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Interview: BONFIRE
Titel: Mit Freude bei der Sache

1972 gründeten in Ingolstadt ein paar enthusiastische Rockfans die Band Cacumen, um großen Vorbildern nachzueifern. 1978, die Professionalität war gestiegen, trat Sänger Claus Lessmann bei und prägte die kreativen Geschicke der jungen Band fortan entscheidend, was die Veröffentlichung der beiden Alben „Cacumen“ und „Bad Widow“ zur Folge hat.

1986 erfolgt die Umbenennung in Bonfire. Der Rest, eine bis heute andauernde internationale Hardrock-Karriere inklusive diverser Studio- und Live-Alben, ist deutsche Musikgeschichte geworden. In den letzten Jahren war es für das erfolgreiche Quartett, wie für so viele ihrer alten Kollegen, leider zwar etwas ruhiger geworden, doch nicht wenige blieben den Ingolstädtern treu.

Nun steht für Bonfire, die seit der Bandgründung bereits sage und schreibe über 1.200 Konzerte spielten, mit „One Acoustic Night“ der Release einer Ende 2004 aufgezeichneten Unplugged-Session ins Haus.

„Momentan ist natürlich recht viel los bei uns, aber der ganze Stress wird positiv aufgenommen, denn für uns läuft es wirklich bestens und nach Plan. Derzeit ist der gute alte Rock und Hard Rock ja ohnehin wieder am Kommen, die Anzeichen dafür häufen sich zumindest. Ich glaube sehr, die Leute sehnen sich nach all den vielen Experimenten und neu erfundenen Subkategorien der Vergangenheit in der Musik nach etwas ehrlichem, das von Dauer ist und Bestand hat“, schätzt Claus Lessmann die Lage seiner beständigen Melodik-Combo ein.

Weiter: „Modische Erscheinungen kommen und gehen, doch nur Qualität wird sich auf Dauer auch weiterhin durchsetzen. Und genau nach diesem Motto machen wir auch weiterhin unsere Musik.“

Der Sänger schweift in diesem Zusammenhang gleich noch ein wenig zurück: „Klar, selbst wir haben uns ja in all den Jahren manchmal von irgendwelchen Produzenten und Managern in unser musikalisches Konzept dreinreden lassen und unseren Sound daraufhin modifiziert. Das hat nicht immer geklappt, doch rückblickend waren diese Schritte allein schon deswegen für uns wichtig, da wir auch nicht immer dasselbe Erfolgsmodell kopieren wollten. So haben wir dabei als Künstler auf jeden Fall eine Menge dazugelernt. Man muss sich als Kreativer immer mal wieder neu definieren, sonst würde die Tätigkeit des Künstlers ja zu einer Art Fließbandarbeit verkommen. Und man würde den Spaß an seiner Sache verlieren. Daher haben wohl viele der damalig mit uns gestarteten Rockbands irgendwann auch komplett aufgehört, Musik zu machen.“

Ehrliche Worte, denen Claus Einblicke ins aktuelle Veröffentlichungs-Geschehen bei Bonfire anschließt:

„Die ungestöpselte Akustik-Show im Private Music Club Ende des letzten Jahres war anfänglich gar nicht definitiv dafür vorgesehen, veröffentlich zu werden. Wir wollten erstmal das fertige Konzert-Resultat abwarten. Sicherheitshalber haben wir daher alles schon gleich sehr professionell aufzeichnen lassen. Und der Gig wurde ein überraschend großer Erfolg für uns. Das Publikum war schlichtweg begeistert und simultan gerieten auch wir im Laufe des Abends immer mehr in Hochform. Wir hatten echt eine Riesenfreude dabei, unsere alten Klassiker neben neueren Songs in dieser Form zu spielen, was man auch deutlich heraushört. Wir hatten die Lieder extra für diesen Abend neu arrangiert.“

Nach gemeinsamer Sichtung und Anhörung des Materials waren also alle Beteiligten dermaßen begeistert, dass im Nachhinein der Entschluss gefasst wurde, diese spezielle Bonfire-Show als Doppel-CD und Doppel-DVD den Fans zugänglich zu machen. Claus:

„Es war sowieso wieder mal Zeit für ein Lebenszeichen von uns, was diese Entscheidung noch zusätzlich festigte. Außerdem hat uns der Gedanke an eine reine Akustik-Scheibe schon seit vielen Jahren gereizt. Doch leider kamen wir bisher nie dazu, daher freuen wir uns nun doppelt.“

© Markus Eck, 03.04.2005

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