THY MAJESTIE

„Jeanne D´Arc“

(Scarlet) 10/10

Seit 1998 bestehen diese Italiener als Symphonic Melodic Power Metal-Gruppe, seit dem Jahr 2000 hat auch der Rest der Welt mittels des offiziellen Debütalbums „The Lasting Power“ davon Kenntnis genommen. Als ich dessen Albumcover damals zu Gesicht bekam, wusste ich schon intuitiv, dass die Jungs ihre Sache mit Herzblut machen. Ich sollte Recht behalten. Aber während alle Welt stets von Rhapsody spricht, wenn es um den italienischen Beitrag zu dieser musikalischen Sparte geht, kommt der Bandname Thy Majestie leider immer wieder viel zu kurz. Denn auch Thy Majestie sind begnadete Songschreiber und vollkommen leidenschaftliche Musiker, die es scheinbar blind verstehen, ohnehin schon furiosen Partituren instrumentell prall erfülltes Leben einzuhauchen. Auch „Jeanne D´Arc“, das nagelneue Studio-Langeisen der feurigen Epiker um den seit 2004 mitmischenden Sänger Giulio Di Gregorio, enthält eine prächtige Fülle an bombastischen Power Metal-Symphonien, inklusive blendender Gitarrenarbeit der spielfreudigsten Klasse. Stets von ein wenig Filmsoundtrack-Flair umgeben, drehen sich die Song-Lyriken von „Jeanne D´Arc“ dem Albumtitel entsprechend um allerlei Schwertschwingerei um die legendäre französische Freiheitskämpferin Jeanne d´Arc.

Als Tochter eines reichen Bauern wurde sie am 6ten Januar 1412 in Domrémy in Lothringen geboren und errang großen Ruhm, als sie im Hundertjährigen Krieg durch heldenhafte Taten glänzte. Anfänglich durch König Karl VII. unterstützt, setzte Jeanne d'Arc ihren Kampf gegen die Briten ohne große Erfolge im Alleingang fort. Am 23ten Mai 1430 wurde sie von den Burgundern, also den britischen Verbündeten, eingefangen und gegen eine Summe von 10.000 Franken an die Briten übergeben. Jeanne wurde der Ketzerei angeklagt, der Prozess gegen sie begann am 9ten Januar 1431 in Rouen. Karl VII. wollte und konnte nicht riskieren, in direkter Verbindung mit einer „Hexe“ gebracht zu werden. So unternahm er nichts, um Jeanne d'Arc zu helfen von allen verlassen, wurde sie schließlich schuldig gesprochen. Am 30ten Mai 1431 verbrannte man sie auf dem Marktplatz in Rouen bei lebendigem Leibe. Abschließend zurück zur Musik: Begeisternd gutes Zusammenspiel aller beteiligten Akteure, Speed, Bombast und festlich berauschende Melodik machen auch aus diesem meisterlichen Werk wieder eine einzige Wonne.

 

Markus Eck