DIMMU BORGIR
„Enthrone Darkness Triumphant“

(Nuclear Blast) 10/10
Ja, das war es also – das ganz bestimmte Album, welchem damals 1997 beinahe ein ganzes Genre verfiel. Musiker wie Anhänger. Die Songs darauf gerieten ihnen gar so brillant, dass die ambitionierten Norwegerseelen um Kreischkönner Shagrath zu einem viel größeren Label wechseln konnten. Und dort erkannten die Verantwortlichen auch noch ganz genau, welchen mordsfetten Black Metal-Brocken sie sich da geangelt hatten. In einer bis dato im Schwarzmetall beispiellosen Promo-Kampagne wurde nichts mehr dem Zufall überlassen – wie auch die aufwändigen Band-Portraits im herrlich zweckdienlichen Düster-Layout des gelungenen CD-Büchleins offenbaren. Gegenüber den beiden Vorgängern spendierte man den Jungs auch eine bis dato ungewohnt hochkarätige und teure Produktion in den schwedischen Abyss-Studios, welche Jahrtausendkompositionen wie beispielsweise der für solcherlei Verhältnisse schon adlige Opener „Mourning Palace“, „Spellbound“ oder „In Death’s Embrace“ erst so recht zum majestätisch-erhabenen klanglichen Strahlen brachte. Doch auch Tastenkaiser Stian Aarstad zauberte, und zwar mit seinen zehn Wunderfingern: Er brachte nämlich gar atemberaubende symphonische Tonfolgen in bester Klassik-Manier von dunkelmagischer Schönheit zwischen die so hochkreativen Biestlieder, errichtete wundersam gefächerte Stimmungsbögen von emotional absolut überdimensionaler Tragweite. Was für ein einzigartiger, was für ein überquellender Reichtum an fesselnden Kontrasten kam da zusammen! Dimmu Borgir brachten es fertig, genau die diabolische Schönheit im Black Metal zu etablieren, die dem Metier von Anfang an so sehr zu fehlen schien, es schon seit jeher so limitierte. Alle kompositorischen Rechnungen gingen voll auf, kein Ausfall mindert die gigantische Güte dieses teuflischen Geniestreichs – von Jüngern fanatisch verehrt, von Feinden abgründig gehasst und doch: „Enthrone Darkness Triumphant“ war ein absoluter Glücksfall für die Subkategorie. Denn nachfolgend fühlten sich Abertausende von mehr oder weniger talentierten Plagiatoren dazu animiert, es gleichzutun – was wiederum so einige wertvolle Schwarzmetallperlen an die Oberfläche des Geschehens brachte.

© Markus Eck

(03.06.2010)