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Special: SALTATIO MORTIS
Titel: Schwere Entscheidung

Als die Band Ende Februar verkündete, sich von Sackpfeifenspieler Luzi das L zu trennen, kochten schnell die Meinungstöpfe in der Gerüchteküche der großen Fangemeinde über - „Social Media at it’s best“, könnte man die ganze Reaktionsbandbreite augenzwinkernd titulieren.

Luzi ging daraufhin mit einem eigenen Video an die Öffentlichkeit, in welchem er wissen ließ: „Dies war und ist auch für mich ein Schock, welchen ich erst noch verarbeiten muss. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als die Entscheidung der Band zu akzeptieren.“

Verständlich, denn 14 Jahre als Bandmember bei einer etablierten Erfolgsgruppe wie Saltatio Mortis sind schon eine sehr lange Zeit mit vielen prägenden Erlebnissen. Dennoch, wenn Differenzen irgendwann definitiv unüberbrückbar werden, muss zu einem bestimmten Zeitpunkt einfach gehandelt werden.

Letzteres gilt auch in Sachen Kommunikation nach außen. Und so äußerten sich Frontmann Alea, Schlagzeuger Jean und Dudelsacker Falk am zwölften März zu den Beweggründen der gemeinsam - wirklich alles andere als überstürzt oder leichtfertig - getroffenen Entscheidung in einer neuen, immens hörenswerten Folge ihres Podcasts „Met & Moshpit“, um entsprechend Klarheit zu dieser aktuellen Entwicklung zu schaffen.

Luzi ging es offenbar schon länger psychisch nicht gut, ist da zu erfahren. So litt er seit geraumer Zeit an Depressionen und befand sich deswegen auch partiell in klinischer Behandlung, was er jedoch mit den Bandkollegen laut deren Aussage nicht kommunizierte - da war es absehbar, dass die damit multipel einher gegangenen Spannungen im Line-Up irgendwann kulminieren werden.

Der Konflikt schwelte schon länger, wie berichtet wird, und mit am meisten schmerzt alle Musiker in Saltatio Mortis die zwischenmenschlich stark defizitär gewordene Wertschätzung von Luzi an seinen Bandkollegen.

„Als Menschen wären wir für ihn jederzeit ersetzbar, so hat er einmal vor uns verlauten lassen - was uns echt komplett fassungslos gemacht hat.“ Da war das Maß dann für die Beteiligten voll.

Interessant zu erfahren ist auch der angebrachte Vergleich mit dem nach außen hin scheinbar perfekten Pärchen, das als Duo stets gut gelaunt ist und sich mit allen um sie herum prima versteht. So in der Art kennen es bestimmt einige:

„Sie haben eine wundervolle Beziehung, sind glücklich und alles ist schön. Alles was sie anpacken, scheint denen auch zu gelingen. Sie sind einfach ein super Team. Man freut sich auch immer wieder, sie zu sehen, weil sie so nett und sympathisch sind. Wenn man eine Bilderbuchbeziehung beschreiben müssten, dann wären es genau die. Eines Tages trifft man plötzlich auf einen von beiden und erfährt, dass sie sich getrennt haben, was einen völlig fassungslos macht in dem Moment. Wie konnte es - wie aus heiterem Himmel - denn nur dazu kommen? Und dann erfährt man auf Nachfrage, dass da eben nicht alles ‚Friede, Freude, Eierkuchen‘ war. Am Anfang war das ja schon auch noch so, man bemühte sich zusammen etc. - der andere war humorvoll, zuvorkommend etc. Wie in vielen Beziehungen auch, doch nach einer Weile haben sich in dieser - fiktiven - Geschichte Dinge verändert. Anfangs nur bei Kleinigkeiten, dann aber immer deutlicher. Und irgendwann hatte die Person, die man zuhause hinter der verschlossenen Tür erlebt, nichts mehr gemeinsam mit dem sympathischen Menschen, den man zuvor noch erlebt hatte - und den der Rest der Welt teilweise immer noch so erlebt. Denn nach außen schafft es die Person immer noch, nett und sympathisch zu sein und hat es drauf, richtig freundlich mit Menschen umzugehen. Nur eben zuhause nicht mehr. Wenn die Haustür erstmal zu ist, steht da ein anderer Mensch. Und der ist alles andere als nett. Und dieser Mensch sagt seiner anderen Hälfte in dieser Partnerschaft, dass genau sie ihn dazu bringt, so zu sein und dass er ja gar nicht so sein will, aber dass er nicht anders kann, weil das Verhalten der anderen Seite ihm gar keine andere Wahl lässt, als genau so zu sein bzw. genau so zu reagieren und merkt an, dass man sich mit ihm doch bitte mehr Mühe geben möge. So strengt sich die andere Seite mehr und mehr an, dem gerecht zu werden. Es wird sich dahingehend bemüht, keine Fehler zu machen. Über die Jahr wurde ja auch gelernt, was den Gegenpart auf die Palme bringt, und was mitunter auch dazu führt, dass tagelang Gesprächssperre aufrechterhalten wird. Aber - das hilft nichts, es genügt eine Kleinigkeit und es wird wieder unangenehm.“

Betont wird dabei, dass dies auch schon das „abschließende Statement zu diesem Thema sei“ und dazu künftig auch nicht weiter öffentlich kommentiert werden würde. Zeitgleich wollen Saltatio Mortis als Band nun gemeinsam mit neu komprimierter Motivation in die kommende Zeit gehen, das nächste Kapitel in ihrer Historie aufschlagen und gemeinsam hoffnungsvoll in eine positive Zukunft blicken. Die Live-Dates für das restliche Jahr entnehmt bitte der Band-Website bzw. den entsprechenden Online-Portalen.

© Markus Eck, 14.03.2025

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