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Band: SCARLET ANGER
Titel: Dark Reign
Genre: Thrash Metal
Label: Dust On The Tracks
Format: Album CD
Punkte: 9 / 10

Gleich vorweg: Scarlet Anger zeigen hiermit klar und nachhaltig auf, dass die Stilistik Thrash Metal noch immer eine Menge Freude machen kann. Richtig gelesen: Freude!

Denn während sich die bei weitem überwiegende Anzahl der ganzen Konkurrenten in immer mehr Brutalität und Monotonie verzettelt, so sprüht das Debütalbum „Dark Reign“ nur so vor herrlich stimulierend wirkender Spiellaune, knackig-unverbrauchtem Ideenreichtum und haufenweise originellen Überraschungen. Enthalten sind die fünf Tracks von der erfolgreichen 2011er EP sowie sechs neue Kompositionen als auch eine Demo-Version der Nummer „Scarlet“.

Und nur allzu selten habe ich nach der damaligen Blütezeit des Thrash Metal dermaßen frenetisch inszenierte und gekonnt melodisierte Gitarrengewitter über mir krachen und donnern gehört. In der Luxemburger Formation um den vielfach fähigen Sänger-Könner Joe Block pulsiert ganz eindeutig ein gigantisches Herz für die Old School-Variante des klassischen Thrash Metal der 1980er Jahre.

Doch altbacken klingen ebenso pfundige wie schmissige Stücke wie beispielsweise der peitschende Opener „New God Rising“ oder das vollmelodische Hit-Stück „Game Over“ keineswegs! Denn das Quintett zeigt sich spieltechnisch und -kulturell von seiner allerbesten und souveränsten Seite, was auf mich immens belebend wirkt. Überhaupt, das ganze Scarlet Anger-Langeisen ist eine einzige Sternstunde! Dafür gebührt dem energischen Newcomer-Kommando zweifellos der riesengroße Respekt der weltweiten Thrash-Legionen.

Exakt so fühlte es wohl auch Jeff Waters, Szene-Kennern bestens bekannt von der kanadischen Speed- und Thrash-Größe Annihilator. Da Waters mit seiner Combo schon seit längerer Zeit nichts richtig Begeisterndes auf die Reihe bekommen hat, kamen ihm Scarlet Anger gerade recht und er masterte diesen spritzigen Langdreher in seinem Studio. Gut für Jeff, Glück für unsere fünf Luxemburger! So klingt neben starker und famos umgesetzter Kreator-Schlagseite auch der gute alte Annihilator-Spirit durch, wie beispielsweise im neunten Knüller „Prince Of The Night“.

Scarlet Anger zeigen sich auf „Dark Reign“ ohnehin als riesig ambitionierte und lustvoll schwitzende Schwerarbeiter, die sich ihrer Berufung voll und ganz verschrieben haben. Resultierend daraus ergeben sich verführerisch rabiate rhythmische Gewaltausbrüche der gefährlich stürmischen Hurricane-Klasse, die einen als echten Old School Thrash-Maniac wirklich schier um den Verstand bringen können. Blanker positiver Wahnsinn! Doch auch für all die fulminanten Killer-Melodiken hängten sich die enthusiastischen Macher hörbar knietief rein. Somit gibt es auch auf diesem Sektor nicht das Geringste von meiner Seite aus zu bemängeln.

Hier steckt tatsächlich die monumentale Thrash Metal-Frische von 100 sonstigen neuen Bands drin. Hört man nämlich die dramatisch hohe Qualität der enthaltenen Volltreffer auf „Dark Reign“ in entsprechend hoher Lautstärke, so beutelt es gar den ganzen Körper durch. Mögen Scarlet Anger den großen Erfolg bekommen, den ihr großes Können verdient. Dafür drücke ich den Jungs nur zu gerne die Daumen, die hier schon mal ganz stark und steil direkt nach oben ausschlagen!

© Markus Eck, 01.06.2012

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Rating scale:
10 • Timeless perfection.
9 • Impressing awesomeness.
8 • Great performance.
7 • Solid stability.
6 • Decent try.
5 • Uninspiring mediocrity.
4 • Failed presentation.
3 • Insubordinate badness.
2 • Terrible impertinence.
1 • Superfluous futility.
0 • Painful ear-torture.

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