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Interview: MORTEMIA
Titel: Einzigartig

Es gibt ja nicht wenige tiefleidenschaftliche Gothic Metal-Liebhaber, welche den bitteren qualitativen Niedergang der einstigen Genremajestäten Tristania bis heute nicht verwunden haben.

Verständlich, denn die beiden Götterplatten „Widow´s Weeds“ und „Beyond The Veil” muten bis heute unerreicht an. Doch Rettung naht: Denn nun meldet sich der damalige Tristania-Kopf Morten Veland mit seinem neuen Gothic Metal-Projekt Mortemia wieder auf betörende Art zurück.

Und das aktuelle berauschend schöne Debütalbum des fähigen norwegischen Ästheten, „Misere Mortem“, schließt auf herrliche Weise an die frühe sakrale Kaisermusik von Tristania an.

„Vor einigen Jahren entschloss ich mich dazu, meine andere Band Sirenia künstlerisch in eine noch melodischere Direktive zu steuern. Dazu komponierte ich über die Jahre eine ganze Menge an Songs, von den verschiedensten Genres inspiriert und angefüllt mir großartigen Ideen, welche nicht ganz so gut zur angestrebten Klanganmut von Sirenia passten. So blieben mir am Ende nur zwei Optionen: Diese Songs entweder auf den Müll zu werfen oder sie in einem neuen Musikprojekt angemessen zu verwirklichen. Da ich aber letztlich nach reiflicher Überlegung der Ansicht war, das viel zu viele dieser Kompositionen eigentlich viel zu gut waren, um sie zu verschrotten, entschied ich mich dazu, Mortemia ins Leben zu rufen“, erläutert Orchestermetaller Veland.

Dennoch geht es mit Sirenia natürlich weiter, so der vielseitige und ambitionierte skandinavische Ausnahmekünstler.

„Ich arbeite gegenwärtig bereits schon wieder an einer ganzen Reihe von neuen Kompositionen für Sirenia und hoffe, ich kann ein neues Album gegen Ende des Jahres 2010 auf den Markt bringen. Geplant ist es zumindest schon mal so.“

Da werden viele treue Fans aber erstmal sehr tief aufatmen. Was nun aber nun Mortemia selbst angeht, so gewährt Meister Morten gerne noch einen tieferen Einblick in die letzte Zeit:

„Besagtes Material für Mortemia war von Anfang an zu komplex, zu hart oder hatte in musikalischer Weise nicht die zu Sirenia passende Ausdrucksform. So hatte ich mir im Zuge dessen in den Kopf gesetzt, mit Mortemia ein wenig zu meinen Wurzeln zurückzukehren, die ich damals mit Tristania begann zu kultivieren. Gleichzeitig wollte ich frisch und differenziert klingende Musik erschaffen. Die Orchestrierungen und die symphonischen als auch die bombastischen Elemente haben hierbei noch immer eine wichtige Rolle inne, wie man auf `Misere Mortem` deutlich heraus hören kann; sozusagen eine ausbalancierte Mischung aus Metal und Klassik. Und von Anfang an stand auch eines für mich schon gleich ganz fest: Ich wollte keinen weiblichen Leadgesang in den Stücken haben, denn das hätte die Songs viel zu nahe an Sirenia und Tristania gebracht.“

Mortemias Gesangskonzeption beruht daher auf der Mischung aus extremen Vocals und mächtigen Chören, so der Anspruchsvolle:

„Ich persönlich denke, dass ich aufgrund dieser ganz speziellen Vorgehensweise einzigartige Musik kreiert habe, die sich sehr viel anders anhört als alle gegenwärtig aktiven Bands aus diesem Bereich.“

© Markus Eck, 23.12.2009

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