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Band: RUNNING DEATH
Titel: Overdrive
Genre: Thrash Metal
Label: Punishment 18
Format: Album CD
Punkte: 9 / 10

Dieses glänzende Debütalbum stellt eine der originellsten, interessantesten und hörenswertesten Veröffentlichungen des betont anspruchsvoll bespielten Thrash-Genres dar, welche es seit langer Zeit in die Ohren geschafft hat.

Dafür zeichnen nicht zuletzt auch die außergewöhnlichen Vocals von Gitarrist Simon verantwortlich, dessen Gesang eigenständiger nicht sein könnte. Während andere sich ständig die Seele aus dem Leib schreien, gibt sich der Running Death-Frontmann nämlich viel lieber durchgehend seiner Individualität hin.

Die spritzigen Saitenduette mit Co-Six-Stringer Julian treiben auch in den eher progressiv angelegten Strukturen der Scheibe haufenweise top getaktete Riff-Salven ins Ohr. Auch Drummer Jakob hat so einiges drauf. Er setzt neben ergiebig professionellem Spiel vielfach überraschende Akzente, was präzisionssüchtigen Rhythmusfetischisten eins ums andere Mal salzige Freudentränen in die geröteten Augen treiben dürfte. Anhänger von Megadeth und den guten alten Intruder sollten bei dem vortrefflichen Repertoire der bayrischen Könner voll und ganz auf ihre Kosten kommen.

Der gelungene Mix aus den Vorzügen der alten Schule, zeitloser Spielkultur, feinsten Melodien und einer gehörigen Portion an Ideenreichtum ermöglicht der oftmals wunderbar quirlig agierenden Band riesengroßen Entfaltungsspielraum. Und auch die wunderbar hitverdächtigen Tonleiter-Übergriffe der zu höchster Eingängigkeit entschlossenen Truppe sind von lecker erfrischender Andersartigkeit.

Letzteres gilt ebenso für das aussagekräftige und grafisch wunderbar stimmige Frontcover-Artwork der Platte, mit dem sich Running Death auf merklich überlegte Weise von der breiten Masse der Konkurrenten abzuheben wissen. Der willkommene Haufen aus Kaufbeuren zelebriert seine unvergleichliche Mischung aus Talent, Intellekt, Klasse und Innovation sowieso mit unerhört viel Freude an der eigenen Kunst.

Und das wirkt hochgradig ansteckend. Wer das nun persönlich genauer überprüfen möchte, der fühle sich von mir ebenso herzlich wie auffordernd dazu eingeladen, sich von den Songs auf „Overdrive“ wonnig beglücken zu lassen.

© Markus Eck, 22.04.2015

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Rating scale:
10 - Timeless perfection.
9 - Impressing awesomeness.
8 - Great performance.
7 - Solid stability.
6 - Decent try.
5 - Uninspiring mediocrity.
4 - Failed presentation.
3 - Insubordinate badness.
2 - Terrible impertinence.
1 - Superfluous futility.
0 - Painful ear-torture.

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