
| Special: | Ozzy Osbourne |
| Titel: | Danke, Madman! |
„Und siehe, als der schwarze Fledermausthron mit dem Fürsten der Finsternis emporfuhr, gerieten die Menschen jubelnd in ekstatische, hypnotische Verzückung - und der Übervater der harten Klänge konnte selig seinen Abschied nehmen von der diesseitigen Musikwelt!“
So könnte man den allerletzten Konzertauftritt des einzigartigen John Michael Osbourne in biblisch-bedeutungsvoller Rhetorik darlegen, dessen Niederkunft im Birminghamer Stadtteil Aston auf den dritten Dezember 1948 datiert ist.
Ab 1969 mit den Giganten Black Sabbath sowie ab 1980 als multipel skandalträchtiger Solokünstler schrieb der Sänger mit dem signifikanten Organ unvergleichlich sagenhafte, maximal erfolgreiche Musikgeschichte - und versetzte Abermillionen von Fans global in anhaltend tiefe Trauer, als er am 22. Juli 2025 im Alter von 76 Jahren in seinem Haus im britischen Jordans mit geröteten Augen den Titel seines 1988er Duetts mit Lita Ford bittere Realität werden ließ: „Close My Eyes Forever“.
Mit diesem Tod, 17 Tage nach dem großen Black-Sabbath-Abschiedskonzert und Benefizfestival „Back To The Beginning“ am Samstag, den fünften Juli in Gründungsbesetzung im Villa Park in Birmingham, supportet von Größen wie Metallica, Slayer und sonstigen zahlreichen Gastmusikern und Bands, endete eine fast 60-jährige Musikerlaufbahn.
Beinahe sechs Dekaden Ozzy also, wie sie in einem Menschenleben ereignisreicher schwer vorstellbar scheinen - bekanntlich durchzogen von fataler Alkohol- und Drogensucht, mit mannigfaltigen Exzessen, verrückten Eskapaden, Verhaftungen, behördlichen Untersuchungen, Gerichtsverhandlungen, Knast, Entzugskliniken, etc. etc.
Und so begaben sich Osbourne, Lead-Gitarrist Tony Iommi, Tieftöner Geezer Butler, and Drummer Bill Ward ein letztes Mal schicksalsträchtig zusammen auf die heimatlichen Bretter.
Die Live-Lösung mit dem Thron war für Ozzy ein Muss, da er sich aufgrund einer Anfang 2019 bei ihm diagnostizierten Parkinson-Nervenerkrankung immer schwieriger auf den Beinen halten konnte, weswegen man ihn ab einem gewissen Zeitpunkt nur noch am Stock schreiten sah.
Der Erlös aus der Benefizveranstaltung erreichte die gigantische Summe von fast 190 Millionen US-Dollar - gespendet an ein Kinderkrankenhaus, ein Kinderhospiz und die Hilfsorganisation „Cure Parkinson’s“.
Aufgewachsen in einfachen Verhältnissen, erhielt der Kleine seinen Spitznamen „Ozzy“ bereits in der Schule, wo sich sein ganz eigener - ebenso liebenswert wie ziemlich sprunghaft - Charakter schon früh abzeichnen sollte.
Als er sich ab 15 ziemlich unprofitabel als Hilfsarbeiter - Klempner, Schlachter, Maler, Bestatter-Gehilfe usw. - durchzuschlagen begann, geriet er nachfolgend erstmalig mit dem Gesetz in Konflikt. Nämlich als Dieb und Einbrecher für sechs Wochen hinter Schloss und Riegel gebracht, nadelte er sich dort mit Graphitpulver seinen Spitznamen „Ozzy“ auf die Finger der linken Hand, was mit seiner markanten Stimme und schillernden Persönlichkeit als eines seiner Markenzeichen weltberühmt wurde.
Bis heute diskutieren nicht wenige Fans darüber, ob es für Ozzy nun riesengroßes Glück oder eher weniger gesamtheitlicher Segen war, dass er sich nach dem drogenbedingten Rauswurf bei Black Sabbath 1979 mit Sharon Arden zusammentat - der Tochter des ehemaligen Black-Sabbath-Managers und Jet-Records-Bosses Don Arden, die ihm zunächst diverse Schulden bezahlte und dabei auch gleich mit der Solokünstler-Idee ankam.
Kontakte waren zur Genüge da, so formierte sich die erste Blizzard-Of-Ozz-Kapelle um den Kehlenhelden mit Musikern von Rainbow und Uriah Heep. Insbesondere mit dem spielkulturell immens einflussreichen bis wegweisenden kalifornischen Supergitarristen Randy Rhoads, er kam von den Hard’n’Heavy-Rockern Quiet Riot, entstand eine herzig-innigliche, urtiefe Freundschaft.
Dessen tragisch-frühzeitigen Tod mit gerade mal 25 Jahren bei einem Privatflugzeugabsturz 1982 in Leesburg, Florida - Randy wurde gegen seinen Willen vom Tourbusfahrer Andrew Aycock zum Mitfliegen überredet - sollte Ozzy nie wieder verwinden. Kein Rausch, kein Trip dieser Welt konnte ihm diesen Verlustschmerz je wieder von der Seele nehmen.
Ozzys Musik selbst blieb davon glücklicherweise qualitativ unberührt, sogar ganz im Gegenteil, wovon nach dem wichtigen „Diary Of A Madman“ insbesondere die beiden überragenden Alben, „Bark At The Moon“ und „The Ultimate Sin“ künden - klassischer Heavy Metal wie aus dem Genre-Handbuch.
Egal, ob er nun Tauben- oder Fledermausköpfe abriss bzw. biss, 1982 vollberauscht und vielbeachtet in einem Kleid von Sharon (!) ans marmorne Alamo-Denkmal in San Antonio pinkelte, seine Lieder gar als „Aufforderung zum Suizid“ vor dem Kadi verhandelt wurden, Christen und Prediger seine Platten öffentlich verbrannten oder er sich in der zwischen 2002 und 2004 auf MTV ausgestrahlten Doku-Soap „The Osbournes“ mit Sharon sowie seinen Kindern Jack und Kelly in allen möglichen heimischen Lebenslagen preisgab und unvergessen im Bademantel „I’m the fuckin’ Prince of Darkness!“ skandierte:
Der Brite, der oft auch grinsend „The Madman“ gennant wurde, war trotz aller partiell provokanten Image-Stärke einer derjenigen, die überwiegend vollkommen kompromisslos für den Heavy Metal lebten und sammelte mehrfach Platinauszeichnungen ein.
Als 1996 die Ozzfest-Tour von Sharon und Ozzy ins Leben gerufen wurde, nachdem Lollapalooza den Meister niemals hatte haben wollen, sollte diese von 1996 bis 2018 beinahe jährlich zum illustren Treffpunkt für eine ganze Vielzahl an Hardrock- und Heavy-Metal-Acts werden und die Bedeutung von Mr. Osbourne nur noch gewichtiger und größer machen.
Neben Lemmy Kilmister von Motörhead mindestens ebenso oft als „Godfather of Metal“ zitiert, ist das Vermächtnis dieses Jahrhundertvokalisten im wahrsten Wortsinne auch weit genreübergreifend monumental - da erscheint es nur angemessen, dass er in den Herzen ganzer Fan-Heerscharen bewundert und geliebt weiterlebt.
© Markus Eck, 27.07.2025
Photo Credit: Ross Halfin
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