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Interview: BESEECH
Titel: Aufkeimende Zuversicht

Jahrelang schienen sie wie von der Oberfläche verschwunden, nun melden sich diese schwedischen Gothic-Metal-Pioniere überraschend mit einem brandneuen Album zurück.

Programmatisch „Future. Present. Past.“ betitelt, wartet der aktuelle Output der 1992 in Borås gegründeten doomigen Romantiker mit einer sorgfältig kuratierten Tracklist auf, welche - auch dualgesanglich - so einiges Hörenswertes zum Entdecken bietet.

Wie Sänger Erik Molarin mit freudiger Miene berichtet, fühlt er sich mit der gesamten Band wie auf einem Höhenflug - und das schon, seitdem man das Studio für die Albumaufnahmen geentert hat.

„Wir alle haben es sehr vermisst, wieder zusammen zu sein und gemeinsam Musik zu machen. Und da sich viele von uns schon sehr lange nicht mehr gesehen hatten, war es in vielerlei Hinsicht eine schöne Erfahrung. Wir sind mehr als zufrieden damit, wie das Album geworden ist, und freuen uns schon sehr darauf, zu erfahren, was sowohl alte als auch neue HörerInnen und Fans davon halten. Die Resonanz auf die Singles war großartig, was uns glauben lässt, dass das Album keine Enttäuschung sein wird. Daneben fühlen wir uns einfach auch sehr geehrt. Als wir unser Comeback ankündigten – vor allem in dieser Besetzung –, wussten wir, dass einige Leute begeistert sein würden. Aber die Menge an Feedback und Zuneigung, die wir erhalten, ist wirklich überwältigend. Es ist schön zu sehen, dass Menschen, die Beseech schon seit weit über 20 Jahren unterstützen, immer noch da sind und uns anfeuern. Einfach unglaublich!“

Mit dem absoluten Lieblingsalbum des Autors, „Black Emotions“, haben die Schweden bereits zur Jahrtausendwende einen ganz eigenen Sound geschaffen.

Zu Zeiten von „Black Emotions“ war Erik zwar noch kein Mitglied der Band, aber:

„Ich war da bereits schon ein Beseech-Fan. Vor diesem Hintergrund war es mir immer wichtig, das Beseech-Feeling in der Band zu bewahren. Selbst wenn wir neue Dinge ausprobieren, möchte ich immer, dass es nach ‚Beseech‘ klingt. Und ich glaube, weil wir das im Hinterkopf behalten, gelingt es uns, den Kern am Leben zu erhalten. Natürlich klingt nicht jedes Album gleich, und es gibt Unterschiede zwischen ‚Black Emotions‘ und ‚Future. Present. Past’, aber ich bin überzeugt, dass wir der Grundstimmung treu geblieben sind.“

Der Stil der sechsköpfigen Formation hat sich seit dem 2016er Vorgängeralbum „My Darkness, Darkness“ definitiv stark verändert.

„Ich denke, das hängt vor allem mit dem Wechsel in der Besetzung zusammen. Auf ‚My Darkness, Darkness‘ waren bereits nicht mehr so viele Mitglieder aus der Vergangenheit dabei. Und damit geht auch eine stilistische Veränderung einher. Aber wie erwähnt, der Kern ist immer noch derselbe. Alles wurde mit großem Respekt vor der Vergangenheit geschaffen. Ich würde sagen, ‚Future. Present. Past.’ ist eine Fortsetzung der Ära von ‚Souls Highway‘, ‚Drama‘ und ‚Sunless Days‘. Allerdings eben mit einigen neuen Elementen. Und mir gefällt, dass Beseech fast wie ein lebender Organismus ist. Da ist etwas, das die Band am Leben hält, selbst nachdem alle dachten, sie sei schon tot.“

So ist der neue Longplayer merklich härter geworden und weist zudem ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Gesangspassagen auf.

„Ja, das wäre auch schon der nennenswerte Hauptunterschied. Bei den Texten sind wir der düsteren Atmosphäre treu geblieben, die Beseech schon immer geprägt hat, aber seit ‚My Darkness, Darkness‘ gibt es auch einen kleinen Lichtfunken und die Erkenntnis, dass selbst die dunkelsten Momente ein wenig Hoffnung mit sich bringen können.“

Was die finale Auswahl der Songs fürs Album betrifft – dies war laut Erik für die Band mit einigen Schwierigkeiten verbunden.

„Aber am Ende hat sich alles ziemlich leicht zusammengefügt. Dieses Mal hatten wir viele Ideen für Songs. Und ich glaube, wir haben letztendlich aus über 20 Liedern ausgewählt. Manche waren nur einfache Ideen, andere waren schon ziemlich ausgereift und fast fertige Songs. Wir haben uns vom Gefühl leiten lassen. Zum Beispiel kam jemand mit einer Grundidee, und wenn jemand anderes ein gutes Gefühl dabei hatte, hat er oder sie daran weitergearbeitet. Und am Ende war jeder mehr oder weniger am Endergebnis beteiligt.“

Letzteres brachte jedoch erwartungsgemäß auch dezente Unstimmigkeiten mit sich. Erik: „Wir waren uns keineswegs sofort in allem einig; manchmal mussten wir Songs ein paar Mal überarbeiten und anpassen, damit alles für uns richtig klang. Aber wir sind erwachsen und haben großen Respekt voreinander, also finden wir immer eine Lösung. Ich würde sagen, die Zeit an sich war dabei die allergrößte Herausforderung. Jeder hat sein eigenes Leben und kann daher einfach nicht Monat für Monat im Studio verbringen.“

© Markus Eck, 02.08.2026

Photo Credit: Sabine van Gameren

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