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Band: IRMINSUL
Titel: Irminsul
Genre: Viking Folk Metal
Label: Det Germanske Folket
Format: Album CD
Punkte: 10 / 10

Ihren hochmelodischen und herrlich verspielten Viking Folk Metal gestalteten diese Schweden bereits auf den beiden ersten Demonstrationstonträgern „Vinterskalder“ und „Urberg“ nach betont ästhetischen Gesichtspunkten. Kenner spürten gleich: Da war noch viel zu erwarten. Und siehe, so kam es auch.

Vor einiger Zeit konnte der vom Trio zum Quartett angewachsene Notentrupp auch einen Musikverlag von seinen musikalischen Kompetenzen überzeugen, welcher demnächst das vorliegende Debütalbum „Irminsul“ im ersten Quartal 2009 offiziell auf den Markt bringt. Der Erfolg scheint geradezu vorprogrammiert, denn „Irminsul“ zählt eindeutig und unstrittig zum Allerbesten, was der internationale Untergrund des Metiers in den letzten Jahren bislang so hervorbrachte. Ach, was heißt, in den letzten Jahren - seit es Pagan-, Viking- oder Folk Metal überhaupt gibt, tauchten erlaucht majestätische Geniestreiche wie dieser prachtvoll funkelnde Klangschatz hier nur äußerst selten auf.

Was für eine Pracht, was für ein Erlebnis! Da müssen die alten Götter ihre Fäden gezogen haben. Vier Mann und ein Fräulein namens Linda Fagerberg also bringen uns hier ihre individuelle Version von dieser Stilistik nahe, und Irminsul können mich dabei wie erwähnt gleich auf ganzer Linie mit ihrem stilvollen Material überzeugen. Erhaben und getragen bewegen sich die nuancenfreudigen Kompositionen, und die eindeutige Stärke der hörbar mit großem intuitivem Können gesegneten Gruppe liegt eindeutig darin, den Hörer mit schwungvoll galoppierenden Rhythmisierungen zu erquicken.

Mittels intelligent vollzogener Zuhilfenahme von labend symbolschwangeren Keyboard-Klängen von hochepischer und schwelgerischer Anmut können mit Bravour zusätzliche aufbauende Akzente gesetzt werden. Überhaupt, der ganze vollauf stimmige Irminsul-Sound fasziniert mich darüber hinaus nicht nur durch die atemberaubend homogen vollbrachte Anordnung seiner vielen klanglichen Bestandteile, sondern auch durch die Vielseitigkeit der mit unendlich viel Liebe kreierten Gesangslinien.

Primär werden die Stücke dieser genussvollen und zeitlosen Schöngeisterplatte nämlich zwar rau, kernig und zornig vokalisiert, doch auch eine erfreuliche Anzahl an nicht selten gar jauchzend frohlockenden Klargesangslinien höchst ungekünstelter und natürlicher Anmut fand auf „Irminsul“ breitenträchtig Einzug. So, als gälte es etwas wirklich Hochrangiges zu feiern, so hört sich das hier an.

Und in der Tat, „Irminsul“ ist mehr als ein Grund zum ausgelassenen Feiern, die verführerische Edelplatte ist ein echtes Juwel der Zunft! Ich sage sogar, die ganzen Stimmbandklänge der Akteure wirken stets hochgradig ansteckend in Sachen Steigung des Stimmungsbarometers, denn solcherlei köstlicher Variantenreichtum an austrainierter Kehlenkunst ist im Genre wirklich allzu selten zu finden, wenn überhaupt. Als vollständig tragendes Instrumentarium bemerkenswert clever eingesetzt, machen die aufwühlenden Gesänge also auf „Irminsul“ einen Großteil des immensen Hörgenusses aus.

Auch die profunde Gitarrenarbeit kann jederzeit als absolut vortrefflich bewertet werden, und das gilt sowohl für Strom- als auch Akustik-Klampfen. Eigentlich ist es ja wirklich kaum zu glauben, wie gut und wohltuend sich solcherlei Musik doch eigentlich anhören kann – wenn eben, wie hier, die Richtigen am Werk sind. Erfüllt von grenzenloser Passion, motiviert von ehrlichem Schaffensdrang und beseelt von der Gewissheit, künstlerisch das Richtige zu tun. Für mich steht nun nach dem dritten Durchlauf dieser einzigartigen CD fest: Irminsul stecken 99 % der Bands aus dieser musikalischen Richtung locker in den Sack.

© Markus Eck, 07.11.2008

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Rating scale:
10 • Timeless perfection
9 • Impressing awesomeness
8 • Great performance
7 • Solid stability
6 • Decent try
5 • Uninspiring mediocrity
4 • Failed presentation.
3 • Insubordinate badness
2 • Terrible impertinence
1 • Superfluous futility
0 • Painful ear-torture

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