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Interview: DARK FUNERAL
Titel: Satanische Symphonien

Die Jahreszahl 1993 stellt ein bedeutungsvolles Datum in der skandinavischen Black Metal-Historie dar: Die beiden Gitarristen Micke Svanberg alias Lord Ahriman und David Parland alias Blackmoon beschworen voller Eifer sämtliche Geister der Dunkelheit.

Und die okkulte Nachtmission der beiden war ein voller Erfolg, Dark Funeral sollte das unheilige Resultat von nun an heißen. Die verheerend ungestümen und erbarmungslos peitschenden Schwarzmetall-Stakkati, welche diese außerordentlich talentierten Vollstrecker des Gehörnten im Folgenden über die Menschheit losließen, zogen weltweit Abertausende Hörerseelen in ihren Bann.

Der verdient stetig ansteigende Erfolg der Horde ließ anfänglich zwar das Besetzungskarussell rotieren wie einen Ventilator, doch aufzuhalten war diese neben Marduk wohl relevanteste schwedische Black Metal-Macht bis heute zu keiner Zeit.

Das letzte Studioalbum der Stockholmer, „Diabolis Interium“ heimste einhellig frenetisch begeisterte Kritiken ein. Bot es doch instrumentell sturmgewaltigen und prächtig bombastischen Black Metal von majestätisch-teuflischer Erscheinung. Mit abartig perfiden, verführerisch eingängigen Kaisermelodien, welche direkt aus dem Zentrum des Bösen zu stammen schienen. Oft kopiert und doch niemals erreicht. „Diabolis Interium“ erschien im Jahr 2001.

Die Jahre strichen ins schwedische Land, Dark Funeral hatten Ärgernis um Ärgernis und Hindernis um Hindernis zu durchstehen.

Von ihrem damaligen Plattenlabel No Fashion Records wurden die Kerle völlig unzulänglich betreut, wie nicht wenige andere dunkle Zunftgenossen, die dort unter Vertrag standen.

So war es nachfolgend also nur eine Frage der Zeit, bis das elitäre Teufelsquartett sich vom Label löste und das Label selbst sich in letzter Konsequenz vom Business verabschiedete.

Viel zu lange ließen die spielkulturell hochrangigen Lichtschlucker um Gitarrist Lord Ahriman ihre Anhänger daher auf einen würdigen Albumnachfolger warten.

Allerhöchste Zeit also für eine weitere Sternstunde vehementer Dark Funeral-Okkultkunst. Und nun liegt neues Höllenmaterial endlich vor: „Attera Totus Sanctus“, infernalisches Schwarzmetallgemetzel der diesmal durchgehend pfeilschnellen und unglaublich bestialischen Exekutive.

Dark Funeral werkten dafür seit einigen Wochen mit Produzent Daniel Bergstrand in seinen Dug Out Studios an neuem Songmaterial, in welchen bereits Bands wie Meshuggah, Strapping Young Lad, In Flames und Behemoth knallharte Sounds verpasst bekamen.

Diverse neue Songs im derb klingenden Rough-Mix finden samt einigen Bandmitgliedern am 15. Juli den Autobahnweg nach Hamburg Altona, genauer gesagt in die dortige Touristenattraktion Hamburg Dungeons: Eine urig eingerichtete Düster-Spelunke mit angrenzenden Gruselkabinetten, die auf historisch realen Hintergründen basieren.

Vom Flughafen weg in ein dortiges Hotel eingecheckt, treffe ich alsbald einen Teil der angereisten Journalisten-Meute an, welcher bereits heftig mit den Musikern im Gespräch ist.

Anwesend sind an diesem regnerischen Freitagnachmittag also Axeman Lord Ahriman, Sänger Masse Broberg alias Emperor Magus Caligula, den Insider noch als ersten Sänger von Hypocrisy kennen dürften sowie der zweite Gitarrist Chaq Mol.

Dann geht es mit mehreren Taxen ab zu den Hamburg Dungeons, wo gleich nach dem Eintreffen diverse erste kühle Biere gezischt werden.

Mit von der Partie ist auch Per Gyllenbäck, der bärtige blonde Labelinhaber von Regain Records sowie sein Promo-Mann und Namensvetter Per „Busse“ Bussmann. Gyllenbäck befördert die drei Musiker väterlich nach Hamburg und zurück.

Nachdem Dark Funeral nämlich damals von ihrem vorherigen Label No Fashion Records laut eigener Aussage „wie so viele andere sehr gute Bands auf unglaublich infame Art und Weise abgezockt“ worden waren, unterzeichneten die beliebten Schwarzmetaller vor einiger Zeit bei der aufsteigenden Firma Regain.

Nach circa einer halben Stunde erfolgt dann unsere Führung durch besagte unterirdische Hamburg Dungeons, welche die Anwesenden durch zahlreiche mehr oder weniger kitschig-gruselig gestaltete Gewölbe führt.

Das dortige Interieur könnte muffiger wohl nicht miefen. Die Macher dieser – zugegebenermaßen nicht nur auf mich recht belanglos wirkenden – Touristen-Attraktion rufen den internationalen Besuchern darin diverse historische Tragödien wie Brände, Flutkatastrophen, Pest und Inquisition ins Gedächtnis. Kauzig und irgendwie ulkig sind die verschiedenen kostümierten Führer, welche als zwar schlechte Schauspieler trotzdem das Beste aus ihrem ungewöhnlichen Job machen.

Nach diesem geschichtlich informativen Zwangs-Exkurs sollten wir endlich die mitgebrachten neuen Dark Funeral-Kompositionen hören dürfen. Doch leider waren derer nur sehr wenige einigermaßen fertig gestellt worden, die meisten davon gar ohne Gesang. Noch komplett unbetitelt, donnerten diese dann aus einer eigens dafür heran gekarrten Beschallungsanlage heraus. Emperor Magus Caligula kommentierte sowohl vor als auch zwischen den gespielten Stücken immer wieder die spezielle Situation, dass man zum bestehenden Zeitpunkt „trotz allem entgegen gesetzten Bemühen der Beteiligten eben leider im Moment noch nicht mehr liefern“ könne.

Die Tonqualität der neuen Lieder ist wie eingangs erwähnt ungewöhnlich mies, sodass man schon wirklich ganz genau hinhören muss, um Feinheiten im tosenden Krach wahrzunehmen.

Auffällig erscheint mir primär der überraschend abgeänderte Gesang von Emperor Magus Caligula, der neuerdings lange nicht mehr so infernalisch kreischt und schreit, sondern sich auf eine ganz gewisse Art und Weise, sagen wir mal, etwas besonnener, artikuliert.

Auch das Wort „Satan“ scheint nun völlig aus seinem Vokabular verschwunden zu sein. Hört sich aber sehr interessant und verdammt eigenständig-individuell an, wie das kommende Dark Funeral-Studiowerk von ihm vokalisiert wird.

Schlagzeuger Mattias „Matte“ Modin, der sonst noch bei Defleshed und Infernal gekonnt die Felle schändet, hat sein ohnehin rekordverdächtig schnelles und komplexes Spiel für den anstehenden Langspieler der Schwedentruppe um Lord Ahriman scheinbar erneut in einigen Belangen wie ausgefeilter Schlagtechnik und rhythmischer Diversifikation steigern können.

Erwähnenswert sind mir daneben auch die kommenden – an machtvolle Klassik-Aufführungen erinnernden – Arrangements, welche den wie gewohnt meist ultraschnellen und manisch kompromisslosen Songs beigemischt werden. Denn mächtiger und bombastischer hat man Dark Funeral wohl bisher noch nicht gehört.

Anschließend zelebrieren die Bandmitglieder, zu diesem Zeitpunkt bereits merklich alkoholisiert, mitsamt Schreiberlingen eine andauernde Foto-Session, die den drei Musikern stellenweise artistische Kletterkunststückchen abverlangt. Für das von meiner Seite verlangte Portrait mit mir durften sie jedoch gerne auf dem Boden bleiben.

Dann heißt es erstmal ausgiebig Essen fassen und weiter dem Alkoholgenuss zu frönen, was schließlich zu den einzelnen Interviews überleitet.

Obwohl zu diesem Zwecke zunächst eigentlich nur für Emperor Magus Caligula eingeteilt, unterhalte ich mich im Weiteren glücklicherweise auch ausgiebig mit Lord Ahriman sowie Chaq Mol.

„Das Cover der neuen Platte fügt sich dem vom letzten Album „Diabolis Interium“ bestens an. Gemacht wurde es vom selben Designer. Es zeigt wieder einen Dämon, der einen stattlichen Wutausbruch hat. Ein satanischer Machtschrei sozusagen. Ich gab Daniel `Morbid` Valeriani vorab einige meiner Ideen mit auf den kreativen Weg, und das Resultat entspricht erneut exakt meinen beziehungsweise unseren Vorstellungen. Die Fans, die das Frontcover von „Diabolis Interium“ lieben, werden sich auch für das neue Cover-Bild begeistern können. Die dämonische Farbenpracht, der Reichtum an grafischen Details sowie die Art, wie alles miteinander kombiniert wurde, all das ist für unsere optische Album-Repräsentation schlicht perfekt zu nennen“, freut sich Sechssaitenschrubber Lord Ahriman mit Recht über das aktuelle Düsterkunstwerk von Grafikspezialist Valeriani.

Da das neue Apokalypsewerk von Dark Funeral doch verdammt extrem geworden ist, leite ich das Gespräch gleich weiter in Richtung neuzeitliche private Hörvorlieben des schwarzhaarigen Gitarrenquälers. Dieser überrascht unumwunden:

„Obwohl ich eigentlich bisher recht wenig mit dieser Band anfangen konnte, so muss ich doch sagen, dass „With Teeth“ das aktuelle Album von Nine Inch Nails, mir verdammt gut gefällt. Endlich haben sie es geschafft, ihren düsteren Industrial Rock eingängig zu gestalten. Ich höre die Scheibe wirklich oft, und das wird sich so schnell auch nicht ändern. Hätte ich meine Frau nicht, die ein riesiger Fan von Nine Inch Nails ist, so wäre ich wohl niemals zu der Band gestoßen.“

Interessant, was Frauen immer wieder so alles zu bewirken imstande sind. Wie Ahriman mir nachfolgend stolz verkündet, ist er bereits seit zehn Jahren verheiratet, und dazu noch glücklich.

„Unser Geheimnis ist wohl, dass wir eine ausgeprägte innere Verbundenheit zueinander haben, eine starke spirituelle Übereinstimmung, könnte man dazu auch sagen. Obwohl sie eigentlich überhaupt kein Anhänger von Black Metal an sich ist, so teilt sie doch meine Vorlieben für das Dunkle, das Mystische und das Übersinnliche.“

Chaq Mol, der zweite Gitarrist, sitzt ebenfalls mit am Interviewtisch. Vom reichlichen Alkohol des betreffenden Abends bereits sichtlich und auch hörbar betört, lässt er es sich jedoch nicht nehmen, seinem Bandkollegen dazwischen zu fahren, um ebenfalls ein wenig zum aktuellen Brecheisen namens „Attera Totus Sanctus“ abzulassen.

Er steigt mit überschwänglichem Kollegenlob für Ahriman ein:

„Ich habe lange drüber nachgedacht, daher kann es nun getrost behaupten: Das, was Jimi Hendrix mit seinem intuitiven Gitarrenspiel noch heute für den Rockbereich darstellt, exakt diese große Bedeutung hat das Spiel von Lord Ahriman in der Gegenwart für den Black Metal.“

Diese Behauptung schreit geradezu nach einer tiefer gehenden Ausleuchtung. Und Chaq Mol fährt fort:

„Ich las in vielen Reviews und Interviews, gerade zum letzten Album „Diabolis Interium“, das bei Dark Funeral wohl Keyboards im Spiel wären. Doch mitnichten, die haben bei uns keinen Zutritt. Ahriman kriegt solcherlei Klänge nämlich komplett auf seiner Gitarre hin. Obwohl ich auch schon ziemlich lange spiele, genauer gesagt seit ganzen 20 Jahren, und in einer ganze Menge an Bands gespielt habe, so ist er doch derjenige von uns beiden, der es im Endeffekt einfach besser draufhat. Er setzt beinahe alle seine Finger ein, um die Saiten seiner Gitarre zum Stöhnen zu bringen und seinem Instrument dabei die unglaublichsten Töne zu entlocken. Er nimmt seine Sache wirklich verdammt ernst. Wir alle nehmen unsere Sache mit Dark Funeral ernst, wie man auf dem neuen Album nur zu deutlich hören kann. Die Scheibe ist die reine Hölle.“

Wie der gute Chaq Mol, ergötzlich lallend, weiter von sich gibt, stellen er und sein Gitarrenbruder Lord Ahriman ein gut aufeinander eingespieltes Saitenduo dar.

„Wir verstehen uns auf spielerischer Ebene blind, es funktioniert perfekt. Ich spüre bei jedem neu kreierten Riff ganz genau, wie Ahriman es haben und weiter ausbauen will. Andererseits hätten die vielen superschnellen Riff-Folgen und speedigen Rhythmusattacken für das neue Studioalbum „Attera Totus Sanctus“ wohl auch nicht in dieser Perfektion funktioniert. Die neue Musik von Dark Funeral, die wir mit diesem Album spielen, ist mittlerweile dermaßen extrem geworden, dass es ohne ein absolut perfekt ablaufendes Zusammenspiel in keiner Weise funktionieren würde. Ich würde dann auch überhaupt nicht in diese Band hinein passen. Denn hier nur ganze Sachen gemacht und niemals Halbherziges. Hier wird nicht nur einfach extrem und präzise drauflos gespielt. Bei Dark Funeral muss man von tief innen heraus fühlen, worum es geht und gehen soll. Schnell und genau sind ja sehr viele Gitarristen in unserem Genre, doch dabei auch noch so dermaßen organisch wie Ahriman spielt keiner“, entfährt es ihm, lauthals hustend. Denn eine langwierige und überaus lästige Grippeinfektion plagt ihn, wie er mich informiert.

Ahriman ergänzt all dies, von der anderen Seite her, mit gewohnt lässiger Besonnenheit. „Als so etwas Besonderes sehe ich mich eigentlich gar nicht. Klar, ich bin kein Anfänger mehr nach all den Jahren der Praxis, doch bin ich auch auf dem Boden geblieben. Abzuheben liegt mir sowieso nicht, und das würde sich auch negativ auf meine Art des Spielens auswirken. Ich brauche den Hunger nach Kreativität. Der ist noch lange nicht gesättigt, worüber ich sehr froh bin. Ich ziehe eben einfach mein eigenes Ding durch, bis in die allerletzte spielerische Konsequenz, ohne Kompromisse. Glücklicherweise bin ich in der Lage, das, was mir beim Komponieren und Spielen durch den Kopf geht, 100%ig durch mein Spiel zu äußern.“

Wenn es sich ums Komponieren dreht, so kann sich Ahriman nicht einfach seine Saitenstreitaxt umschnallen und loslegen, wie er durchblicken lässt.

„Ich muss auf ganz spezielle Momente warten, wenn etwas Gutes dabei herauskommen soll. Schließlich soll ja `Musik` dabei entstehen, nicht nur rhythmischer und hasserfüllter Krach. Am erfolgreichsten beim Schreiben der Stücke für Dark Funeral bin ich, wenn ich depressiv bin. Dann fallen mir die besten Gedanken für unsere Songs ein. Wut ist auch ein guter Antriebsmotor für meine Kreativität, doch Depressionen bringen mich künstlerisch viel weiter – wahrscheinlich, weil dieser Gemütszustand mich mental mehr in mein Innerstes führt. Beim Ausarbeiten der neuen Kompositionen für „Attera Totus Sanctus“ war ich wohl so depressiv und aggressiv wie nie zuvor. Denn wir haben einfach viel zu viel Scheiße in der jüngeren Vergangenheit hinnehmen müssen, inklusive den unzähligen Enttäuschungen und schier endlosen Ärgernissen mit No Fashion Records. Sie haben uns nach Strich und Faden beschissen, soviel steht nun eindeutig fest. Gleichzeitig hat sich aber auch die Weltsituation eindeutig zum Schlechteren hin gewandt, was auch an mir nicht spurlos vorübergeht.“

Des Teufels bitterböse fauchende Donnerkehle höchstpersönlich, Sänger Emperor Magus Caligula, steigt anschließend ebenfalls mit bester Erzähl- und Bierlaune ins angeregte Interviewgespräch ein.

„Von unserem alten Plattenlabel No Fashion Records sind wir wirklich auf der ganzen Linie enttäuscht. Wir hatten eine Unmenge an Ärger durch die, was uns auch eine Menge an Zeit kostete. Nicht umsonst mussten unsere Anhänger so dermaßen lange auf ein neues Studioalbum von uns warten. Und nicht umsonst existiert das alte Label ohnehin nicht mehr. Als man dort das eigene Versagen mehr und mehr registrierte, verließen die Ratten irgendwann das sinkende Schiff. Ein Jammer, denn No Fashion hatten für eine gewissen Zeit einige der besten Black Metal-Truppen Skandinaviens überhaupt in ihrem Stall, wie beispielsweise Noctes. Hält man sich dies vor Augen, schmerzt der Untergang dieser Firma umso mehr. Aber das ist jetzt Vergangenheit, wir blicken mit unserem neuen Label guter Dinge in die Zukunft. Der Inhaber ist ein feiner Kerl, der glücklicherweise ganz genau weiß, wie er eine Band unseres Kalibers erfolgreich vermarktet. Und ich meine es genau so, wie ich es sage, obwohl wir schon seit längerer Zeit nur noch sehr schwer Vertrauen zu neuen menschlichen Kontakten aufbauen können – egal, ob nun auf geschäftlicher oder freundschaftlicher Basis. Denn ich hasse Lügen und Heuchlerei wie die Pest. Jemanden hinterhältig anzulügen, und ganz besonders seine engsten Freunde, ist in meinen Augen etwas sehr Schlimmes. Doch mit der Wahrheit nehmen es leider immer weniger Menschen so genau. Wir hoffen jedenfalls das Beste, was die kommende Zusammenarbeit mit dem neuen Label anbelangt.“

Wie Emperor Magus Caligula, der Mann mit dem wortreichen Pseudonym, weiter offenbart, schrieb er die neuen Songtexte für „Attera Totus Sanctus“ überwiegend im Alleingang nieder.

„Unser zweiter Gitarrist Chaq Mol half mir dabei etwas aus. Die Lyrics dieses neuen Werkes drehen sich einzig und allein darum, wie die Wahrheit auf dieser Welt wirklich aussieht. Ich verwende allerdings zahlreiche Metaphern und lyrisch bedeutungsschwangere Symbolismen. Die Hörer sollten daher primär zwischen den Zeilen lesen, wie man so schön sagt. Die Message ist: Jesus sollte unaufhörlich weinen, wenn er auf diese Welt herabsieht. Was sein Vater hier angerichtet hat, ist auf schreckliche Weise zu einem einzigen Alptraum verkommen. Was Menschen, die angeblichen Geschöpfe Gottes, sich gegenseitig antun, kann kein Gott zulassen. Schon gar keiner, der sich selbst als die absolute Weisheit preist. Genau genommen ist Jesus ein `später` Mann – seit ganzen 2000 Jahren lässt er seine Schäfchen auf seine Wiederkehr warten. Was für eine `Höllengeduld` müssen all diese Leute nur haben, die ihn auch heute noch weltweit anbeten?“ Eine durchaus berechtigte Frage, möchte man meinen.

Sein lyrischer Favorit unter den neuen Tracks ist eindeutig „666 Voices Inside“, da ist sich der blond gelockte Zungenmeister ganz sicher.

„Der Text passt ziemlich gut auf mein eigenes Persönlichkeitsprofil. Es geht um einen Mann, der hört ganze 666 Stimmen in seinem Kopf. Irgendwann wird er komplett schizophren“, lacht der Sänger.

„Wir werden unser bisher gewohntes Corpsepaint und die ganzen schwarzen Lederklamotten in jedem Fall auch weiterhin verwenden, denn ohne dieses erforderliche Beiwerk können wir uns Dark Funeral schlicht gesagt nicht vorstellen. Ganz im Gegenteil: Wir werden es sogar in dieser Hinsicht noch viel krasser treiben. Alles wird noch verstärkt. Auf die kommenden Bühnenshows können sich die Fans auch freuen: Es wird ein ziemlicher Schock sein, uns auf der Bühne in neuer Form zu erleben. Wir haben insgesamt große Pläne. Vieles soll noch dunkler und dämonischer werden, als es je zuvor bei uns der Fall war“, gibt Gitarrist Lord Ahriman mir abschließend noch zu Protokoll.

Spezielle Details hierzu will er leider nicht verraten, aber man wird es ja als Fan noch früh genug erleben können. Und wer die Schweden je auf der Bühne erlebt hat, der kann sich ohnehin gut vorstellen, was da über die Fans hereinbrechen wird.

© Markus Eck, 06.10.2005

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