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Special: Dag-Alexis Kopplin
Titel: Krasser Ritter

Als Sänger und Songwriter im Berliner Musikerduo SDP ist Dag – wie ihn Freunde und Fans nennen – insbesondere in Hip-Hop- und Rap-Kreisen, aber auch genreübergreifend hochgeschätzt. Offen bekennend hegt er seit jeher ein Faible für Fantasy- und Mittelalter-Rock-Acts.

So kam es, dass der Vielseitige, der vor allem gemeinsam mit Vincent Stein alias Beatzarre am Werk ist, als einsatzfreudiger Gastsänger im Titeltrack des neuen Feuerschwanz-Albums „Knightclub“ zu hören ist – und Dag ist sogar im dazugehörigen Musikvideo unterhaltungsstark zu sehen! Für ihn ist die Song-Partizipation bei Feuerschwanz etwas ganz Besonderes, wie er betont.



„Wir bei SDP machen ja alles selbst, sind komplett independent geblieben und haben daher auch kein Management, das uns beiden dies und das rät, vorschlägt oder vorlegt. Wenn man mit mir zusammenarbeiten möchte, muss man mich also vorher persönlich kennenlernen – und dann wird das ganz individuell entschieden.“

Als seine „Lieblingsband in der Jugend“ nennt Dag Subway To Sally.

„Das ging sogar über mehrere Alben hinweg, die ich so oft gehört habe, dass ich sie auswendig kenne. Saltatio Mortis hingegen – da hatte bei uns im Freundeskreis damals nur einer eine CD. Deshalb bin ich da nicht so tief in der Diskografie. Auch die Metalszene insgesamt hatte ich immer irgendwie im Blick, aber das Ganze gab mir am Ende einfach zu wenig, als dass ich mich intensiver damit hätte beschäftigen wollen. Feuerschwanz begegneten mir erstmals um 2020 mit ihrem ‚Ding‘-Cover [im Original von der Berliner Reggae/Dancehall-Band Seeed, 2005; Anm. d. Verf.], und das gefiel mir sofort. Ich selbst ‚toaste‘ nämlich auch sehr gerne über Rap- und Reggae-Beats – und Feuerschwanz machten das genau so, wie es sich für mich stimmig anhört. Als ich sie dann im Video und mit ihren Outfits sah hatte ich gleich das Gefühl: Die nehmen sich selbst nicht allzu ernst – ganz im Gegensatz zu ihrer Musik, die sie mit viel Leidenschaft sehr ernst nehmen. Das war mir sofort sympathisch!“

Im weiteren Verlauf schrieb der Sänger Feuerschwanz dann kurzerhand über Facebook an, wie er erzählt – etwas, das er nach eigener Aussage beileibe nicht jeden Tag tut: „Ich stellte mich kurz vor, sprach ihnen meine Anerkennung aus und ließ wissen, dass ich mich freuen würde, wenn man sich mal begegnet und zusammen ein Bierchen, oder ein Horn Bier, leert. Gitarrist Hans antwortete überraschend schnell, und sofort spürte ich eine herzlich nette Offenheit, die mir merklich guttat. Wir verblieben harmonisch mit einem ‚Man sieht sich‘ – und dann kam Corona. Für mich persönlich, meine Familie und so einige enge Freunde war das eine ziemlich schlimme Zeit, der reinste Albtraum. Irgendwann meldete sich Hans dann wie aus dem Nichts wieder bei mir. Ich lud ihn daraufhin ein, eines unserer Konzerte zu besuchen, damit er SDP mitsamt dem ganzen Stilmix näher kennenlernen konnte. So kamen er und Geigerin Johanna gerne zu unserer Show, frisch am damaligen Open-Air-Tourstart zum 25-jährigen Jubiläum, um genauer herauszufinden und zu verstehen, was genau wir so machen. Es war ein toller Abend – wir verstanden uns auf Anhieb prima und waren uns schnell einig: Wenn es musikalisch und zeitlich passt, wollen wir unbedingt etwas Künstlerisches zusammen machen.“

Und so sollte es sein: Eines Tages erhielt Dag die Anfrage mit der Songidee zu „Knightclub“.

„Anfangs wollte ich den Song eigentlich gar nicht machen. Er erschien mir zunächst zu ‚single-mäßig‘. Doch mit der Zeit wuchs die Idee in mir, nahm immer mehr Raum ein, und ich sagte schließlich zu. Für mich wurde ‚Knightclub‘ zum ‚Magic-Song‘. Feuerschwanz und ich lernten uns daraufhin konkret online kennen, tauschten uns über verschiedenste Themen aus, und so kam ich auch mit Ben Metzner, Sänger, Akustikgitarrist etc., tiefer in Kontakt. Er meinte, ich solle die Strophe im Lied singen. So laufe das bei ihnen immer: Sie schreiben einen Song, und der eingeladene Sänger übernimmt dann seinen Part. Dabei stellten wir fest, dass es im Rock- und Hip-Hop-Bereich beim Thema Strophen ganz unterschiedliche Herangehensweisen gibt. Das hat uns beide total geflasht und wir beschlossen, noch enger zusammen an dem Song zu arbeiten, auch am Text. Ich befand mich zu der Zeit gerade im Urlaub in meinem kleinen Häuschen in Schweden und konnte meinen Ideen freien Lauf lassen. So kam ich etwa auf die Zeile ‚Drinks in die Rüstung scheppern‘, was begeistert aufgenommen wurde. Als der Track im Laufe der gemeinsamen Arbeit immer größer und fetter wurde, erreichte mich die Nachricht, dass es auch ein richtiges Musikvideo dazu geben würde, mit Pferden und allem Drum und Dran, ich würde darin sogar eine Ritterrüstung tragen! So wurde sozusagen ein Traum nach dem anderen für mich als passionierter Mittelalter-Fan und Fantasy-Nerd wahr. Auch der Videodreh selbst wurde zu einem fantastischen Erlebnis. Ich war mit ganzem Herzen dabei, überglücklich und sowas von herrlich berührt. Alle Beteiligten waren einfach komplett super. Bis dahin kannte ich von Feuerschwanz ja nur Hans, Johanna und Ben. Umso schöner war es, das gesamte Team kennenzulernen. Ein rundum überwältigendes Erlebnis.“

© Markus Eck, 13.06.2025

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