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Band: NEBELHORN
Titel: Gen Helwegs Grund
Genre: Viking Metal
Label: Eigenpressung
Format: Album CD
Punkte: 10 / 10

Einen regelrechten qualitativen Quantensprung zum Vorgängerwerk „Utgard“ hat Nebelhorn-Hauptinitiator und Gitarrist Wieland mit dem neuen Werk „Gen Helwegs Grund“ gemacht.

Der bärtige Viking Metal-Streiter für gute alte heidnische Lebenswerte, der hier auch inbrünstig singt sowie die viersaitigen Tiefton-Axt und die Keyboards versiert zum klingen bringt, scheint eine von unzähligen brillanten Geistesblitzen erfüllte kreative Phase für diese Kämpferscheibe absolviert zu haben. Für dieses auch äußerlich hervorragend aufgemachte Wahnsinnsalbum spielte er mit Hilfe von zwei Gastmusikern acht abartig gehaltvolle Hit-Kompositionen ein, denen es weder an aufgebracht rauem Gesang, zündend furioser Gitarrenarbeit und mitreißend hymnischer Melodik noch an opulent arrangierter Epik und leidenschaftlicher thematischer Hingabe mangelt.

Mit das Schönste: „Gen Helwegs Grund“ kupfert absolut nirgends ab. Die stilistisch faszinierend homogene Silberplatte bedient sich auch nicht schamlos in der Requisitenkiste des Genres, sondern setzt ureigene prägende schöpferische Akzente. Anleihen bei Falkenbach sind zu hören, doch diese wurden in konsequent eigenständiger Weise zu herrlichen Individualklängen umgesetzt.

Wer beispielsweise an den fünften Song „Walhall“ herantritt und diese ganz spezielle Art von Musik aus ehrlichem Herzen heraus sowieso über alles liebt, der sollte ihn laut genug hören. Denn man erfährt hier eine wahre Wonne an erzheidnischer Passion: Bei diesem so einiges überragenden Hammersong bläst ein zischend schneidender Sturm an ergötzlich donnernden Rhythmusattacken, die ekstatische Ausmaße annehmen, kraftvoll von einem Ohr zum anderen und wieder zurück.

Enthusiastisch inszenierte Chöre fahren beherzt zwischen das entfesselte Geprügel und strahlend festliche Tastenuntermalung sorgt für heldenhaft-feierliches Ambiente. Doch nicht nur „Walhall“, dieses wirklich superfeine Stück, sondern auch alle anderen Nebelhorn-Hymnen auf „Gen Helwegs Grund“ zählen für mich zum Allerbesten, was je an Viking Metal aus Deutschland überhaupt kam.

Auch der trotz aller erbosten Grimmigkeit und lustvoller Rauheit gut verständliche Kriegergesang von Meister Wieland ist nicht nur stimmlich wohltuend vielfältig, sondern schlicht gesagt perfekt inszeniert. Er setzt jedem Lied die gebührende Vokalkrone auf – und die fesselnden Songtexte auf „Gen Helwegs Grund“ sind vom Allerfeinsten. Hier saust also ein wahrer Heidenhammer hernieder. Künstlerischer Verdienst für dieses Metier: Riesengroß.

© Markus Eck, 22.11.2005

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Rating scale:
10 - Timeless perfection.
9 - Impressing awesomeness.
8 - Great performance.
7 - Solid stability.
6 - Decent try.
5 - Uninspiring mediocrity.
4 - Failed presentation.
3 - Insubordinate badness.
2 - Terrible impertinence.
1 - Superfluous futility.
0 - Painful ear-torture.

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