NORTHLAND
Northland
(Black Bards) 9/10
Ergötzlich schmissiger Viking Metal, vollmelodisch mächtig zelebriert
und mit tief berührenden Folklore-Passagen aus dem Hitzekessel Spaniens?
Nordischer Hymnenkult von Iberern? Ganz genau, und was die Ausnahmekönner
Runic von dort vor einigen Jahren bereits so bravourös vormachten, das
führen Northland hiermit in begeisternder Manier fort ihr neues
Debütalbum enthält haufenweise Kracher, die einen aufrechten Anhänger
dieser Richtung unweigerlich in Wallung bringen. Die stimmungsstarke sechsköpfige
Obsessionshorde aus Barcelona, gegründet 2007, legt auf Northland
ein beachtliches musikalisches Potenzial vor was man in dieser hochqualitativen
Ausformung als Gruppe zweifellos nur hinkriegt, wenn man geschlossen 100%ig
hinter seiner Sache steht. Selbst die zu hörende anmutige Epik wurde mit
gigantischer Hingabe für die Ewigkeit konserviert, was ganz besonders in
den eher gesetzten Momenten zu spüren ist. Viele Gesandtschaften auf diesem
Metier scheitern ja genau daran, wenn es darum geht, all die Wildheit und all
die bösen Aggressionen auch einmal beiseite zu lassen und tiefemotionalen
Variantenreichtum wohlklingend zum Tragen kommen zu lassen doch Northland,
begnadete Intuitivtäter, müssen sich über solcherlei Kontexte
zum Glück keinen einzigen Gedanken machen, denn sie gehorchen für
ihre Lieder genau dem, was ihre Herzen ihnen sagen. So entstehen ebenso authentische
wie mitreißende und aufwühlende Viking Metal-Wonnekompositionen,
wie man sie in dieser animierenden Natürlichkeit und willkommenen Unverfälschtheit
nur allzu selten genießen darf.
© Markus Eck
(03.06.2010)