CANTATA SANGUI
„On Rituals And Correspondence In Constructed Realities”

(Season Of Mist) 8/10
Also, das, was diese verschrobenen Finnen hier für ihr aktuelles Debütalbum so alles fabrizierten, ist schon eine stilistisch wirklich ungewöhnlich verschmolzene Symbiose: Unerschrocken avantgardistisch am betont emotionalen Werk und dabei voller taufrischer Ideen, ist der Band wirklich ein mordsdickes Lob für ihre innigliche Musizierkunst auszusprechen. So verwenden Cantata Sangui aus der Gegend um Helsinki auf „On Rituals And Correspondence In Constructed Realities” überraschend homogen zueinander kombinierte Bestandteile aus den Bereichen Progressive-, Dark- und Gothic Metal, und das tun sie überwiegend in so nie zuvor gehörter Manier. Jederzeit aufwühlend druckvoll und dabei psychotisch anmutend melodisiert geriert sich der gleichfalls beängstigend schizoide als auch hypnotisch schöne Bombastsound des Düstersextetts. Ebenso selten: Kreiert wird die fesselnde Nacht- und Nebelmusik dieser offenbar manisch kreativen Skandinavier mittels zwei knallhart in Pflicht genommenen Bassgitarren, was einem in allen Belangen nonkonformen Schwerdunkelmetallklangbild fluoreszierend pulsierendes Eigenleben ermöglicht. Hört man diese feine Scheibe gar in hoher Lautstärke auf einer teuren HiFi-Anlage, offenbaren sich haufenweise betörende Spielfinessen der beiden beteiligten Tieftoner. Rhythmisch ist das Album also recht biestig, aber insgesamt sind die variantenreichen Kompositionen der Gruppe doch von faszinierend melodramatischer Anmut und Schönheit.

 

© Markus Eck

(30.12.2008)