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Interview: RIOT
Titel: Inspirative Stärkungen

Auch wenn sie hier in Europa einen unangefochtenen Kultstatus besitzen, kennt sie beileibe nicht jeder Schwermetaller.

Zeit also, diesen Bandnamen aufgrund des aktuellen Albums „Through The Storm“ erneut in vollauf verdiente Erinnerung zu rufen.

1976 im New Yorker Stadtteil Brooklyn von Gitarrist Mark Reale gegründet, sollten der Band mit dem dritten, 1981er Album „Fire Down Under“ und der 1988er Wahnsinnsscheibe „Thundersteel“ neben einigen anderen gelungenen Veröffentlichungen ihre beiden bisherigen Meisterwerke gelingen.

Sie bieten die gebündelten Stärken von Riot jeweils in sprachlos machender Erscheinung: Hochmelodiösen und spielkulturell seit jeher sehr anspruchsvollen Heavy- und Power Metal von zeitloser Qualität und unvergänglichem Reiz.

So nutze ich nur zu gerne die Gelegenheit, mir von Mark Reale ein wenig zu „Through The Storm“ berichten zu lassen.

„Nach wie vor ist es für mich und die Band das Allergrößte, vor Menschen zu spielen, welche sich für unsere Musik begeistern können. Das hat Riot über all die Jahre immer wieder Auftriebskraft verliehen“, bekennt Mark gleich zu Beginn unseres Ferndialoges.

Er spricht weiter: „Ich habe niemals darüber nachgedacht, ob unser Sound nun sonderlich gefragt ist oder nicht, sondern getan, was ich tun musste. Nur deswegen habe ich es geschafft, die Band trotz vieler Höhen und Tiefen seit mehr als 20 Jahren am Leben zu erhalten und auch jetzt noch Spaß daran zu haben.“

„Through The Storm“, ein für diese Zeit stellvertretender Albumtitel? Der linientreue Gitarrist lacht: „Nein, so soll der Albumtitel nicht verstanden werden! Unser Sänger Mike Dimeo hat erneut alle Texte geschrieben, auch den zum Titelsong. Zugrunde lagen ihm bei allen seinen Lyrics wieder persönliche Erfahrungen und prägende Impressionen, darunter auch das Erleben eines gewaltigen Sturmes, der ihn wirklich tief beeindruckt hat.“

Im Gegenzug dazu hat Mark wie immer sämtliche Songs komponiert, außer einer unerwartet überraschenden und auf dem neuen Album als Abschlusssong fungierenden Coverversion namens „Here Comes The Sun“. Er erläutert:

„Die stammt von Beatle George Harrison. Ich war schon immer ein Fan von ihnen. Als ich die Beatles 1964 im Fernsehen sah, hat mich das dermaßen berührt, dass ich den Entschluss fasste, ebenfalls Gitarre spielen zu wollen und eine eigene Band zu gründen. Ohne die Beatles wären Riot also höchstwahrscheinlich niemals entstanden. Daher entschloss ich mich, ihnen auf diese Art meinen musikalischen Tribut zu zollen.“

Ein wütender Sturm wird auch auf dem Frontcover von „Through The Storm“ zu sehen sein, wie ich erfahre.

„Ich schoss das verwendete Photo um 1998 herum und es passt hervorragend zum Albumtitel. Das Bild wird allerdings noch ein wenig nach meinen Vorstellungen bearbeitet, so dass das Endresultat richtig toll aussehen wird. Lasst euch also überraschen!“

Das neue Werk lässt abermals erkennen, dass Riot sich selbst anerkennenswert treu geblieben sind.

Mark erklärt noch, warum das auch in Zukunft so bleiben wird.

„Ich war und bin auch heute noch ein riesiger Hardrock- und Metal Fan. Besonders solche talentierten Ausnahmegitarristen wie Ritchie Blackmore von Rainbow, Michael Schenker von UFO und Gary Moore oder auch Ronnie Montrose haben mich und mein Spiel schon immer geprägt. Auch Judas Priest, speziell mit ihren beiden besten Alben `Screaming For Vengeance` und `Defenders Of The Faith`, zählen zu meinen ewigen Favoriten.“

Auch zum aufständischen Bandnamen steht Mr. Reale nach wie vor mit voller Überzeugung ein. „Er macht das aus, für was Riot seit Beginn steht: Sich von der Masse abzuheben.“

© Markus Eck, 29.06.2002

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