
| Interview: | Hansi Kürsch |
| Titel: | Willkommene Herausforderung |
Die beständigen Chartstürmer um Sänger Alea melden sich diesmal zur Überraschung mit einem ganz besonderen Projekt zurück. So ist das neueste Album „Finsterwacht" der erfolgreichen Rocker eine medienübergreifende Kombination aus Konzeptalbum, Fantasyroman und Pen-and-Paper-Rollenspiel! Letzteres beinhaltet sogar die kreative Zusammenarbeit mit „Das schwarze Auge“.
Auch mittels musikalischer Gäste wie Hansi Kürsch von Blind Guardian, Christina Scabbia von Lacuna Coil als auch der amerikanischen Cellistin Tina Guo wurden Lieder kreiert, wie sie hörenswerter nicht sein könnten.
Wie Kehlenmeister Hansi guter Dinge zu berichten weiß, lag seine künstlerische Zusammenarbeit mit Saltatio Mortis an und für sich schon länger nahe, da die inhaltlichen Parallelen ja durchaus vorhanden sind.
„Wir teilen außerdem diverse Vorlieben auch außerhalb der Musik miteinander. Lässt man das aber einfach unbeachtet, sind wir schon über Jahre eng miteinander befreundet und wissen die Arbeit des jeweils anderen durchaus zu schätzen. Ich habe mich tierisch gefreut als die Anfrage von den Kollegen kam und es war für mich klar, dass ich mitmachen wollte. Ich musste nur schauen wie ich das in meinen Zeitplan eingebaut bekommen würde. Es hatte nach einigem Hin und Her dann aber auch ohne Probleme wunderbar funktioniert.“
Er und seine Bandkollegen bei Blind Guardian können und wollen sich momentan ohnehin nicht beschweren, wie Hansi konstatiert.
„Wir haben einen guten Run, sind gestern Nacht von einer sehr erfolgreichen Nordamerikatour zurück gekommen und freuen uns jetzt auf eine sehr entspannte Festivalsaison. Neben einigen wirklich großen Festivals dürfen wir im Juli auch zum zweiten Mal das Dong Festival in Neukirchen-Vluyn headlinen – ein Wald- und Wiesenfestival in direkter Nachbarschaft, das mir sehr am Herzen liegt. Wir sind im Moment an so vielen unterschiedlichen Baustellen zugange, dass es mir schwer fällt, unsere konkreten Plänen hier in ein, zwei Sätzen offen zu legen. Deshalb nur so viel dazu, wir veröffentlichen zum Wacken Festival eine neue Version des ‚Somewhere Far Beyond‘-Albums, die es in sich hat. Wer das Album nicht kennt, wird es lieben lernen. Der, der das Album im Laufe der drei Dekaden bereits lieben gelernt hat, wird sich neu verlieben.“
Apropos, da liegt die Erkundigung nahe, wie ihm als „Long-year Metallian“ die „Finsterwacht“ gefällt. Wir erfahren:
„Ich bin ja gerade erst von der Tour zurück und hatte noch keine Möglichkeit ins gesamte Album hinein zu hören. Das, was ich hören konnte, hat mich aber voll begeistert. Die konzeptionelle Idee zum Album ist phänomenal.“
Die Frage, ob er selbst auch gerne hin und wieder ein leidenschaftlicher (Rollen)Spieler ist, bringt den Vokalisten zum wonnigen Grinsen. „Ich kenne mich in der Rollenspielwelt witzigerweise überhaupt nicht aus. ‚Das Schwarze Auge‘, ‚Dungeons & Dragons‘ und ähnliche Spiele sind für mich leider immer sozusagen böhmische Dörfer geblieben. Ich fand die Idee der Spiele immer super, hatte aber nie die Zeit und Muße mich da einzuarbeiten. Für mich war Fantasy-Literatur als solche immer ausreichend genug als Inspirationsquelle. Ich bin aber im Thema Rollenspiel gut genug drin. Meine Bandkollegen in Blind Guardian haben diverse unterschiedlich stark ausgeprägte Faible für die unterschiedlichen Formen des Rollenspiels im Fantasybereich. Der Ober-Nerd in Blind Guardian, wenn es um den Bereich Brettrollenspiele geht, ist Frederik. Er ist riesiger ‚Dungeons & Dragons’-Fan.“
Für ihn ist es immer wieder spaßig seine Stimme in anderen Kooperationen als Blind Guardian zu hören, offenbart der Sänger. „Ich müsste auch passen, wenn mich jemand fragen würde, auf wie vielen fremden Alben ich eigentlich zu hören bin. Das sind einige, so viel weiß ich. Aus Freude an der Musik grundsätzlich und der Kreativität anderer Musik liebe ich es an solchen Projekten teilzunehmen und kenne da auch so gut wie keine kreative Hemmschwelle. Musik verbindet und soll inspirieren. Das ist mir wichtig. Ob die Band groß oder klein ist, rote oder gelbe Musik macht, ist für mich dabei nicht wichtig. Saltatio Mortis wissen, was sie tun, schreiben gute Songs und haben ein tolles Team, das die Vision der Band eins zu eins in perfekter Weise umsetzt. Jörg lebt die Thematik und das setzt Saltatio von den anderen Bands ihres Genres noch mal ab. Wenn Du einen Krabbenburger gut zubereiten möchtest, ist es gut, wenn Du weißt, wer SpongeBob Schwammkopf ist. Wenn Du den perfekten Krabbenburger zubereiten möchtest, musst Du eins werden mit SpongeBob Schwammkopf. So einfach ist das. Jörg ist Typ 2. Das macht den Unterschied. Musik, die atmosphärische Zusammensetzung und der Text passen dementsprechend in ‚Finsterwacht‘ wie Faust aufs Auge. Ich hab es dann wie der gute alte Plankton gemacht und mit Erfolg versucht, das Original zu kopieren.“
Im Song mit seiner Stimme dreht es sich um die „Finsterwacht“, laut Promo-Info „eine Kette von Wachtürmen in Aventurien, von wo tapfere Männer und Frauen die Lande der Menschen vor den gefährlichen Orks beschützen“ - das passt ja exzellent zum guten alten Blind Guardian-Topic.
„Das sehe ich auch so. Hier ist die inhaltliche Thematik zu Songs wie ‚Sacred World‘ oder ‚Time Stands Still‘ von Blind Guardian absolut gegeben. Von daher war es für mich auch kein Problem sich mit der Nummer zu identifizieren. Für mich ist genau das, das Spannende. Wie kann ich das umsetzen, was den anderen Künstler mit Blind Guardian und mir verbindet? Sieht man mal von der deutschen Sprache ab, musste ich mich hier nicht verbiegen und schon mal gar nicht neu erfinden.“
Befragt, welche Gemeinsamkeiten er hinsichtlich der episch weit ausladenden, opulent arrangierten Musik auf „Finsterwacht“ zu Blind Guardians „Legacy Of The Dark Lands“ ziehen kann, lässt Hansi wissen:
„Die inhaltlichen Parallelen zu ‚Legacy …‘ sind definitiv aufgrund des Konzeptalbumansatzes vorhanden. Thematisch ist das etwas anders. Wir brechen streng genommen mit ‚Legacy…‘ ein wenig aus unserer Fantasy-Welt aus, während Saltatio ja eher tiefer in ihre Fantasy-Welt eindringen. Fast schon umgekehrte Verhältnisse könnte man sagen. ‚Legacy …‘ hat ja doch einen starken Geschichts- und Philosophiebezug, während ‚Finsterwacht‘ klarer in einer anderen Realität angesiedelt ist. Musikalisch sieht das ähnlich anders aus, Saltatio bleiben im Großen und Ganzen ihren Instrumenten und damit ihrer Welt treu. Auf ‚Legacy…‘ findet das reguläre Instrumentenuniversum von Blind Guardian nicht statt. Das Ergebnis ist in beiden Fällen mehr als überzeugend. Nur darauf kommt es an.“
Im Titelsong des neuen Albums auf deutsch zu singen fühlt sich für ihn doch sehr ungewohnt an, sagt der Stimmbandkönner. „Gerade als Niederrheiner habe ich bei der Phrasierung einiger Wörter ja doch so meine Eigenheiten. ‚Nicht immer schön aber immer sympathisch‘, könnte man dazu sagen. In, sagen wir, 90 % aller Fälle, versteht man aber schon beim ersten Mal, was ich bestellen möchte. Die Aktion war in dem Sinne für mich also nicht hoffnungslos aber trotzdem ambitioniert. Allerdings habe ich tatsächlich schon mal auf einem In Extremo-Album bei der Nummer ‚Roter Stern‘ auf deutsch mitsingen dürfen.“
Ob er sich in die Songstory vertiefte bzw. was ihm beim Einsingen für das Lied im Studio durch den (Fantasy)Kopf ging - zu diesem Thema gibt es zu erfahren:
„Inhaltlich war ich drin, das war kein Problem. Die Betonung einiger Worte wie es deutschsprachige Bands in diesem Genre gerne machen, war der Anreiz und der Anspruch an mich. Das war mir von vornherein klar. Ich habe da aber mit Tommy Geiger einen Toningenieur, der mich dementsprechend durch die Produktion geprügelt hat. Ich bin Produktionsschmerz gewohnt. Dieser war überraschenderweise erträglich. Ansonsten habe ich mir nur Gedanken darüber gemacht, wie ich die Qualität, die Alea vorgelegt hatte, halten sollte. Ich hatte also eine ziemlich gute Vorlage.“
Leider fehlte Hansi die Zeit, um seine Zeilen im Saltatio-Studio einzusingen. „Ich habe das im gewohnten Blind-Guardian-Umfeld aufgenommen. Das geht schneller und ist für die meisten Sachen auch vom Ergebnis besser. Die Sachen waren von Saltatio Mortis perfekt vorbereitet. Da gab es in kreativer Hinsicht keine wirklich offenen Fragen. Wir haben mehrfach telefoniert, ich habe gesagt, was ich vorhabe oder wo ich gerade stehe, man hat das für gut befunden und mich machen lassen. Die nächsten Biere bei den nächsten Festivals, die wir gemeinsam spielen, gehen auf die Jungens, so viel steht fest. So viel zur Vorwarnung: In mich passt mehr Bier hinein als man denken möchte …“
So wird er sicherlich als Gast zu einem Konzert in seiner Nähe gehen, stellt der Sänger schon mal in Aussicht. „Ich möchte mir das doch gerne auf der Bühne anschauen - aber bin nicht böse, wenn ich nicht auf die Bühne muss. Ausgeschlossen ist ein eventueller Gastauftritt nie, wir sind nur noch immer schwer mit Blind Guardian beschäftigt, da würde mich gerade jeder Gedanke über andere Aktionen zu sehr stressen. Ich genieße auch gerne mal die Arbeit anderer und bin dann auch ein extrem enthusiastischer Zuhörer. ‚Finsterwacht‘ macht Lust auf mehr. Ich wünsche der Band einen Riesenerfolg mit dem Album und viel Spaß auf einer Megatour.“
© Markus Eck, 22.05.2024
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