
| Special: | Hedi Xandt |
| Titel: | Abseits von Standards |
Er kreierte bereits das Artwork für das 2024er Solo-Debütalbum „Vermillion“ von Sängerin Simone Simons, nun verblüfft Hedi Xandt die Augen mit dem zeitlosen Cover-Bild zum neuen Epica-Langspieler „Aspiral“. Der von Hamburg in die Welt hinaus arbeitende, interdisziplinäre Künstler etablierte sich in der internationalen Kunstszene mit einem einzigartigen Stil, zu seinen Klienten zählen auch Größen wie Beyoncé, Parkway Drive und Ghost.
Wie gefällt Dir das neue Album von Epica?
Um ehrlich zu sein, würde ich niemals Artwork für eine Band oder Musik machen, mit der ich mich nicht identifizieren kann. Das würde auf allen Ebenen einfach nicht passen. Ich bin ja auch kein Illustrator, für den ein Album nur ein weiterer Auftrag ist. Ich nehme mich der Sache ganz an, sowohl der Musik als auch den Künstlern dahinter. Glücklicherweise ist mein Musikgeschmack ein sehr weites Feld, das mit voranschreitendem Alter auch immer größer wird - gute Musik kennt keine Genres oder Grenzen und eine der größten Freuden im Leben ist es, sie zu entdecken. Das neue Album von Epica ist sprichwörtlich ein Griff nach den Sternen - ein künstlerischer Aufbruch in neue Gefilde, für alle Beteiligten und vor allem für die Fans der Band. Ich bin begeistert.
Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit und wie lange hast du insgesamt daran gearbeitet?
Mein sehr guter, langjähriger Freund Emir Medic ist für das Styling der Band und die grandiosen Looks von Simone verantwortlich, ich habe ihn im Sommer 2022 nach Wacken begleitet und wir hatten dort einen wunderbaren Tag mit der Band. Da war uns allen eigentlich schon klar, dass wir einmal zusammenarbeiten müssen - dass es direkt das nächste Studioalbum werden sollte, war fast ein Zufall und ist über die gemeinsame Liebe zu Stanislaw Szukalski „passiert”. Wir haben von Anfang an sehr intensiv am Konzept für das Artwork zusammengearbeitet, das war im Frühjahr 2024.
Musstest Du erst darüber nachdenken oder warst Du sofort einverstanden?
Das war ein totaler No-Brainer, ich habe natürlich sofort ja gesagt.
Es hätte auch eine stehende Skulptur sein können, aber es ist ein zeitlos inspirierendes Arrangement von Material und Menschen geworden. Wie ist die Idee für das Motiv entstanden und welche Symbolik zeigt es?
Nun, im Grunde genommen ist es eine Skulptur, nur eben nicht in einer erwartbaren Weise. Es ging letztlich darum, ein Symbol zu finden, welches das Streben und die Ambition des Menschen transportiert - und die damit verbundenen Opfer. Aber das ist nur ein Aspekt des „großen Ganzen”. Das Artwork ist eben keine Illustration, sondern funktioniert als Einheit mit den Tracks des Albums. Deswegen will ich auch gar nicht allzu sehr auf meine oder unsere Intentionen eingehen, jeder soll für sich selbst entdecken, was in „Aspiral“ steckt.
Welche Materialien, Werkzeuge und Farben kamen zum Einsatz?
Ich habe viel mit prozeduralen Texturen gearbeitet, die sich durch die Musik bedingt formen und damit die „Kontrolle” über viele Details an den Klang abgegeben. Das war eine Grenzüberschreitung, ein Experiment, das sich gelohnt hat.
Man könnte dabei sofort an die „Himmelsscheibe von Nebra“ denken.
Die Himmelsscheibe von Nebra und ihre Herkunft sind ein großes Mysterium, sie ist gleichzeitig eine wissenschaftliche Sensation als auch ein ästhetisches Wunder. Das ist genau die Qualität, die wir für unser Symbol gesucht haben. Einfach und doch komplex.
Neun funkelnde Stacheln durchbohren neun dunkle Hände und fixieren sie in ihrer gierigen Position in einem sanft bewölkten Himmel - ist das vielleicht eine Warnung?
Jede Veränderung - ob persönlich, künstlerisch, evolutionär oder zivilisatorisch - ist mit Opfern verbunden. Und jeder Schritt nach vorn, jeder Triumph ist auch gleichzeitig eine Warnung, dass es der letzte sein könnte.
Die gerippte Oberfläche der dunklen Hände erinnert an die evolutionäre Genialität von Gecko-Füßen - sie können damit auch an Glas hochklettern.
Existenz ist wellenförmig: Aufschwung, Abschwung. Mehr kann ich eigentlich nicht dazu sagen, außer vielleicht dass alles, was wir tun, ein Echo im Universum erzeugt. Den Vergleich mit Geckos finde ich interessant. Schließlich kennen wir als Menschen immer nur weiter, höher, schneller. Dem Gecko ist das egal, er bewegt sich auf einer Wand als gäbe es kein unten oder oben. Mich würde es nicht wundern, wenn er sich auch in der vierten Dimension so frei bewegen könnte.
Es könnte zeitloser nicht sein, ein Werk wie dieses wird auch in Abertausenden von Jahren noch als Blickfang gelten, aber es könnte auch schon vor Tausenden von Jahren entstanden sein. Ist das genau das, was du im Sinn hattest?
Das ist immer mein Anspruch. Ich bin mir bewusst, das meine Artworks oft „ungemütlich” sind, weil sie nicht unbedingt einem geläufigen Standard entsprechen, aber mir geht es um mehr als nur einen netten „Eye-Catcher” zu gestalten. Für mich ist das Artwork eines Albums schon immer sehr eng mit der Musik verbunden gewesen, und muss genau so zeitlos sein.
Was hat die Band gesagt, als du dein großartiges Werk präsentiert hast?
Wir haben von Anfang an sehr eng zusammen gearbeitet und uns intensiv über unsere Gedanken zum Thema des Albums ausgetauscht. Ich habe viele Ideen präsentiert, und bei dieser einen hat es einfach sofort klick gemacht. Ich muss sagen, noch nie war die Zusammenarbeit mit einer Band so ergiebig und ganzheitlich wie mit Epica.
Wunderbar werden es viele finden, dass dieses kraftvolle, tiefgründige Bild ohne Logo und Albumtitel zu sehen ist.
Nun, ich würde sagen für diese Herangehensweise gibt es zwei Hauptgründe, die vielleicht auf den ersten Blick - vor allem für Die-hard-Fans der ersten Stunde - nicht ganz ersichtlich scheinen. Zum Einen ist für mich die LP der Ausgangspunkt des gesamten Projekts: Die Einheit aus Musik, Artwork, Druck und Veredlung, eigentlich das perfekte künstlerische Produkt, weil es in einer großzügigen Form alles vereint, was es braucht, um das Gesamtkunstwerk zu erfahren. Für mich war es schon immer das tollste, eine mysteriöse LP aus ihrem Sleeve zu nehmen, aufzulegen und beim Hören das Artwork der Platte zu inhalieren. Das ist immer wieder eine unglaubliche Erfahrung. Und hier ist mein Ansatz einfach: Wir brauchen keinen Text, wir brauchen kein Logo. Hier geht es nicht um die Marke, hier geht es um das Kunstwerk. Konzentration und Fokus auf das Wesentliche. Das hält frisch und macht es kraftvoll. Und zum Anderen: Wir leben - leider - in einer Welt, in der Musik zu 90 % über Streaminganbieter on-the-go konsumiert wird. Das heißt, wir sehen das Cover gar nicht mehr so oft auf prachtvollen 31 x 31 Zentimetern oder im Format einer CD-Hülle, sondern auf einem mickrigen Thumbnail in iTunes oder Spotify. Hier gibt es alleine durch die Wahrnehmung schon ganz andere Maßstäbe, wie ein Artwork funktionieren muss. Hier ist es wichtiger, dass ein Cover unverkennbar ist. Ich denke, das ist uns gelungen.
© Markus Eck, 17.03.2025
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