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Interview: IVAR BJØRNSON & EINAR SELVIK’S SKUGGSJÁ
Titel: Immer mit der Ruhe

Als diese beiden Norweger mitsamt ihren Bands 2014 von den Veranstaltern des Eidsivablot Festivals in Eidsvoldarum gebeten wurden, sich für ein spezielles Konzert zusammenzutun, erwuchs daraus viel mehr als eine reine Auftragsarbeit. Denn aus dieser ganz speziellen Bühnen-Kooperation heraus entstanden bemerkenswerte Lieder, die es so bislang noch nicht zu hören gab.

Ivar Bjørnson, Gitarrist von Enslaved und Einar Selvik, Mainman der Folkloretruppe Wardruna, erweckten ein besonderes Pagan Metal-Projekt zum Leben! Auf dem selbstbetitelten Debütalbum „Skuggsjá: A Piece For Mind & Mirror“ bringen beide Männer ihre künstlerischen Handschriften ein.

Vielversprechender Auftakt

An das damalige Eidsivablot Festival entsinnt sich Ivar noch immer mit reger Erinnerung, wie er verlauten lässt.

„Es war eine außerordentlich intensive Erfahrung, und das in vielerlei Hinsicht, das steht fest. Schließlich investierten wir so viel Zeit ins Komponieren und Ausarbeiten der Stücke, die schlussendlich auch instrumentell ja doch sehr umfangreich geworden sind. So gingen wir mit einer ungewöhnlich großen Beteiligung auf die dortigen Bretter, wir waren ganze 13 Musiker. Ich kann mich zwar nicht an jede Einzelheit erinnern, aber ich empfand es als ziemlich spektakulär. Die Reaktionen des Publikums waren sehr stark. Die Konzertbesucher hörten aufmerksam zu und gaben lautes und zustimmendes Feedback zwischen den einzelnen Songs. Nach dem Auftritt wurde uns einiges an überaus herzlichem Zuspruch zuteil. “

Durchdachtes Zeitmanagement
Wie Ivar weiter zu berichten weiß, ließen er und Einar sich ganz bewusst die nötige Zeit, um alles nach ihrem Gutdünken entwickeln zu lassen.

„Ja, die Idee bestand im Gegensatz zum Veröffentlichungsdatum bereits ziemlich früh. Erstens wollten wir uns auf das erste Konzert konzentrieren können und zweites waren wir zwei auch auch jeweilig mit unseren Hauptbands sehr intensiv beschäftigt. So begab ich mich direkt vom Eidsivablot in die Aufnahmen des neuen Enslaved-Albums. Einar hingegen hatte mit der ,Vikings‘-Serie eine Menge zu tun. Dann ging es Enslaved und Wardruna im April 2015 zum niederländischen Roadburn Festival. Erst danach gingen wir daran, den Mix für das Debütalbum zu machen, für das wir Songs bis dahin immer mal wieder in Teilen aufgenommen hatten. Es kommt mir unglaublich vor, wie die Zeit verfliegt, wenn man hinter derlei vielen Terminen her ist und sich simultan dann auch noch um die Zusammenführung von Musikern aus Enslaved und Wardruna kümmern muss“, lässt er lachend wissen.

Gegenseitige Inspiration
Die Antwort auf die Frage, warum sein Metal-Anteil zu „Skuggsjá: A Piece For Mind & Mirror“ auf der Platte verhältnismäßig lange auf sich warten lässt, kommt dem Bärtigen ganz souverän über die Lippen:

„Gerade der erste Song, also das Titelstück, enthält ziemlich viel von meinen eigenen Ideen, auch wenn sich der Song doch sehr stark nach Wardruna selbst anhört. Am Ende bin ich es also sogar, der prägend von Warduna beeinflusst ist. Ich halte das für gar nicht mal so unwahrscheinlich. Die ersten beiden Tracks nach dem Intro bauen dennoch sehr große Energien auf, wie ich finde. Gerade im kraftvollen Anfang von ,Makta Og Æra (I All Tid)‘ tritt dies zutage! Dieser Song überrascht die Hörer erstmalig auf ,Skuggsjá: A Piece For Mind & Mirror‘ mit hochgradig signifikanten Gegensätzen. Meines Erachtens nach stellen derlei konträre Momente wie in dem Stück doch die steilsten Wechsel in der Dynamik auf dem Album dar. Doch ich bin der Meinung, dass es schon auch noch so einige andere schöne Überraschungsmomente darauf zu erleben gibt.“


© Markus Eck, 23.02.2016

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