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Interview: THE PROPHECY
Titel: Um Vielschichtigkeit bemüht

Diese devoten Diener der großen Doom Metal-Prophezeiung stammen aus dem vereinigten Königreich. Ihr aktuelles drittes Albumlamento „Into The Light“ zeigt das britische Untergangsensemble als enthusiastische Komponisten, deren hochkomplexe Kreationen vor emotionaler Energie nur so strotzen.

Zudem sind die neuen Lieder mit der nötigen Genreportion an rhythmischem Überdruck versehen. Dem abartig intensiven Stil der irischen Oberleidensmänner Mourning Beloveth nicht ganz unähnlich zur Sache gehend, erweist sich das UK-Quartett hier als außerordentlich kompetente Vereinigung, die hervorragend aufeinander eingespielt scheint.

Ergötzliches aktuelles Resultat ist ein kompositorisch immens vielfältig ausgefallener Langspieler, dessen vor allem sensationell belebte Gefühlsebenen sofort heraus stechen. The Prophecy gehen höllisch gefühlvoll vor. Doch auch Härtefanatiker kommen auf ihre Kosten, ebenso Freunde extrem punktgenauer Spielpräzisionen. Mitreißend sind nämlich auch die ekstatisch geschlagenen Trommelwirbel von Kesselquäler John Bennett. Daneben verfügen diese Wuchtbrummen über sehr erdig erscheinende und stellenweise unerwartet melodische Gitarrenarbeit. Eine tolle Kombination.

Gar nicht so toll hingegen fühlt sich die gesamte Band laut Auskunft von Sänger Matt Lawson zum Interviewzeitpunkt:

„Wir sind halt noch total geschlaucht von der gestrigen Releaseparty zum aktuellen Album. Wir haben die Scheibe echt abgefeiert wie die Wilden, denn wir sind sehr glücklich über das aktuelle Resultat, welches wir mit diesem neuen Werk erreicht haben.“

Nicht, dass die Kerle mit ihren vorherigen Platten nun unglücklich sind; jedoch, so Matt, sind The Prophecy diesmal ihrer ureigenen musikalischen Vision kompositorisch am nahesten gekommen. „`Into The Light` klingt zudem exakt nach unseren gehegten Vorstellungen. Insgesamt also ein großartiges Erlebnis für uns, für das wohl jeder ernsthafte Musiker verdammt dankbar wäre.“

Besonders legt der Stimmbandschinder Wert auf die Tatsache, dass er und seine Musikanten sich für den aktuellen Release ganz besonders reingehängt haben, was die emotionalen Passagen anbelangt. „Obwohl einige unserer neuen Stücke überaus aggressiv und voller Gift sind, wollten wir die besinnlichen und nachdenklichen Komponenten des Daseins keinesfalls vernachlässigen!“

Wir schweiften noch von der Gegenwart in die Zukunft des Desolattrupps ab. Der Vokalmann blickt voller Zuversicht voraus:

„Jede Stufe des Kompositionsprozesses ist reizvoll für uns. Gegenwärtig stehen wir wie vor einer weißen Leinwand, was Lieder und Sound des nächsten Langspielers anbelangt. Und wir freuen uns schon jetzt riesig drauf, unsere nächsten Ideen auszuarbeiten und Songs zu arrangieren. Wir lieben es einfach, diese Art von Musik zu kreieren und stehen deshalb niemals unserer eigenen künstlerischen Weiterentwicklung im Wege.“

© Markus Eck, 24.02.2009

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