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Interview: GATES OF DAWN
Titel: Besinnung auf alte Tugenden

Als eine der besseren deutschen Gothic Rock-Formationen stellt sich dieses Hanauer Sextett mit seinem aktuellen Album „Into The White Light“ dar. Die 2005 gegründete Band agiert auf musikalischer Ebene mit äußerst klaren kompositorischen Linien.

Gates Of Dawn wirken von großen Energien geladen und überaus emotional, ohne jedoch ins Sentimentale abzudriften. Die Atmosphären ihrer Lieder penetrieren daher die Sinne, ohne penetrant zu sein – eine Hürde, welche in diesem Genre wohl selten mit solch spielerischer Leichtigkeit genommen wurde. Mit dem ausdrucksstarken Vokalisten Steven Sader haben die Frankfurter Melodramatiker noch dazu einen echten Glücksgriff getan.

Keyboarder Matthias Abel rief den Gothic Rock-Trupp ins Leben, wie er mir berichtet.

„Ich ging anfänglich mit dem Ziel an die Sache ran, meinen exakten Vorstellung von gutem Gothic Rock nachzugehen – und das hat sich bis zum heutigen Tage nicht geändert. Die `historischen` Spielarten dieser Stilistik haben es mir seit jeher viel mehr angetan als all das moderne Zeug, von daher hört sich die Musik von Gates Of Dawn absolut nicht neumodisch an“, erläutert der Bandgründer, Tastenmann und Hauptkomponist seine künstlerischen Intentionen.

Und er fährt fort: „Mein Ding sind inmitten und zwischen den Kompositionen ineinander übergreifende Songstrukturen sowie eher ruhige, sich langsam aufbauende Spannungsbögen.“

Doch in Vollkommenheit konnte Abel seine Klangvisionen nicht umsetzen, worüber er mittlerweile aber eigentlich ganz froh ist.

„Bei uns wirken unterschiedlichste Musiker aus stark differierenden Spielarten, somit entstanden unsere wirklich nicht alltäglichen Stücke mit einer Vielzahl an eingebrachten Einflüssen. Unser Schlagzeuger beispielsweise, der deutlich älter ist als die restlichen Bandmitglieder, fing bereits in den frühen 1970ern mit dem Musizieren an. Von ihm erhielt ich wichtige Zugänge zu den Ursprüngen und Vorreiter-Bands des Gothic Rock. Dafür bin ich ihm sehr dankbar, einige für mich heutzutage sehr wertvolle Bands hätte ich ohne ihn wohl nie für mich entdeckt.“

Als Einflussgeber für die Songs von Gates Of Dawn zieht der auffallend gesprächsfreudige Keyboarder laut nachfolgender Bekundung zwei prägende Bands vor, die ihn über die Jahre immer wieder ganz besonders beeindruckt haben: Fields Of The Nephilim und Paradise Lost.

„Was Letztere in ihren Anfängen geschaffen haben, vor allem mit den Gitarren, ist phänomenal. Mittels betont einfach strukturierten Melodien, die oftmals über einen ganzen Song durchgehalten wird, selbst inmitten wechselnder Akkorde und treibender Rhythmen. Faszinierend.“

Lyrisch besteht bei dem Hanauer Goth-Sixpack kein spezielles Konzept. „Da geht es bei uns überwiegend sehr persönlich zur Sache. Oftmals nehmen wir sogar genau das zum Thema, was während des jeweiligen Arbeitens an neuen Stücken empfunden wird. Wir sind allesamt sehr emotionale Menschen in der Band, von daher geht uns die textliche Inspiration so schnell noch nicht aus.“

© Markus Eck, 27.03.2006

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