
| Interview: | Hauptmann Feuerschwanz |
| Titel: | Ein Leben lang lustig |
Auf ihrem allerneuesten Albumteller „Walhalligalli“ zeigen sich diese scherzfreudigen Erlanger Schlitzohren und Met-Fetischisten also von der bislang am meisten ausgereiften künstlerischen Seite. Und damit zeigen die bekanntlich nicht wenig humorigen Mittelalter Rocker zugleich effektiv auf, dass die langen Tage des musikalischen Erwachsenwerdens für sie abgeschlossen sind.
Dem aufgeweckten Anführer Hauptmann Feuerschwanz folgt der fidele Schlucker-Haufen nach wie vor mit voller Ergebenheit. Letzterer besitzt unter seiner Kettenhemd-Kapuze nicht nur einen ausgeprägten Familiensinn, wie er offenbart, sondern der Kerl scheint sich auch mit aller denkbaren Raffinesse durch sein unterhaltsames Dasein zu schlängeln.
Hauptmann Feuerschwanz, welches Erlebnis deiner Kindheit empfandest du als Wendepunkt zu dem hin, was du letztlich geworden bist?
„Na ja, das habe ich persönlich nicht bewusst erlebt. Aber bei meiner Geburt muss mein Vater, der General, so erschrocken sein, dass er mich ins Met-Fass hat fallen lassen. Manche sagen, er hat einen Lachanfall gehabt. Mir persönlich gefällt das ,Ehrfürchtig gelächelt‘ am besten, was aber keiner je erzählt hat. Auf jeden Fall wurde ich dann auch gleich ordentlich getauft. Und so wurde ich Hauptmann Schwanz. Den Beinamen musste man sich in unserer Familie erst noch verdienen.“
Vor was beziehungsweise wem hattest du als Knirps die allergrößte Angst?
„Das war unser Burgmetzger, der auch hin und wieder als Scharfrichter eingesetzt wurde. Vor dem hatten wir wirklich Respekt. Keiner weiß genau, wer oder was in diese Würste eingearbeitet wurde. Und er hat mich früher immer so komisch angesehen.“
War dein erster richtiger Kuss ein voller Erfolg?
„Ja ich erinnere mich vage an unser erstes Metfass-Drehen. Das war glaube ich auf der Burggrafen-Freizeit und ich war der einzige, der vier Fässer mit dabei hatte. Auf jeden Fall verschärften wir irgendwann die Regeln und bezogen die Stalltiere mit ein. Keine Ahnung, wer auf den Schwachsinn gekommen ist. Aber an meine Kindheit habe ich wenig Erinnerungen.“
Wurdest du für deine ersten musikalischen Versuche angebetet oder verspottet?
„Wir haben in unserer Familie immer schon gerne musiziert. Unser Vater, der General, übte mit uns immer Militärmärsche im Burghof. In früher Jugend wurde ich dabei als Trommel eingesetzt. Leider habe ich überhaupt an meine Kindheit wenig Erinnerungen.“
Welches weibliche Wesen hast du dich trotz größter Sehnsucht zu ihr niemals anzusprechen getraut?
„Das war im Kindergarten. Es war die Tochter vom Schankwirt und sie war so wunderschön! Blonde Löckchen und ein bezauberndes Lächeln. Ich bin immer in vollem Galopp an ihr vorbei geritten und habe sie dabei mit Schlamm bespritzt. Ich fand das damals einen unglaublich mutigen und schlüssigen Liebesbeweis. Heute weiß ich natürlich, dass ich ihr einen Met hätte anbieten müssen oder wenigstens einen gesüßten Wein ... und sie dann mit Schlamm bespritzen. Na ja, das war die Jugend, da darf man auch Fehler machen.“
Wie genau hast du dich vor, während und nach deinem allerersten Beischlaf gefühlt?
„Ja, es war die Tochter eines anderen Schankwirts und meinem gestrengen Vater General Schwanz war diese Verbindung ein Dorn im Auge. Er hatte mich in den Weinkeller eingesperrt und wollte mich erst heraus lassen, bis ich Vernunft angenommen hatte und diese langweilige Gräfin zum Tee eingeladen hatte. Ich leerte aus lauter Wut ein ganzes Fass Wein und entdeckte durch Zufall einen geheimen Gang, der direkt in besagte Schenke führte. Den Rest kann man sich ja denken, Knick Knack. Auf jeden Fall bekam ich nach jener Nacht ehrenhalber den Beinamen ,Feuer‘ verliehen. Warum, weiß ich eigentlich bis heute nicht genau.“
Kannst du dich an deinen allerersten verheerenden Vollrausch erinnern?
„Eigentlich habe ich an meine frühe Kindheit kaum klare Erinnerungen. Aber ich glaube, das war mein erster schlimmer entzündeter Zahn. Mein Vater holte den Hufschmied, der auch gleichzeitig der Zahnarzt war auf der Burg. Und weil der General ein mitfühlender Mann war, füllte er mich mit einem Fässchen Export-Met ab. Da muss ich so um die vier Jahre alt gewesen sein.“
Graut es dir vorm Zahnarzt?
„Nein, eigentlich nicht, seit meinem ersten Kindheitserlebnis gehe ich gerne zum Schmied, saufe mit ihm ein Fässchen aus und er darf mir dann einen Zahn ziehen.“
Wachst du manchmal selbst mit einem lodernden Feuerschwanz auf?
„Viele verstehen einfach unseren Familiennamen falsch. In unserem Wappen ist eben unser Ahnen-Drache Festistol abgebildet, der eindeutig einen feurigen Schweif besitzt. Natürlich sind wir eine temperamentvolle Familie und es fliegen oft die Fetzen. Meine Mutter wurde liebevoll eigentlich nur ,Der Drache‘ genannt.“
Wie gezielt bekämpfst du Erektionsprobleme?
„Wir Feuerschwänze besitzen zum Glück ein gesundes Selbstbewusstsein. Also für all die geplagten Männer sei einmal zur Beruhigung gesagt: Manchmal muss man sich einfach entscheiden zwischen Suff und Lanzenstechen. Aber diese Disziplinen zu vermengen bringt nur Unheil in eine Bettstatt.“
Dein sicherstes Versteck für Erotik-Magazine?
„In Knappe Lattes Schuhschränkchen ist ein todsicheres Versteck. Da besitze ich den legendären Playboy mit dem Shooting von Loreley. Absoluter Wahnsinn, immer noch Weltklasse!“
Mit welchem Hollywood-Star möchtest du gerne mal eine heiße Nacht verbringen?
„Ich finde, die Hollywoodstars sind einfach zu abgehoben. Die haben gar keinen Bezug mehr zu normalen erdenden Substanzen, wie eben Met. Was die sich so alles reinpfeifen, nein nein, das gibt doch nur Probleme.“
Was war dein bislang übelster Albtraum?
„Mich besuchte Joey DeMaio mal im Traum und sagte mir, dass ich mit ihm zusammen die Welt vor der Langeweile retten müsse. Es war eine unglaublich blutige Schlacht, in die wir uns zusammen stürzten. Die Langweiler versuchten uns mit Anti-Alkoholischen Getränken müde zu machen. Ich bin schweissgebadet aufgewacht und war riesig froh, als ich sogleich mein Reserve-Fass Met öffnen konnte.“
Hattest du schon mal Todesangst?
„Oh ja! Ich bin durch ein Versehen mal in ein Andrea Berg-Konzert geraten. Ich hatte wirklich Todesangst vor diesem Kerl!“
Wolltest du schon mal jemand töten?
„Ja, alle auf dem Andrea Berg-Konzert Anwesenden.“
Wer ist dein ärgster Feind?
„Wir von Feuerschwanz führen einen erbitterten Krieg gegen die Vertreter der Langeweile. Und die Töter der Phantasie. Da werden wir nicht ruhen noch rasten, bis die Langeweile endlich besiegt ist.“
Welches Stofftier von früher liegt heute noch bei dir mit ihm Bett?
„Es ist ein Hund in Form eines Met-Fässchens, den mein großer Bruder Major Schwanz mir mal zum Geburtstag geschenkt hat. Der Vorteil von dem süßen Tierchen ist, dass das Fass auch funktioniert und ein kleiner Zapfhahn mit dran ist. Der Hund heißt einfach Dr. Met.“
Welches war der schlimmste Streich, den du je jemandem gespielt hast?
„Eigentlich war es ein Versehen. Ich war beim Streber unserer Abschussklasse eingeladen. Ein unglaublich reicher Burggraf. Und ich wollte ihm die Party ruinieren, indem ich alle Getränke alleine aussaufe ... dabei habe ich dann diesen Kerzenleuchter umgestoßen, glaube ich zumindest. Na ja, er durfte auf jeden Fall bei uns in der Burg mitwohnen, bis seine irgendwann dann wieder aufgebaut war.“
Welchen Traum möchtest du dir unbedingt noch im Leben erfüllen?
„Ich würde gerne in einem Met-Fass den Atlantik überqueren. Viele Mitglieder meiner Familie sind berühmte Entdecker. Beispielsweise unser Onkel Wilbur, der schon immer hoch hinaus wollte.“
Das peinlichste Lied, welches dir je gefiel?
„Das Gefühl von Peinlichkeit ist meinem Wesen nicht bekannt. Vielleicht liegt das daran, dass wir von unserem Vater, dem General, schon sehr früh aufgeklärt wurden. Und zwar in Form von Schlachtenberichten aus dem ehelichen Schlafzimmer. Dabei ist mir das Lied ,Prima Nocte‘ eingefallen.“
© Markus Eck, 28.08.2012
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