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Interview: FINSTERFORST
Titel: Getreu den eigenen Prinzipien

Einen künstlerisch ziemlich gewichtigen Klangbrocken schleuderten diese wirschen Waldfanatiker kürzlich aus dem tiefen Schwarzwälder Unterholz ihrer malerischen Heimatregion in die Welt heraus. Und das von mir so sehr ersehnte aktuelle Debütalbum „Weltenkraft“ stellt einen enorm schmissigen Nachfolger zur vorhergehenden EP-Veröffentlichung „Wiege der Finsternis“ dar.

Barsch auf die ketzerischen Ohren gehauen gibt es damit erneut allerfeinsten feierlich-melodischen Pagan Folk Metal – eingekreischt mit unbändiger Inbrunst und mit allerlei erhebenden Hörmomenten zahlreich versehen.

Herrlich, wie sich die tollkühne Tannenhorde dabei stilistisch selbst treu bleibt: Die sechs Besessenen aus dem finsteren Forst lavieren nämlich wieder ständig hervorragend zwischen genusvoll kontrollierter Taktpräzision und raserischer Selbstvergessenheit hin und her. Das belebend fingerfertig in die Pflicht genommene Akkordeon von Traditionalist Johannes Joseph kommt dabei nicht zur Ruhe, was auf „Weltenkraft“ hochergiebiger Garant für vergnügtes und erfrischendes Beiwerk ist.

Nicht wenige schwelgerisch-naturromantische und besinnend anmutende Träumerei-Passagen erwärmen das aufrichtige Heidenherz dazu enorm.

So überfalle ich Lead- und Rhythmusgitarrist Simon Schillinger mit meinen Fragen zum neuen Albumwerk, als er mal wieder nächtens einen mächtigen Nadelbaum anritzt, um sich an dessen köstlich ätherisch duftendem Harz ausgiebig zu laben.

„Nachdem wir unsere EP „Wiege der Finsternis“ Ende März 2006 veröffentlichten, hatten wir uns intensiver auf die Suche nach einem geeigneten Burschen für das Schlagwerk begeben. Die Suche blieb monatelang erfolglos, bis ich dann Ende September 2006 auf einen sehr jungen, motivierten Kerl gestoßen bin. Cornelius „Wombo“ Heck hatte mit seinem Einstieg als Drummer die Band endlich komplettiert. Nachdem die Hoffnungen für Live-Auftritte mehr und mehr verloren gingen, konnten wir nun endlich reinhauen und richtig proben, um uns auf Live-Gigs vorzubereiten. Und schon bald merkten wir, dass Wombo perfekt zu uns passte und sich mit der Zeit immer besser eingefügt hatte. Das Jahr 2007 stand vor der Tür und da wir sehr gastfreundliche Gesellen sind baten wir ihn selbstverständlich in unsere gute Stube herein, um auf ein paar (oder verdammte viele) Bier anzustoßen. Unsere ersten Live-Auftritte mit der Band standen bevor und wie es schien, wurden die Baumharzschlürfer sehr positiv aufgenommen. Ende Februar 2007 enterten wir abermals die allmächtigen Hallen der Iguana Studios in March/Buchheim, um unser Debütalbum „Weltenkraft“ aufzunehmen. Es dauerte einige Zeit bis wir endgültig mit der Produktion abgeschlossen hatten, aber es hat sich voll und ganz gelohnt! Wir sind mehr als zufrieden mit dem Ergebnis dieser Produktion. Und nun sind wir hier, August 2007, das Album ist erschienen, die Frauen sind immer noch schön und das Bier fließt“, entgegnet mir der Kerl hastig, meine Attacke parierend.

Simon folgt nicht irgendeiner Ideologie. „An das denken und glauben, was mir seelische Befriedigung bringt, treibt mich denke ich kreativ voran. Die Menschen, die mir sehr nahe stehen, die Umwelt, in der ich lebe, die Musik, die ich höre und lebe. Das sind beispielsweise „Antriebsmotoren“ für die Musik von Finsterforst.“

Seine musikalischen Ziele haben sich demnach auch kaum verändert, wie er mir im Mondlicht der Nacht mitteilt. „Nach wie vor mache ich Musik, weil es einfach meine größte Leidenschaft ist. Erreichen will ich in erster Linie, dass die fertig gestellte Musik genossen wird. Dass sie in gewisser Weise auch vielleicht etwas emotional Ergreifendes im Hörer hervorbringt. Die Musik ist dazu da, um einfach abschalten und in seine eigene Gedankenwelt versinken zu können.“

Es ist unleugbar zum Trend geworden, mit einem Trinkhorn am (Patronen)Gürtel und einem Thorhammer um den Hals in der Gegend herum zulaufen. Simon stört dies nicht groß: „Ich finde es ehrlich gesagt auch gar nicht schlecht, dass diese Art von Musik immer mehr Anhänger gewinnt. Nur wird diese „Szene“ mit immer mehr Müll, und zwar immer wieder dem gleichen Müll, überschüttet. Der Hörer weiß doch gar nicht mehr, wo er anfangen und aufhören soll, neue hörenswerte Musik zu erkunden. Und so kommt es, dass sich die Leute diese und jene Platten mal eben „anhören“ und zu keiner wirklichen Befriedigung kommen. Der ganze Reiz der Musik geht bei vielen etwas verloren. Es gibt einfach zu viel, in allen stilistischen Bereichen des Metal. Nun, was soll man also hierzu schon groß sagen können? Es ist scheiße! [lacht] Ein verdammt guter Bierbrauer wäre auch nicht gerade glücklich, wenn sein Lehrling das von ihm mit viel Liebe und Sorgfalt gebraute Bier mit anderen Zutaten „verschmutzt“ und ihn dadurch so gut wie ablöst, da das neue „vergewaltigte“ Bier bei den jungen Leuten besser ankommt. [lacht laut] Man kann nicht viel dagegen unternehmen außer dem treu zu bleiben, wofür man lebt.“

Was Einflüsse und Inspirationen anbelangt, die zum neuen Werk geführt haben, so tut sich der entschlossene Gitarrenmann schwer damit, Genaueres zu nennen.

„Da ich selbst beispielsweise nicht allzu viel lese, kann ich für mich nur sagen, dass ich mich „nur“ auf meinen Kopf und mein Gefühl verlassen habe während der Entstehung der Lieder und der Produktion. Privat höre ich mir vieles an. Natürlich hauptsächlich Bands aus dem Pagan- und Black Metal-Bereich. Nach wie vor kommt für mich keine Band an Moonsorrow vorbei. Es geht nichts über Musik, die dir eine Gänsehaut verschafft und in der man sich „zu Hause“ fühlt. Na ja, ich würde zu keinem Ende kommen, wenn ich jetzt hier anfangen würde, Bands aufzuzählen, aber ich höre beispielsweise auch alles Mögliche von Guns N' Roses über Metallica bis hin zu Iron Maiden.“

Ich gehe mit lauten Worten zu den Liedertexten von „Weltenkraft“ über, da ich Vokalist Marco Schomas ohnehin schon, sich versteckend, hinter einem anderen Baum erspähe. Jetzt springt der Sänger, massiv aus der Reserve gelockt, hervor:

„Da kann ich natürlich jedem nur empfehlen, sich selbst ein Bild davon zu machen, von welchen Thematiken die Texte handeln und was sie vielleicht bei ihm beziehungsweise ihr auslösen. Es handelt sich bei „Weltenkraft“ jedenfalls nicht um ein Konzeptalbum, weshalb ich auf jeden der Texte nachfolgend gerne einzeln eingehen werde.“

Worum es sich im Lied „Des Waldes Macht“ dreht, will er allerdings gerne von mir persönlich hören. [...] Er fügt an: „Denn in unserem Internet-Forum herrscht seit geraumer Zeit eine rege Diskussion, was ein „Baumharzschlürfer“ wohl sein mag. Markus, kannst du hier als Schöpfer dieses Wesens vielleicht Abhilfe schaffen?“ [...]

Aber gerne: Ein Baumharzschlürfer ist jemand, der den Wald seiner Heimat so sehr und inniglich liebt, dass er sich nur glücklich fühlt, wenn er ab und an ein wenig ätherisch duftendes Harz von einem der dortigen Bäume zu sich nimmt. Ich vergleiche das mit einem wertvollen Wein: Je älter und je mächtiger der Baum, desto leckerer und feiner sein Blut, das Harz.

Marco erzählt weiter: „Mit dem Text zu „Des Waldes Macht“ habe ich mich insofern intensiv gefasst, indem ich dein Review etliche Male gelesen habe, mir Schlüsselwörter herausgeschrieben und diese schließlich in eine fantastische Geschichte gebannt habe.“

„Die Suche nach dem Licht“ hingegen verrät schon im Titel, worum es sich in dem Lied handelt, so der Sänger. „Wie so oft in scheinbar auswegslosen Situationen wird ein Weg aus der Misere gesucht, der scheinbar nicht befunden werden kann, da immer neues Unglück dazukommt. Doch schlussendlich wird dann doch ein Ausweg gefunden. Tiefgehender kann man sich denke ich mit keinem Thema befassen, da es das tägliche Leben ist. Der „Lauf der Welt“ beschreibt wieder einmal die Natur und ihre ständig wiederkehrenden Abläufe, die tagein tagaus alles in der Welt bestimmen – die Welt sind. Eine Kraft, die überall vorherrscht: die „Weltenkraft“. Ein wunderschönes Thema, das man auf sehr viele Weisen wiedergeben kann. Von den nächtlichen Reisen in den „Traumwald“ handelt dieser Text: Eine Fee zeigt jede Nacht aufs Neue den Weg in dieses Traumreich. Doch nach einer schönen Zeit wird schließlich erkannt, dass man blind diesem falschen Zauber hinterhergelaufen ist und kehrt schlussendlich nach Hause zurück und gibt das Träumen auf. „Spiegelscherben“ handelt von dem Griff zu dem magischen Kelch der Weisheit, der, nachdem er ausgetrunken wurde, alles Wissen und damit auch alle Weisheit der Welt mit sich bringt. Doch dieser Zustand des Allwissenden beschert eine trostlose Existenz, in der man nach nichts mehr zu streben versucht und nichts Neues erfährt. Die Freude am Leben ist dahin. Was bringt nun noch alles Wissen der Welt? Nun gilt es zurückzugehen – sich wieder in den Schleier des Vergessens einzuhüllen und sich wieder am Leben zu erfreuen. Prost! Ein Dankeschön an gewonnene Schlachten ist das Lied „Von glorreichem Schmerz“: Darin wird dem treuen todbringenden Schwert genauso gedankt wie dem edlen Helden, der schon seit Kindertagen der beste Freud war, der nun sein Leben gab. Aber auch dem Heer der Feinde, die zwar grausam selbst den Tod brachten, am Ende aber ihr Leben ließen um den Sieg ihren Gegnern zu überlassen. Es ist doch immer wieder schön, wie wir selbst unser Grab schaufeln um am Ende hineingesprungen zu werden. Wer kann sie wieder geben, die ausgehauchten Leben? Wer kennt sie nicht, die feuchtfröhlich rauschenden Nächte, wie den gleichnamigen Song auf „Weltenkraft“? Und davon handelt auch der Text dazu. Mit der Thematik befasst man sich immer wieder gerne und am Liebsten doch mit Finsterforst. [lacht ] Der Song „Weinende Ruinen“ handelt davon, wie alles vom Zahn der Zeit gemahlen wird und schließlich verschwindet und irgendwann vergessen wird. Ein Text über die Endlichkeit der Dinge. Wer vermag schon etwas zu schaffen, was ewig währt? Der „Weltenpilger“ ist ein Wanderer durch alle Welten, der auf seiner Reise vielen Leben grausam den Tod bringt und die Seelen fortan mit sich nimmt. Es wird zurückgelassen, was man einst noch kannte um Neues kennen und lieben zu lernen. Wer weiß schon, was andere Welten bereithalten? „Verlorene Seelen“ handelt wie auch die Suche nach dem Licht von den schmerzlichen Abgründen in eines jeden Menschen Leben. Von ständigem tot im Kreise Drehen, Ausweglosigkeit und einer Situation die nur mithilfe von viel Zeit bewältigt werden kann. Und einem wunderschönen Effekt: Man lernt aus seinen Fehlern und schaut wieder voll Zuversicht auf sein kommendes Leben.“

Ich haue Simon im Weiteren auf die naturschädlichen Auswirkungen des so grausam über den Planeten gebrachten Christentums an.

Und dieser teilt meine Anschauung:

„Mit der Natur wird auch die Menschheit natürlich zu Grunde gehen. Keine Frage! Die Menschen wollen und werden es leider nicht kapieren, was sie hier zu respektieren haben. Demnach wird es für den Planeten nur von Vorteil sein, wenn hier diese menschliche Krankheit verschwindet. Die Natur wird sich mit der Zeit wieder erholen und zu Neuem heranwachsen. Es ist alles nur noch eine Frage der Zeit. Durch etliche Bekehrungen, „Änderungen“ oder „Säuberungen“ wurde das Schicksal der Natur schon vor langer Zeit besiegelt.“

Und damit die Menschen immer noch unselbständiger, kritikloser und geistig träger werden, dafür gibt es das moderne Fernseh-Programm.

Man stelle sich dazu mal vor, wie die Leute damals reagiert hätten, wenn man als Redner vor 500 Jahren einer Menschenmenge auf einem mittelalterlichen Marktplatz Folgendes verkündet hätte: In der Zukunft der Menschheit werden alle Menschen aus allen sozialen Ständen und Schichten wie gebannt in einen Zauberkasten starren, der sprechen kann und in dem sich Bilder bewegen. Der Kasten wird ihnen allen täglich rund um die Uhr sagen beziehungsweise diktieren, was sie zu denken haben, was sie zu tun haben und sogar wie sie sich jährlich komplett neu zu kleiden haben. Der zauberische Kasten wird ihnen daneben auch befehlen, welche Machthaber sie zu erwählen haben und welche Leute sie für andersartig gesinnte politische Einstellungen zu verfolgen und zu denunzieren haben. Mittels dieses listigen Zauberkastens ist es sogar möglich, jedwede Angst und allen möglichen Schrecken zu verbreiten und die Leute weltweit mit immer neuen Horrorgeschichten so zu verängstigen, dass sie sich in ihre Behausungen zurückziehen. Da der Kasten so mächtig geworden ist, ist es sogar möglich, Leute zu blutigen Bruderkriegen in ihren eigenen Ländern damit aufzuhetzen. Dieser verhexte magische Kasten schafft es sogar, die Leute von ihrem einstigen Ursprungs-Lebensraum abzubringen und die Natur und die Tiere für profitable Ziele gnadenlos zu schänden und zu quälen, massenhaft abzuschlachten. Längst macht der hinterhältig lügende Hexenkasten mit seinen irrsinnigen Inhalten den Großteil der Leute seelisch und körperlich schwer krank, doch keiner denkt daran, nicht mehr hineinzusehen und sich das Leben nicht davon komplett vorschreiben zu lassen. Niemand hätte das damals nach so einer Ansprache geglaubt – und der Redner wäre blitzartig als Ketzer auf dem lodernden Scheiterhaufen gelandet. Doch heute ist das blanke wahnsinnige und traurige Realität. So fragte ich den Gitarristen nach seinen Vorlieben bezüglich des sprechenden Zauberkastens.

Lauthals lachend kontert er: „Das war die wohl stärkste Einleitung zu dieser Frage! Im Fernsehen kommt eigentlich nur der allerletzte Scheißdreck. Aber es gibt da Sachen, die ich mir dann doch nicht verkneifen kann. Ich bin bekennender „King Of Queens“-Fan und kann ohne diese Serie nicht leben [lacht]. Auch wenn ich eine nicht gerade positive Meinung gegenüber diesem amerikanischen Volk habe, aber Kevin James bringt mich einfach zum totlachen. Hin und wieder sehe ich mir mit Freunden auch den einen oder anderen Spielfilm an. In dieser Hinsicht hat mich der Zauberkasten gefesselt [lacht]. Aber ansonsten bleib ich von dieser Magie eher fern, da sie mich nur noch mehr verblöden lassen würde und ich gar nichts mehr vom Leben mitbekommen würde. Dieser Scheiß-Kasten verändert und formt jegliche Individuen mental bis aufs Schärfste. Die jeweiligen Konsumenten raffen das nicht und merken es nicht einmal wenn es schon zu spät ist, dass sie völlig gefesselt davon sind. „Talkshows“, Gerichtssendungen, „Daily Soaps“, sämtliche Nachrichten, Werbung etc. – meine Güte! Auf der anderen Seite gibt es dann doch noch Programme, die, wie ich finde, keineswegs negativ ins Gewicht fallen dürften. Sämtliche Dokumentationen über Landschaften und Tierwelt sind nämlich sehr nett anzusehen. Es ist einfach immer wieder mehr als beeindruckend und schön, zu sehen, dass es noch so wunderbare Plätze auf dieser Erde gibt. Aber ansonsten will ich gar nicht darüber nachdenken, was dieser Zauberkasten uns allen für ein Elend bringt und gebracht hat.“

Da das von mir so sehr gehasste, überwiegend unerträglich infantile Internet-Portal „MySpace“ immer noch größer wird, hat auch Simon dort eine Seite für sich eingerichtet, wie er zugibt.

„Vor geraumer Zeit habe ich ein Profil von mir dort geschaffen. Schlag mich bitte nicht gleich! Ich nehme diesen Scheiß kein Stück ernst und kann nur darüber lachen, wie sehr diese ganzen Seiten doch immer mit irgendeinem Scheißdreck überladen sind. Jeder Penner kann sich oder seine Band, Projekt etc. im Netz zur Schau stellen. Es gibt so unglaublich viele Bands, die diese scheiß Plattform nutzen und zum Teil sogar ohne Plattenvertrag „bekannt“ wurden. Ja, auch für uns wurde von irgendwem eine erstellt und dient uns sicherlich in einer Weise als Promotion. Ich sehe nichts wirklich Schlimmes in MySpace. Viele Freunde, die sich leider nur auf große Distanz kennen, können über so etwas wie MySpace kommunizieren. Aber zugleich bietet MySpace leider die optimale Möglichkeit, alles nur noch mehr zu überschwemmen. Der Reiz jeder Musik geht verloren. Jedermann kann heutzutage sagen: „Hey, lass´ uns mal irgendeinen Scheiß starten, ich nehm´ die Gitarre, du den Bass und Harry übernimmt die Drums! Das veröffentlichen wir dann auf MySpace und, zack, sind wir „da“!“ Na ja, aber im Großen und Ganzen ignoriere ich solche „Internet-Plattformen“ und denke nicht darüber nach. Ist auf geistiger Ebene immer am gesündesten“, gibt er mir schelmisch grinsend zu Protokoll.“

Erfolgreich fühlt der Saitendehner sich, wenn er mit der Gruppe mit großem Spaß und großer Freude die Musik von Finsterforst erfolgreich an den Hörer bringen kann – und es diesem auch gefällt. „Ich für mich bin immer verdammt glücklich, wenn zu mir jemand kommt und sagt, wie sehr er unsere Musik doch liebt. Das genau, und auch meine eigene Zufriedenheit mit der Musik, ist für mich der Erfolg in Bezugnahme auf Finsterforst. Und solche Erfolge treiben einen voran und motivieren zu weiteren Taten.“

Ehrensache, dass dieser Vollblutmensch und ausgesprochene Naturliebhaber gerne hin und wieder ordentlich die Kelche leert. „Klar trinke ich sehr gerne. Dies kommt auch ehrlich gesagt nicht selten vor. [lacht] Meistens natürlich mit Freunden und mit schönem Badischen Bier! Sofern mein Geldbeutel gut drauf ist, würde ich mir immer unser schönes Rothaus-Bier oder das von der Brauerei Waldhaus gönnen. Meistens jedoch bin ich dann doch gezwungen, das billigste Bier aus dem Supermarkt zu kaufen. [lacht]

In eine gewöhnliche Kneipe oder Bar geht der Gitarrist – genau wie der Verfasser – eher selten. Simon spricht mir aus der Seele: „Das kostet ja mehr als viel Geld und ich mag die Atmosphäre in so einem Schuppen nicht besonders. Meist stickig und ungemütlich. Was nicht heißen soll, dass ich nie in eine Kneipe gehe. Wenn mich dann doch fünf Kollegen fragen, ob ich nicht Lust hätte, dann schließe ich mich doch oft gerne an. Aber viel lebensechter und gemütlicher hat man es draußen. Sei es einfach nur bei mir draußen auf der Terrasse, auf einer Wiese, in einem Garten oder sonst wo. [lacht] Also, draußen mit schönem Bier, was will man mehr? Na ja, neben dem schönen Bier gibt es ja natürlich auch noch andere alkoholische Freunde, die mir helfen, an mein „Ziel“ zu gelangen. [lacht laut und lang] Wie ich dann in diesem Zustand meine Umgebung wahrnehme, hängt natürlich davon ab wie viel und was genau ich getrunken habe! Ich bleibe eigentlich immer friedlich, wenn alles andere auch friedlich bleibt. [lacht] Betrunken zu sein ist eine sehr gesellige Sache und verbreitet einfach Lust und Laune. Das Gefühl ist einfach stark!“ [lacht]

An einem Moment im Leben, an dem es nicht mehr weiterzugehen schien, stand auch Simon schon, wie er bekennt: „Ich stand vor der Frage, ob ich überhaupt noch ausreichend Kraft und Motivation für mein zukünftiges Leben habe, da ich etwas sehr Wichtiges verloren hatte. Ich stürzte in ein Loch, kam aber verdammt gut und schnell wieder heraus, weil ich einfach abartig gute Freunde habe und diese mich durch ihre Anwesenheit gestützt haben. Fast genauso geholfen hat mir die Musik. Sie gab mir wieder Kraft und hat mich wiederhergestellt. An die Zukunft will ich ehrlich gesagt trotzdem selten denken. Ich glaube, ich würde manchmal sonst ausrasten, wenn ich mir viele Gedanken über mein zukünftiges Leben machen würde. Die Hoffnung steigt jedoch natürlich, wenn man mit seiner eigenen Musik oder auch anderen „Sachen“ Erfolge verzeichnen kann. Aber ansonsten ist mein Motto: „Besser nicht drüber nachdenken und alleine spazieren gehen!“ Das ist gesund“, beschließt er, erneut schallend lachend.

Abschließend verabschieden wir uns kameradschaftlich voneinander. Und Simon ruft mir noch zwischen zwei riesigen Tannen nach: „Ich danke Dir herzlichst, Markus! Alle anderen in dieser Szene sollten auch so aufrecht und sich selber so treu bleiben! Und so viel in ihrem Leben genießen wie nur irgend möglich!“

© Markus Eck, 10.09.2007

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