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Interview: HELLOWEEN
Titel: Perfekt aufeinander eingespielt

„Gambling With The Devil“, der Titel ihres brandneuen Studioalbums kann von sämtlichen Helloween-Fans getrost wörtlich genommen werden – denn die Hamburger Melodiker-Heroen haben für diese wahrlich sensationelle Meisterplatte alles auf eine künstlerische Karte gesetzt. Die noch immer enorm spielfreudigen Kürbisköpfe um Sänger Andi Deris brachten unter dieser Prämisse ein vollendetes Musikprodukt an den Start, welches in Sachen Melodic Power Metal wieder mal eindeutig Maßstäbe setzt.

Derart in kreativer Hochform, gerieten dem Quintett die neuen Kompositionen derart leidenschaftlich, homogen und detailreich, dass man leicht versucht ist, von einer schöpferischen Großtat zu fabulieren. Tieftöner Markus Grosskopf sieht die Sache wie immer ganz gelassen.

Der bekennend eiserne Fan von Altmeistern wie beispielsweise Deep Purple, Rainbow, Thin Lizzy, Kiss und UFO lässt zwischen einem beherzten Biss ins Frühstücksbrötchen verlauten:

„Die kompositorischen Arbeiten zum neuem Album liefen eigentlich wie immer bisher ab: Wir werken alle fünfe unabhängig voneinander bei uns zu Hause an unseren Beiträgen, und senden uns die jeweiligen Demos irgendwann dann gegenseitig zu. Nach all den Jahren sind wir glücklicher Weise ein absolut perfekt aufeinander eingespieltes Team an Fair-Playern. In der Beziehung lasse ich mir deine Bezeichnung `Routinier` schon gerne gefallen.“

Dennoch, es hat schon seinen ganz speziellen Grund, warum „Gambling With The Devil“ so eine dermaßen melodisch wunderbare Veröffentlichung geworden ist, wie nachfolgend von dem gelockten sympathischen Bassisten in Erfahrung zu bringen war:

„An so manchen Song-Ideen haben wir diesmal wirklich monatelang herum gefeilt – ja, so lange kann es bei uns mitunter trotz aller Professionalität noch immer dauern, bis sich ein erwünschter kompositorischer Geistesblitz einstellt. Freilich ist jede unserer Platten in stilistischer Hinsicht immer wieder irgendwie anders, worauf wir auch stets sehr stolz sind, doch für dieses neue Album schwebten uns mal wieder richtig flotte Knüllermelodien und vor allem höchst zackige Rhythmen vor. Die urtypische Helloween-Geschichte eben.“

In bestem unbekümmerten Hamburger Dialekt berichtet mein norddeutscher Namensvetter weiter zum Entstehungsprozess des neuen Outputs „Gambling With The Devil“:

„Die vorhergehende, letzte große Helloween-Tournee war schon verdammt Kräfte zehrend für uns alle. Doch dafür leben wir ja nicht zuletzt. Dagegen gestaltete sich das Schaffen an den neuen Tracks wieder regelrecht entspannend; zumindest für mich. Ich bin da bekanntlich eher der Gemütliche. Aber, wir haben sowieso alle unsere ganz spezielle Vorgehensweise auf diesem Sektor. All die letzten Monate arbeitete ich ohne Hektik an meinen Parts, welche ich oft sogar mit meinem Gesang [lacht wiederholt genüsslich] in Demo-Form ans kleine Netzwerk der anderen vier Helloween-Musiker ablieferte. Jemand anders kann sich dabei wahrscheinlich gar nichts ausmalen beziehungsweise vorstellen, doch unsere Jungs interpretieren meine Ergebnisse entsprechend ergiebig – und unser Andi lässt sich dabei sogar für seine Vokal-Linien inspirieren.“

Recht so, denn nur durch derart ausgereifte Zusammenarbeit entstehen solch zeitlos homogene und in sich geschlossene Nummern, wie sie mir „Gambling With The Devil“ so Genuss bringend offeriert.

© Markus Eck, 20.09.2007

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