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Band: FERNDAL
Titel: Singularitäten
Genre: Black Metal
Label: Einheit
Format: Album CD
Punkte: 7 / 10

Schwer, fatal schwer, legt sich dieses zweite Langwerk der Nordrhein-Westfalen mit aller unbeirrbaren Entschlossenheit aufs Gemüt. Und nichts anderes wollen Ferndal mit „Singularitäten“, wie ich denke.

Einer ebenso authentisch wie ästhetisch gesinnten Formation wie dieser müssen all die heutigen Banalitäten, Profilneurosen und konstruierten Exzesse des sich damit größtenteils selbst entwertenden Genres ein absoluter Graus sein. Ihren grundstabil komponierten, angenehm unprätentiös gespielten und partiell melodisch tief getränkten Black Metal zelebrieren Ferndal erneut mit einem berührend kunstsinnig gestrichenen Violoncello, welches dabei als vollwertig tragendes Instrument gelten darf und soll.

Für so einige weitere, bannende Aha-Momente sorgen auf „Singularitäten“ wohltuend homogen arrangierte Passagen, in denen weitere Celli sowie Konzertflügel, Orgel und sogar ein Waldhorn (!) interagieren. Die ebenenreichen Kompositionen dürfen sich in jedem der mannigfaltigen Spieltempi nach aller dunklen Lust und mystischen Laune völlig individuell entfalten. Und dies lässt das Anhören zu einer geradezu besinnenden Erfahrung werden, die mir eine herrliche Verinnerlichung ermöglicht.

Das mutige Miteinander aus Einflüssen der melancholisch geprägten, teutonisch aufgeladenen Klassik und dem sinnbildlich riesenwuchtig geschlagenen Schwarzmetallschmiedehammer funktioniert nicht vom ersten Moment an. Dafür sind die komplexen Lieder mitsamt ihren nonkonformen Strukturen viel zu divers angelegt. Connaisseure wissen: solcherlei kann bei richtigem Umgang echte Langzeitwirkung entwickeln.

Sicher ist jedenfalls: „Singularitäten“ bietet Erlesenes für Liebhaber. Ein geheimnisvoller Schatz für eine spezielle, hin und wieder gerne theatralisch empfindende Sorte von Menschen, die es strikt bevorzugen, sich auf eine Band, ihre Musik und ein Album gänzlich einzulassen, und das Ganze nicht nur einfach beliebig zu konsumieren.

© Markus Eck, 30.12.2018

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Rating scale:
10 - Timeless perfection.
9 - Impressing awesomeness.
8 - Great performance.
7 - Solid stability.
6 - Decent try.
5 - Uninspiring mediocrity.
4 - Failed presentation.
3 - Insubordinate badness.
2 - Terrible impertinence.
1 - Superfluous futility.
0 - Painful ear-torture.

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