UNDER THAT SPELL„Apotheosis“
(War Anthem) 7/10
Wiederholt von
vollmelodisch-eingängigen Glanzlichtern durchzogen, sorgte diese
Scheibe bislang für überwiegend positive Reaktionen –
völlig mit Recht, denn das enthaltene Material hebt sich vom
einheimischen Allerlei doch vergleichsweise hoch ab. So zockt dieser
Teutonentrupp seinen auch technisch einwandfreien Black Metal auf dem
aktuellen Albumsturm „Apotheosis“ mit hoher Spielkultur
– allerdings wirken für meinen Geschmack ehrlich gesagt auch
nicht wenige monoton anmutende Passagen arg in die Länge gezogen.
Überraschend inhaltsarme Passagen, in denen viel zu wenig
passiert. Hierbei hätte man noch mehr auf Griffigkeiten setzen
sollen, beispielsweise eben durch melodische Ingredienzien –
möglich wäre es mit links gewesen, da bin ich mir sicher! So
konzentriere ich mich beim Hören primär auf die vielen
instrumentellen Feinheiten und mitreißenden Raffinessen, welche
die schön intensiven und von Markus Stock
erwartungsgemäß sehr zweckdienlich produzierten
Kompositionen innehaben. Ja, vierköpfige Band inklusive
Ex-Helrunar-Mitglieder versteht ihr musikalisches Handwerk einfach
bestens, was dem stilistischen Mix aus Old School-Schwarzmetall
skandinavischer Schule und mystischem Satanic Black Metal sehr zugute
kommt. Viele eisige Stimmungen sind da entstanden, welche das Quartett
mit finster-gehässigen und dabei oftmals rasanten Nuancen
durchzieht. Für Letzteres sind auf „Apotheosis“ vor
allem die frostig-fiesen Riff-Schleudereien verantwortlich, denen
zuweilen sogar auch eine gewisse majestätische Aura innewohnt. Bei
so was denkt man schnell an Kultbands wie beispielsweise Dissection,
Naglfar und Dawn zu ihren besten Zeiten – ganz richtig, und von
deren großartigem Vermächtnis scheinen auch die Geschicke
von Under That Spell ziemlich beseelt zu sein. Auf dem Vokalsektor
punktet Schreihals Abyss auf mit deutlich hörbarer
Tiefgründigkeit und einer lobenswerten Extradosis Inbrunst –
passt einfach perfekt zum Gebotenen.
© Markus Eck
(15.06.2010)