehen würde, und sie hat sofort ja gesagt. Was Tainá angeht, so ist das eine ganz andere Geschichte - sie war eine völlig Fremde für uns, keiner von uns hatte je von ihr gehört, aber dann, eines Tages im April letzten Jahres, meldete sie sich plötzlich bei mir und sagte, dass sie bemerkt hätte, dass ich und Luana ein Nebenprojekt hätten und dass, falls wir einen Gitarristen suchen würden, was wir taten, sie gerne etwas Material schicken und uns vielleicht beitreten würde. Sie schickte mir ein Video von ihr, wie sie ‚Crystal Mountain‘ von Death spielt und da wusste ich sofort, dass sie die Richtige ist!“

Der knallhart und oberfies thrashende Sound hat es mächtig in sich und auch all die verschiedenen Arrangements auf „Echoes Of The Soul“ sind überaus originell. „Das ist genau so, wie wir klingen wollten - roh, aber trotzdem aggressiv! Unser Freund Vakka, bekannt von den Bands Fossilization und Jupiterian, hat das Album produziert und uns hier und da ein paar Tipps gegeben, damit wir den gewünschten Sound erreichen. Für den Mix dachten wir sofort an Arthur Rizk, der ziemlich genau dafür bekannt ist, eine organische, aber schwere Handschrift auf seinen Mixen zu haben. Für ein starkes Mastering gibt es nichts Besseres, als einen erfahrenen Tontechniker zu engagieren, der das Album in allen möglichen Formaten gut klingen lässt - und dafür haben wir uns mit Jens Bogren in Verbindung gesetzt, der genau das erreicht hat, was wir wollten, und zwar schon gleich beim ersten Versuch!“

So wollten Crypta zunächst, wie Fernanda postuliert, dass ihre Band nach Old School Death Metal klingt.

„Aber als wir mit dem Schreiben anfingen, merkten wir, dass sich unsere Musik auf natürliche Weise zu etwas anderem entwickelte und wir ließen diesen kreativen Fluss einfach geschehen. Am Ende war das, was wir bekamen, ein Death Metal-Hybrid - es gibt ein bisschen Old School und Modern, rauere Songs und epischere, melodischere Lieder, ein bisschen von allem. Wir versuchen, uns nicht selbst zu etikettieren, wir wollen einfach Death Metal kreieren, mit all den Nuancen, die während des Schreibprozesses auftauchen.“

Ihr dämonischer, völlig besessener Höllengesang scheint nicht von dieser Welt. Um so inhuman zu growlen, so wütend zu knurren und so biestig zu beschwören, muss man sich wirklich auf der dunklen Seite der spirituellen Selbstfindung befinden. Fernanda grinst da breit:

„All diese Growls beinhalten eine Menge Technik und ich habe mein Bestes gegeben, um meine stimmliche Signatur an das Death Metal-Genre anzupassen. Aber natürlich, wann immer ich singe, lege ich eine Menge Gefühl und Energie in meine Stimme. Jeder Song des Albums hat eine tiefe, intime Bedeutung für mich, sie sind eng mit einigen meiner Kernüberzeugungen und Prozessen verbunden, die ich durchlaufen muss - also stelle ich sicher, dass jedes Wort, das aus meinem Mund kommt, bedeutungsvoll ist und voller Intensität und Emotion klingt.“

© Markus Eck, 15.05.2021

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