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Interview: BELPHEGOR
Titel: Blasphemischer Sexismus

Aus dem österreichischen Salzburg kommt eines der härtesten, brutalsten und sicherlich auch perversesten Death Black Metal-Exekutionskommandos der Neuzeit: Belphegor.

Die gnadenlos gemeine Blasphemiekapelle selbst bezeichnet ihren diabolischen Brachialsound, der einem furiosen Höllenritt gleicht, als „grausame und blasphemische Hyperblast-Aggression“.

Apokalyptisch anmutende Endzeitmusik also, welche in die Ohren sticht wie einst die berühmte Lanze ins elendig schwache Fleisch des verhassten Nazareners. Bereits 1990 von Saitenaxt-Spezialist Helmuth, Saitenfolterknecht Sigurd sowie Teufelsvokalist und Höllenbassist Mäxx aus dem satanischen Taufbecken gehoben, entwickelten sich die gotteslästerlichen Österreichketzer nach und nach zu einer der zerstörerischsten Schwarztodtruppen überhaupt.

Ihr erstes Vier-Track-Demotape „Kruzifixion“ erschien im April 1991, welchem Belphegor ein Jahr später ein zweites Demo im CD-Format namens „Bloodbath In Paradise“ folgen ließen. 1994 erschien dann erstmals eine Sieben-Zoll-EP mit dem Titel „Obscure And Deep“ inklusive Black Sabbath-Cover „Sabbath Bloody Sabbath“ auf Perverted Taste Records.

Das kirchenfeindliche Akustikgemetzel ging unverdrossen weiter: Religionsverdammende und manisch schwarzsexistisch ausgerichtete Wahnsinnsalben wie das 1995er Debüt „The Last Supper“ auf Lethal Records, das zwei Jahre später von der Kette gelassene Fegefeuerbiest „Blutsabbath“ sowie das viel gelobte und musikalisch eine vielfache Steigerung aufweisende 2000er Scheiterhaufenalbum „Necrodaemon Terrorsathan“, beide auf Last Episode Records veröffentlicht, bescherten den besessenen Ziegenarsch-Fetischisten aus der Alpenrepublik eine fanatische Anhängerschaft gleicher Gesinnung.

Aktueller Release ist das 2002er Live-Albuminferno „Infernal Live Orgasm“, veröffentlicht auf selbst gegründetem und band-eigenem Label, welches den ambivalenten Firmennamen Phallelujah Productions trägt.

„Infernal Live Orgasm“ wurde aus Anlass des über zehnjährigen Gruppenbestehens veröffentlicht.

In dieser Zeit enterte und besudelte das entfesselte Notenvergewaltigungs-Ensemble unzählige Male die Bühnenbretter und zelebrierte Live-Attacken mit Acts wie u.a. Morbid Angel, Bolt Thrower, Entombed, Asphyx, Sadus, Lemming Projekt, Sodom, Eminenz, Dark Funeral, Destroyer 666, Marduk, Angel Corpse, Immortal, Vader, Incantation, Behemoth, Dunkelgrafen, Dawn Of Dreams oder auch Krisiun.

Nun im Jahr 2003 angelangt, kann Belphegor nach all den Jahren des Bestehens ganz getrost der rühmliche Status von überzeugten Nihilistenkämpferherzen attestiert werden. Im Februar enterten sie die deutschen Mastersound Studios, um unter der Regie von Alex Krull ein ihrer Aussage nach absolutes „Hellblast-Brachialwerk“ einzutrümmern.

Das neue und bis dato immer noch unbetitelte Blasphemiealbum sollte ab Ende Mai 2003 erhältlich sein, falls sich schnell genug ein Label finden lässt, welches die involvierten Kreativleistungen entsprechend zu würdigen weiß. Derzeit bestehen Belphegor aus Helmuth (heretic grunts, chainsaw), Sigurd (6-string armageddon), Barth (bulldozer bass distortion) und Torturer (highspeed artillery).

Barth und Helmuth pausieren für den Autoren während einer hämischen Nonnenbesamung und gewähren eine dunkle Audienz. Ihre Statements wurden 1:1 übernommen.

Wie ist die derzeitige Stimmung in der Horde? Die Fans hoffen, das alles klar ist bei euch und dass eure spießige Nachbarschaft unter euch zu leiden hat!

Barth: „Phallelujah!!! Großartig, da nun Torturer den Thron der Schießbude bestiegen hat, unter dessen Kommando wir in der Lage sind unsere manischen Lobpreisungen klickgenau und im übermenschlichen Tempo runterzuballern, sodass euch hören und sehen vergeht. Die kommenden Blastshows und der nächste Output, den wir nun unter den Fingern von Alex Krull in den Mastersound Studios) einprügeln werden das vorherige Teufelswerk „Necrodaemon Terrorsathan“ bei weitem übertreffen und allen Höllenhunden und -Hündinnen vor Augen führen, wo der Ösi-Hammer hängt. Mehr Infos zum neuen Hatework vom „General“ persönlich, an einer späteren Stelle.“

Wie tituliert ihr selbst eure Musik?

Barth: „Belphegor praktiziert, wie besessen vom Abgrund, „Blasphemic Hyperblast Death Blackt Art“.

Blicken wir zu Anfangs doch noch etwas zurück: Wie liefen eure ganzen Veröffentlichungen bisher im Großen und Ganzen so?

Helmuth: „Proud as fukk! Ich bin Perfektionist und im Nachhinein weiß man immer, was man besser machen könnte um die Brachialität beziehungsweise Intensität zu steigern. Für den jeweiligen Zeitpunkt haben wir jedenphalls immer versucht das Maximum rauszuholen um unseren Incubussen und Succubussen das beste Mördermusical-Package zu bieten.“

Wie seht ihr euer Debütalbum im Nachhinein aus künstlerischer Sicht?

Helmuth: „Aus musikalisch-handwerklicher und auch aus visueller Hinsicht ein absolut unterbewertetes Werk, wenn man bedenkt, das wir schon 1994 in der Lage waren, so brachial zu sounden und sich eben schon ein eigener Style herauskristallisierte, den wir von Album zu Album innovativst steigerten und verfeinerten. Wer was anderes behauptet kann mir meinen Anus ganz innen drinnen ausschlecken!“

Wer hat euer Bandlogo damals entworfen?

Helmuth: „Eine Freundin von mir, wobei ich es dann in all den Jahren verfeinerte. Wir täten nie ein anderes Logo nehmen, solange Belphegor existiert werden wir dieses Logo benützen. Ich finde es absolut cool!“

Euer Bandname, was hat er zu bedeuten?

Helmuth: „Belphegor ist der Dämon der genialen Entdeckungen und Erfindungen sowie der Gott des Knarzes, also der Faulheit. Kein Wunder, wenn man bedenkt das wir drei Jahre brauchen um ein neues Album einzutrümmern, aber bei der unüberschaubaren Flut an Bands eh kein Problem. Wir sahen so viele Bands kommen und gehen. Wir haben immer unser eigenes Bier gebraut und uns hermetisch etwas abgeriegelt, daher sind wir noch immer da und lärmen wie die Höllenhunde! Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom!“

Wie sehr identifiziert ihr euch nach all den Jahren noch immer mit dem Namen?

Helmuth: „Es hat sich nichts geändert; im Gegenteil, wir sind musikalisch immer an unsere Grenzen gegangen und brachialer geworden, was eben von Anfang an unser Hauptziel war. Belphegor sind und bleiben eine anti-god- und anti-kommerzielle Hellblast-Combo! Auch auf unserem neuen Mördermusical wird Mann beziehungsweise Frau wieder feststellen können, das wir uns elendig steigern konnten. Da wir das stärkste Line-Up seid Gründung der Band am Start haben, kann ich hiermit schon den absoluten Meilenstein in der Bandkarriere versprechen.“

Was hört ihr euch denn privat so an?

Barth: „Hauptsächlich werden meine Ohren von Death- und Black Metal gequält. Des Öfteren auch die alten Klassiker aus längst verflogenen Tagen wie Led Zeppelin, Black Sabbath, AC/DC ... usw. Vor klassischen Orgasmen bin ich sicherlich auch nicht abgeneigt, da ja bekanntlich auch Mozart aus unserer Heimatstadt Salzburg stammt.“ Helmuth: „Von Black- und Death Metal über Rock- und Klassik kommt bei mir alles in den Player. Ich liebe harte Gitarrenmucke, es muss halt mitreißend seyn, kein Pseudo-Eunuchen Metal. Von Motörhead und Black Sabbath über Deicide und Morbid Angel bis hin zu Mussorgsky-Brahms, eben intensive mu-sick!“

Was treibt ihr privat denn so alles? Man nimmt an, Wettsaufen bei Pornofilmen und danach im Suff geballte Ladungen von Eierlikör aus dem Dachfenster fliegen lassen etc.

Barth: „Pornos sind sowieso normal und tragen zur aufheiternden Untermalung des Alltags bei. Ansonsten bevorzugen wir es, die Zeit mit der Vergewaltigung von diversen Jungfrauen und unserer Instrumente zu verbringen sowie künstlerischen und sexuellen Freiheiten zu frönen.“

Helmuth: „Trainieren und die Gitarre foltern sowie proben-saufen-ficken und scheißen sowie Masturbieren bis zum Kollaps! Freiheit ist meiner Meinung das höchste Gut. Eben selber zu entscheiden, welchen Weg man geht.“

Inwieweit hat sich die Metal-Szene seit damals während eurer Bandgründung bis heute aus eurer Sicht verändert?

Helmuth: „Naja, gerade eben die Marktüberschwemmung geht mir schon mächtig auf den Arsch. Jeder, der sich ne B.C. Rich-Korea-Copy-Klampfe leisten kann, sollte nicht gleich eine Band gründen, sondern vorher mal die Klampfe zu spielen lernen und nicht nur Sprüche via Internet klopfen! Aber ich höre jetzt Metal seit über 15 Jahren und somit hat sich an meiner Begeisterung für diesen Sound nichts geändert. Im Gegenteil: Ohne diese Musik möchte und könnte ich nicht seyn. Metal is the fukken law!“

Wann erscheint denn nun euer neues Albumbiest?

Helmuth: „Im September 2003 wird unser absolutes bis dato extremstes Highlight released. Wir haben bereits die ersten neun Tage der insgesamt 21-tägigen Studiosession hinter uns, das Ganze ist in drei Sessions aufgeteilt und wird sich circa bis Mitte März ziehen, dann werden wir das neue Werk # Fünf den Labels zum Übernehmen anbieten! Alex Krull ist als Producer verantwortlich und wird uns ein cooles fettes Sound-Brett verpassen, sodass es ballert wie ein Himmelfahrtskommando außer Kontrolle. Einige Interessenten sind bereits am Start. Ich hoffe, dass das diesmal schneller geht als bei der „Necrodaemon Terrorsathan“-CD, wo wir erst ein halbes Jahr warten mussten bis wir das Gustostückerl endlich veröffentlichen konnten.“

Wie verlief eigentlich die Zusammenarbeit mit Last Episode Records?

Helmuth: „Naja, ich will dazu nichts mehr sagen, da wir gerade dabei sind uns die Rechte der alten Belphegor-Alben anzueignen und es dann massive Probleme geben könnte. Es war jedenphalls nicht zufriedenstellend für die Band, da wir eben immer grandiose Reviews einfuhren - speziell das „Necrodaemon Terrorsathan“-Opus schlug ein wie eine Bombe im Vatikan -, aber eben kein Support seitens dieses Labels zu spüren war!“

Zu euren bisherigen Werken: Welche musikalischen Einflüsse wurden dafür im Speziellen verarbeitet?

Helmuth: „Techno, HipHop oder Pop/Rave beziehungsweise House und Rap und deutsche Schlagersounds bereichern unsere Musik und stellen sich aus einer perfekten Symbiosis erwähnter beschissener und degenerierter Styles zusammen. Spit on the carpet, mir kommt gleich das Kotzen. Ich hasse Konservenmusik, ein Haufen Deppen für eine Massen-Konsum-Gesellschaft, weit ab von ihren Wurzeln!“

Welches Musikpublikum soll mit euren Releases angesprochen werden?

Helmuth: „Metalfreaks generell. Ich mag dieses Schubladendenken nicht. Take it or leave it! Wer unsere Mucke mag: Ok, fukken cool! Wer nicht, geht mir am Arsch vorbei. Ich bin kein Pfaffe, sodass ich predige und sage: „Bitte mag/verehre/höre meine Musik!“; es gibt im Metal-Bereich so viele verschiedene Facetten/Sounds/Killertruppen, und das ist eben das geniale an diesem Genre!“

Worum geht es in den euren Songtexten hauptsächlich?

Helmuth: „Mundbegattung, Pudern, Arschficken, Domination, Ketzerei, Fetisch, schwärzeste Sado-Erotik, Masochismus, Atheismus. Also true love und shit like that!“

Wer von euch hat die meisten Texte für die bisherigen Alben verfasst?

Helmuth: „80 % der Lyrics und Musik kreiere ich!“

In welcher Stimmung und unter welchen Einflüssen wurde meistens getextet?

Helmuth: „Unter jeglichen möglichen Stimmungen und Einflüssen, die ein Mensch sich nur vorstellen kann, wenn er beziehungsweise sie eine ausgeprägte Vorstellungskraft und Fantasie besitzt!“

Zukunftspläne?

Helmuth: „Wir täten gerne mal im Amiland ein paar Bühnen in Schutt und Asche ballern. Auch Greece wäre eine Reise wert oder bei den Japanern, die sollen ja recht auf ihre Musiker achten und den damit verbundenen Respekt.“

Barth: „Nach Veröffentlichung des neuen Albums soviel als möglich zu touren, sämtliche Festivals zu verwüsten und den Blast-Gewitterhagel auf dem verdammten Planeten global auszuweiten.“

Größter Wunsch?

Helmuth: „Pamela Anderson im necroiden Zustand anal zu befriedigen. Und ein gutes Label, das uns endlich den meiner Meinung nach verdienten Support gibt und uns eben vertriebsmäßig weiter bringt! Ein Mundfick mit Cameron Diaz´ Superlippen wäre auch nicht schlecht oder ein Küsschen vom Papst auf mein Hinterteil. Ich hoffe, das ist jetzt nicht wieder zu sexistisch, das ist halt der österreichische Humor! Wir lieben Frauen, ohne wäre es ja mega-lasch in der underworld. Also: Love it or leave it!“

Eure größte Angst?

Helmuth: „Als zugegeben Schwanzgesteuerter fürchte ich, dass mir die Monsternudel nicht mehr in die Höhe steht! Oder das ich beim Onanieren einen Finger verliere und nicht mehr mein Six-string-Baby zu spielen in der Lage bin!“

Lieblingsband?

Barth: „Da gibt’s einige davon ... u.a. eben Morbid Angel und Deicide!“

Meist gehasste Band?

Barth: „Auf die scheiß' ich, fukk off!“

Letzte Worte an dieser Stelle an die Fans?

Helmuth: „Ein aufrichtiger heftiger Gruß und ein Danke an alle, die uns in irgendeiner Form bislang unterstützten, und es ermöglichen, hier und dort abzuballern und einige coole Alben zu releasen. Im September 2003 kommt unser neues Opus Infernale mit Soundcollagen zum Ultimo-Höllenritt! Checkt das Album an, es wird euch direkt in den lodernden Abgrund blasen. Erwartet acht dämonische Staccato-Tracks mit einer exzessiven Brachialgeschwindigkeit, ein absoluter Meilenstein im Death Black Metal-Genre, im typischen Belphegor-Gewand. Aber dieses Mal mit einem absolut brillanten Sound! Für weitere Album-News/Gigs/Festivals checkt www.belphegor.at“

© Markus Eck, 03.03.2003

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