VOLUSPAA
„Asa“
(Aurora Australis) 8/10
Ganz schön lange hat es ja gedauert, bis dieses willkommene Debütalbum fertig gestellt war – gegründet wurde die Truppe bereits 1994 in Norwegen, und nun bieten Voluspaa nach ihren bisherigen vier Demos auf „Asa“ ebenso bodenständig-kernigen wie erfreulich hymnischen und löblich facettenreichen Viking Metal. Die Strukturen der Lieder sind erfreulicherweise nicht allzu kompliziert, sodass man ihnen jederzeit gut folgen kann – berauschend mystische Melodien tun ein Übriges, um relativ schnell von dieser außerordentlich tiefgründigen Könnerscheibe unter Beschlag genommen zu werden. Übermäßige Aggressionsausbrüche haben die Beteiligten nicht nötig – selbstbewusst navigieren sie viel lieber in eher schleppenden Gefilden, was eine opulent-bedrohliche Atmosphärenvielfalt generieren kann. Überhaupt tut mir die labend unprätentiöse Erscheinung der Songs verdammt gut, nichts wirkt auf „Asa“ gestelzt, aufgeblasen oder selbstdarstellerisch – so gehört sich das auch in diesem Genre. Nordisch anmutende Tonfolgen traditioneller Machart dienen dabei neben heroischen Klargesängen und diversen besinnlichen Passagen als Stimmungsverstärker der sehr effizienten Art. Und Frauengesänge von solcherlei ergreifender Hingabe hört man im Viking Metal doch viel zu selten. Apropos, Anführer und Leitfigur Freddy Skogstad macht als Sänger, Gitarrist, Bassist und Keyboarder eine sehr gute Figur – um seine oftmals bezwingenden Kämpferkompositionen noch erträglich anzureichern, scharte er eine Vielzahl an Gastmusikanten um sich, die mit allerlei Folkloreinstrumenten sehr geschickt hantieren. Bestens klingen auch die Rezitativbeiträge von Meister Eldur (Fortid), welcher hierauf altnordische Lyriken sehr seriös zum Besten gibt – passt famos zum Ganzen. Nachdem man die elf Tracks genossen hat, fällt die Entscheidung zu weiteren Hördurchgängen daher alles andere als schwer. Ja, das ganze feine Album an sich ist von einer faszinierenden Aura umwoben, die eines gipfelnd verdeutlicht: „Asa“ ist eines der am meisten durchdachten Gesamtkunstwerk, welcher dieser Bereich bislang hervorgebracht hat. Und das schließt auch die superbe grafische Gestaltung des Beiheftes mit ein – auch wenn das Frontcover nun leider nicht gerade eine wikingische Offenbarung ist.

© Markus Eck

(16.06.2010)