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Band: ARMORY
Titel: Empyrean Realms
Genre: Melodic Power Metal
Label: Metavania
Format: Album CD
Punkte: 9 / 10

Pure Melodic Power Metal-Schönheit! Der aktuelle Nachfolger zum 2007 erschienenen Hammeralbum „The Dawn Of Enlightenment“ strotzt geradezu vor dem Trachten nach flüssigen Strukturen, melodischen Kunststücken und majestätisch erhebenden Aufbruchsstimmungen.

Sehr gut, dass sie sich die nötige Zeit ließen dafür, denke ich mir beim Hören des äußerst gehaltvollen, reifen und vielfach spannenden Ästheten-Materials. „Empyrean Realms“ zeigt die Talentband aus Townsend, Massachusetts, in bester Tradition der 80er Heavy Metal-Glanzjahre. „Euro-Style“ nennen das auch nicht wenige. Progressive Anleihen nutzen Armory ganz dezent und daher glücklicherweise auch jederzeit völlig nachvollziehbar, um ihren ultradynamischen und belebend schwungvollen Sound noch interessanter werden zu lassen.

Verarbeitet wurden für die neun neuen Songs auch diverse typische Elemente aus dem Epic- und Symphonic Metal-Bereich. Der knapp füneinhalbminütige Opener „Eternal Mind“ legt maximales Höchstniveau vor, daher gebe ich das mitreißende Lied nur zu gerne als Anspieltipp. Sänger Adam Kurland überwindet auch im Folgenden scheinbar immer wieder sämtliche maskulinen Grenzen, um die Hörer mit seinem glasklaren Organ an einem Höhenflug nach dem anderen teilhaben zu lassen. Irgendwie ertönt seine betörend kunstsinnig klingende Stimme wie eine Kreuzung aus Andre Matos damals bei Viper und Michael Kiske zu seligen „Keeper“-Zeiten.

Joe, der musikalisch ebenso mordsfitte Bruder von Goldkehle Adam, hat es auch voll drauf! Er ballert mit seinem Gitarrenpartner Chad Fisher ständig temperamentvoll aufflammende Saitensalven direkt in mein Begeisterungszentrum. Doch auch ihre herrlich heiß aufgekochten Leads sind für mich von nachhaltig berauschender Pracht, so dermaßen Gutes hört man in diesem Bereich nur noch selten. Zusammen zelebrieren diese zwei ebenso wieselflink wie zweifellos präzisionssüchtig aufspielenden Prachtkerle das reinste Griffbrett-Fest! Feierlich ist die ganze Scheibe aber auf gewisse Weise ohnehin.

Neoklassische Querverweise sind nämlich sehr zahlreich vorhanden, die man als Liebhaber von Erfolgsmodellen wie beispielsweise Stratovarius, Helloween oder auch den guten alten Viper beziehungsweise Angra kennt. Und in diesem Sinne zaubern die US-Kompetenzen auch diverse Powerspeed-Trümpfe heraus, die oftmals geradezu elektrifizierend wirken können. Apropos, richtig gut gehext wirken die nicht selten gar bombastischen Keyboardsymphonien von Tastenmagier Peter Rutcho, welcher mit seinen zehn Wunderfingern ebenso mächtige wie edel gestaltete Melodiesäulen empor zu errichten versteht.

Die erzieherisch eindeutig sehr verantwortungsvollen Kurlands können wahrlich vollauf stolz sein auf ihre beiden wohlgeratenen Sprösslinge sein. Und auch der Rest von Armory leistet auf „Empyrean Realms“ außergewöhnlich Großes.

© Markus Eck, 15.04.2014

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Rating scale:
10 - Timeless perfection.
9 - Impressing awesomeness.
8 - Great performance.
7 - Solid stability.
6 - Decent try.
5 - Uninspiring mediocrity.
4 - Failed presentation.
3 - Insubordinate badness.
2 - Terrible impertinence.
1 - Superfluous futility.
0 - Painful ear-torture.

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