MISTWEAVER
„Tales From The Grave“
(Copro) 8/10
Bereits letztes Jahr kam das neue und vierte Studioalbum dieser noch immer voll und ganz zu ihrer Musik stehenden spanischen Herzbluttruppe auf den Markt – und das urige Frontcover von Mike Schindler ist ebenso „Old school“ wie die Einstellung der Band an sich, das ist deutlich zu sehen und zu hören. Beibehalten haben sie sich ihren speziellen Mix aus Melodic Death Metal und Power Metal – und das im erfreulich spielstarken Kombinat, sehr präsent garniert von Tastenteufel Eduardo Navazo, welcher hier mit opulenten Keyboardkaskaden für sehr viel Stimmung sorgt. Sänger Raul agiert erneut nicht selten leider ärgerlich eintönig, was sich bei Mistweaver wohl aber auch nie mehr ändern wird. Zu schade. Denn mit seiner Gitarre zeigt er sehr großes Können auf, was auf „Tales From The Grave“ durchgehend für belebenden Hörgenuss sorgen kann! All die famosen Melodien passen wie bisher auf den anderen Alben nahezu perfekt zu den herrlich schweren Mid- und mitreißend furiosen Uptempo-Attacken des fingerfertigen Quintetts, somit kann von einer absolut runden stilistischen Mischung gesprochen werden. Zudem ist das Songwriting beziehungsweise sind die Strukturen der Kompositionen angenehm geradlinig angelegt, zuweilen gar effizient simpel, und genau das macht nicht zuletzt einen nicht unerheblichen Teil des Reizes bei Mistweaver aus. Abwechslung bringen die Beteiligten nach Kräften ein, was auf diesem feinen Album auch sehr atmosphärische und ergötzlich emotionale Passagen mit sich zieht – und das alles schön bodenständig und labend durchdacht. Der Bandname steht also nach wie vor nicht für sensationelles Überflieger-Können, doch wissen die beflissenen und beständigen Spanier die internationale Metal-Szene mit ihren Songs auch diesmal absolut willkommen zu bereichern – ich persönlich stehe daher nach wie vor ebenso fest hinter dem liebenswerten Notentrupp wie dieser eingangs erwähnt zu seinen schmissigen Liedern.

© Markus Eck

(14.06.2010)