Top
Special: Simon Michael
Titel: Top-Koop

So anspruchsvoll, voluminös als auch ebenen- und facettenreich die Produktion des neuen Feuerschwanz-Releases „Knightclub“ auch geworden ist, für diesen rundum spezialisierten, langjährig erfahrenen fränkischen Klangtüftler war die Arbeit damit und daran eine reine Freude.

Den allermeisten seit 2005 hauptsächlich als Schlagzeuger von Subway To Sally bekannt, arbeitete sich Simon über die Jahre seines musikalischen Wirkens auch zu einem angesehenen, geschätzten und respektierten Top-Produzenten immer weiter empor.

„Das Besondere an Feuerschwanz generell und auch an diesem Album ist einfach ein extrem hochwertiges Songwriting“, konstatiert der Studiosus mit klarer Wertschätzung.

„Viele Leute fragen sich ‚warum ist Feuerschwanz so groß geworden und so weit gekommen‘. So mancher kennt die Band noch von ihren Anfängen auf diversen Mittelaltermärkten, heute besetzen sie auf fast allen großen deutschen Festivals scheinbar ‚plötzlich‘ Headliner-Slots - was ist da bloß passiert? Der Grund sind wirklich gute Songs, gute Hooklines, gute Texte - es gibt einfach immer irgendetwas bei Feuerschwanz zu entdecken. Neben der Musik gibt es da vor allem auch tiefgründige oder sehr berührende Lyriken zu erleben, die sich nahtlos neben - ebenfalls qualitativ-hochwertige - humorig-lustige Texte reihen können. Das haben sie mit ‚Knightclub‘ diesmal wirklich absolut auf die Spitze getrieben.“

So ist beispielsweise der Titeltrack eher einer der lustigeren, partytauglichen Songs, so Simon. „Und dabei ist das Lied dennoch musikalisch gehaltvoll und eben hochwertig - das ist insgesamt etwas, wo man als Produzent vor der Band einfach den Hut ziehen muss. So viel Fleiß ins Songwriting zu stecken, das ist wirklich außergewöhnlich.“



Einfach ist es allerdings laut Statement des Mischpultmeisters trotzdem nie, Heavy Metal zu produzieren, wenn die Anzahl der Tonspuren die 100er Grenze überschreitet.

„Bei Feuerschwanz ist sehr viel Energie dahinter, sehr viel Motivation und sehr viel Professionalität - das bedeutet, wenn ich da im Produktionsprozess irgendetwas brauche von den Musikern, etwas Spezielles wünsche oder einfach etwas anders machen will, erhalte ich das rasch entsprechend umgesetzt wie gewünscht. Ich wiederhole mich also gerne: Die Band ist völlig zurecht da, wo sie von der Größe her jetzt steht. Ich schätze sie als fleißige Kollegen und Kolleginnen.“

Als dieses ausgesprochen produktive Dream-Team die erste gemeinsame Arbeit für und mit dem 2012er Album „Walhalligalli“ begann, musste Simon durchaus noch hier und da helfend ins Songwriting eingreifen, wie er sich zurückerinnert.

„Damals nahm ich auch noch die Drums für sie auf und erstellte entsprechende Sound-Designs. Mittlerweile läuft das eigentlich wie eine gut geölte Maschine - ich habe nur noch sehr selten grundlegende Dinge anzumerken. Es funktioniert rundum sehr gut zusammen - zudem haben wir noch den Vorteil, dass Feuerschwanz mit der gleichen Aufnahme- bzw. Bearbeitungs Software wie ich zugange sind, das ist absolut perfekt so. Da greift sozusagen ein Zahnrad passend ins andere.“



So ist „Knightclub“ das achte Feuerschwanz-Album, welches Simon produziert. Er bilanziert: „In diesen mehr als zehn Jahren hat sich natürlich immens viel geändert, was Technik und Möglichkeiten betrifft. So vieles ist durch die fortschreitende Digitalisierung für Musiker und Produzenten sehr viel besser geworden - und vor allem während der Corona-Zeit haben wir alle gelernt, auch über das Internet zusammenzuarbeiten.“ 



Was zudem auch eine maßgebliche Rolle spiel in der bestens funktionalen Konstellation „Simon Michael und Feuerschwanz“, so ist zu erfahren, ist der beidseitig willkommene Umstand, dass Subway To Sally und die Fantasy-Metaller um Hauptmann Feuerschwanz sich stilistisch in denselben Gefilden befinden. 



„Ja, zudem eint uns die ‚ethnische Verbundenheit‘ als Franken, so harmonieren wir halt auch menschlich erfreulich mustergültig.“ 


Als das Gespräch zum überaus heiteren Thema „Oppa Gangnam Style“ übergeht, breitet sich die pure, dual-lachend dialogisierte Lebenslust aus - ob der feuerschwänzig-unterhaltungsfrohen Coverversion des sagenhaft erfolgreichen Psy-Hits aus 2012. WTF, K-Pop goes Metal?

Grinsende Frage, grinsende Antwort: „Mittlerweile bin ich da ja schon gar nicht mehr zu überraschen. Wir brachten bereits diverse Coverversionen zusammen nach vorne, die ich anfangs wiederholt für jeweils unmöglich hielt. Als dann 2011 mit Sängerin Melissa Bonny die Nummer ‚Ding‘ von den Berlinern Seeed [ Stilbereiche: Reggae, Dancehall, Hip-Hop und Ska; Anm. d. Verf. ] umgesetzt wurde, ging das Cover-Ding so richtig durch die Decke. Definitiv ein Karriereschlüssel. Außergewöhnliche Coverversionen sind damit zur Tradition bei Feuerschwanz geworden - und in dieser Tradition steht natürlich jetzt auch ‚Gangnam Style‘. In der Originalversion hat das Stück ‚denkbar wenig Metal‘, und das zu ‚morphen’ ist uns nicht unbedingt im ersten Versuch gelungen … doch mit viel Hirnschmalz, noch mehr Humor und der grandiosen Idee, das Original im Musikvideo in weiten Teilen einfach nachzuspielen und damit in den LARP-, also ‚Live-Action-Rollenspiele‘-Modus zu bringen, gingen wir bewusst einem anderen kreativen Ansatz nach, den ich durchaus als gelungen bezeichnen möchte.“

© Markus Eck, 19.05.2025

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