WAYLANDER
„Reawakening Pride Once Lost”
(Midhir) 8/10
Als ich mir kurz nach dem Erscheinungsdatum im Jahr 1998 das Debütalbum
dieser außerordentlich rhythmus- und trinkfesten Iren holte, machte sich
nachfolgend binnen weniger Hörmomente rohe Begeisterung breit. Brennende
Begeisterung, die bis heute in mir angehalten hat und dies wohl auf immer tun
wird, denn die Scheibe ist gelinde gesagt einfach klasse. Kernig-erdige und
beherzt-zünftig dargebotene Pagan Folk Metal-Kunst wie diese war damals
noch etwas völlig Neues, etwas ganz Besonderes. Im Original noch auf Century
Media veröffentlicht, ist die Scheibe mittlerweile recht selten geworden.
Die junge irische Plattenfirma Midhir nahm sich daher des zeitlosen Heidenklassikers
an und brachte diesen als erneute Pressung auf den Markt. Die zahlreichen schmissigen
Tempi, stets druck- und kraftvoll als auch zuweilen packend brachial instrumentiert,
sind wirklich zutiefst ergötzlich. Vor allem, wenn Waylander ihre Attacken
durch traditionelle irische Folk-Einsprengsel ergänzen. Traditionelle heimatliche
Zinnflöten sowie allerlei Perkussionsinstrumente dienen dem Quintett auf
„Reawakening Pride Once Lost” neben zahlreichen Akustikgitarren-Arrangements
als probate Hilfsmittel, wenn es darum geht, altertümliches Ambiente zum
Leben zu erwecken. Ja, dem für die eigene gute Sache regelrecht entflammten
Inseltrupp fiel Einiges ein, um das Liedgut für diese CD so hörenswert
und abwechslungsreich als nur möglich zu machen. Auch Gesanglich passiert
sehr viel, so geht es primär höchst rabiat und krude zur Kehlensache:
Ein erzrauer Mix aus barsch gegrollten Vokalisierungen und schwarzmetallischen
Einschüben ertönt da, abartig inbrünstig vorgetragen vom langmähnigen
Kriegerbarden Ciarán O'Hagan alias „ArdChieftain“. Keltisch akzentuierte,
siegestrunken frohlockende Schlachtenrufe setzen da zusätzlich so manchen
triumphalen Akzent. Doch die fünf passionierten Natur- und Bierliebhaber
von der berühmten grünen Insel haben noch mehr auf der Ledertasche:
So fanden auch anmutig-sehnsüchtige, respektabel ästhetische Wehmuts-Passagen
ihren passenden Weg auf diese tolle und grundehrliche Platte. Abschließend
ergänzt wird „Reawakening Pride Once Lost” durch zwei reizvolle Bonusstücke
– nämlich „A Hero´s Lament“ und „Sunrise“, welche beide in ursprünglichen
Demo-Versionen zu hören sind. Was man also von einschlägig bekannten
Gruppen wie Cruachan und Primordial seit Jahren so innig liebt, das haben auch
Waylander auf ihrem mitreißenden Debütalbum wirklich bestens hinbekommen.
Ein Stück Geschichte des Genres.
© Markus Eck
(18.01.2007)