Band: NORDAFROST
Titel: Dominus Frigoris
Genre: Black Metal
Label: Eigenpressung
Format: EP CD
Punkte: 7 / 10

Dieser nur noch dreckige und hämische Eisbastard von einer 21minütigen EP hat es verdammt in sich. Wenn man also nicht genug auf der Hut ist, schieben sich die sechs enthaltenen Song-Eiszapfen in die akustischen Wahrnehmungssinne und frosten nachfolgend sämtliche Sinne.

Nordafrost formierten sich Ende 1996 in Hagen bei Nordrhein-Westfalen zu einer überaus ambitionierten Musikervereinigung, um laut eigener Aussage intensive, frostige Atmosphäre mit minimalistischer Instrumentierung zu schaffen. Lobenswerte Intention, finde ich. Und Vorhaben vollkommen geglückt, kann ich da nur sagen. Die verdrießlich kurze Spieldauer ihrer donnernden Kühlscheibe wird von dem total aufgebrachten Satans-Trio jedoch durch schier unbremsbaren Enthusiasmus und sämtliche Knochen brechender Spielfreude mit Leichtigkeit wettgemacht.

So entstand rasender Black Metal mit köstlich bestialischem Biest-Charme, der über den zugefrorenen See sämtlicher Tränen, die um den Untergang dieses Metiers geweint wurden, dahin prescht. Gefällt mir sehr. Und „Dominus Frigoris“ gefällt bestimmt auch vielen Hörern, die auf stark norwegisch akzentuierten Schwarzstahl mit massiver teutonischer Klangkomponente abfahren.

Sehr gut platzierte Breaks sorgen auf der Scheibe immer wieder für Geschwindigkeitsreduzierungen, welche jedes Mal recht dankbar angenommen werden, damit die entfesselte Riff- und Drum-Raserei endlich wieder frisch von vorne beginnen kann. Kompromisslos verherrlichter Welthass, welcher sich mit nordischem Frost zusammentut, ergibt eben Musik, wie sie hier zu hören ist. Und genau so muss das klingen. Durch und durch eiskalt, grenzenlos verabscheuend, vollkommen gehässig, machtvoll erhaben und daher auch kompositorisch überlegen.

Selbst keifgesanglich geben sich Nordafrost hier keinerlei Blöße. Die mit einem Label Marke Eigenbau beklebte CDR weist ein für selbst gebastelte Verhältnisse außerordentlich gutes und qualitativ hochwertig gedrucktes Frontcover auf. Das Bandlogo sieht mir zudem sehr nach Dragon Design beziehungsweise Michael Schindler aus.

© Markus Eck, 17.12.2003

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