ETERNAL DECAY
„Beyond The Ties Of Flesh“

(Self-financed) 10/10
Die Welt steckt voller Wunder – eins davon sind die rasanten Melodic Black Metal-Lieder dieser Israeliten! Gegründet wurde der wüste Schwarzmetalltrupp bereits 1998, und bislang traten Eternal Decay mit den beiden Demos „The Foretold Eulogy“ (2001) und „Beyond The Ties Of Flesh“ (2002) in Erscheinung. Lange hat es danach gedauert, doch nun lassen sie endlich ihr Bahn brechendes Debütalbum von der Kette! Ebenfalls „Beyond The Ties Of Flesh“ betitelt, stellt die schaurig schöne Scheibe ein richtiges Meisterwerk dar – samt Abwechslung hoch zehn. Denn: Sie vereinen die besten Momente skandinavischer Bestleistungen auf diesem musikalischen Gebiet und bringen dabei auch noch eine gehörige Portion lodernde Eigenständigkeit in ihre animalischen Kreationen ein. Wuchtig-böllernd produziert, doch ohne nennenswerte Defizite in den Transparenzen, knallen Riffs und Takte mit diabolisch-druckvoller Häme in die Ohren. Und das ist verdammt gut so, denn sie haben haufenweise herrlich überraschende Ideen in den Songs verbaut, was höchste Spannung und angenehme Aufregung während des gesamten Durchlaufs garantieren kann! Prägnante Spezialität der fetzigen Melodikergruppe: Inhuman schnelles und sämtliche Spucke komplett raubendes Apokalypse-Drumming inklusive Double-Bass-Sperrfeuer, spieltechnisch verdammt komplex und beängstigend fest von dem extrem talentierten Fellschinder Morax Netz gedroschen! Genau, und das dient dem dreiköpfigen hebräischen Höllenköter als hämmernder Todesrhythmus für den musikalisch angestrebten Weltuntergang. Eigentlich ja kaum zu glauben, dass so ein monströser Alarm von nur drei Individuen erzeugt wurden. Die neun enthaltenen erbitterten Meuchelnummern auf dieser ungemein ereignisreichen Satansplatte zählen jedenfalls zum Gemeinsten, Verächtlichsten, Fiesesten und zugleich symphonisch opulentesten, was das gesamte Szenemetier in Sachen Black Metal derzeit überhaupt so hergibt. Auch grafisch ist die Veröffentlichung betont professionell aufgemacht. Ein betörender Hochgenuss für Kenner also, was Eternal Decay hier bieten.

© Markus Eck

(13.06.2010)