THULCANDRA
„Fallen Angel’s Dominion“

(Napalm) 9/10
Der Bandname lässt ja vorschnell eher auf eine 0815-Power Metal-Kapelle schließen, die sich genau damit aus der Masse an Konkurrenten herausheben möchte – doch dahinter stecken vier talentierte deutsche Musiker und eindeutig eine obsessive Vorliebe für schwedischen Melodic Black Death Metal. (Die beiden Brüder Sebastian und Tobias Ludwig kennt man bereits von der Pagan Metal-Horde Helfahrt her.) So enthält das aktuelle Debütalbum „Fallen Angel’s Dominion“ druckvolles Material zuhauf, blitzschnell rhythmisiert und von erbarmungslos anmutender Eiseskälte – die von der Band selbst genannten Einflüsse durch alte Helden wie beispielsweise Dissection, Necrophobic, Unanimated oder neuere Protagonisten wie Watain bestätigen sich bei Thulcandra vollauf. Gegründet wurde der schlag- und taktfreudige Haufen 2003, nachfolgend mussten die Beteiligten jedoch als Gruppe einigen Schicksalsschlägen trotzen – was man diesem ultradunklen und frostenden Vollblutmelodikerwerk auch durchgehend anhört. Ja, derart hochkarätig auskomponierte und solch’ tiefemotional anmutende Tonfolgen hört man selten aus einheimischen Gefilden. Gitarrist Steffen Kummerer schreit seine infernalischen Dämonenvokalisierungen dazu so derart fies und haltlos aus sich heraus, dass es massiv ansteckend in Sachen misanthropische Wallungen wirkt. Mit den Schwarzmetallern Dark Fortress sind die Jungs wohl eng verbunden: Produziert wurde diese herrlich stimmungsvolle Killerplatte von V. Santura und als Session-Trommler fungiert kompetent deren Kesselwart Seraph. Schauerlich schön!

 

© Markus Eck

(03.06.2010)