PERSEFONE
„Truth Inside The Shades“
(Adipocere) 9/10
Aus der Berggegend in den Pyrenäen, also zwischen Frankreich und Spanien, kommen diese fünf innovativen Hoffnungsträger. 2001 gegründet, liegt nun das Debütalbum „Truth Inside The Shades“ vor. Ihr hochanspruchsvoller Gigantensound ist sehr technischer, aber jederzeit nachvollziehbarer Melodic Symphonic Death Metal, dessen Black Metal-Gesangseinlagen und progressive Power Metal-Querverweise den Reiz an diesem enorm vielfältigen Werk nur noch erhöhen können. Mit diversen Einflüssen aus der Klassik, von Chopin oder Beethoven beispielsweise, wie im vierten Track „Niflheim (The Eyes That Hold The Edge)“, setzen PERSEFONE allerlei fesselnde Aspekte – ohne jedoch damit ständig hausieren zu gehen. Denn hier wirkt alles wie komplett aus einem Guss. Und die edle Dramatikmusik des famosen Quintetts hat somit fürwahr keinerlei Effekthascherei nötig. Mit letztgenannten Merkmalen erinnern PERSEFONE nicht selten an etablierte Acts wie Symphony X oder Cacophony, oder aber simultan auch an Opeth oder Arcturus, gerade, was die erwähnten progressiven Momente anbelangt. Auch auf gesanglichen Ebenen äußerst abwechslungsreich, duellieren sich auf „Truth Inside The Shades“ inmitten choraler Einschnitte diverse Growl- und wehmütige Klargesänge – hervorragend zu hören im zweiten Song „The Whisper Of Men“. Hier verwandelt Keyboarder Miguel Espinosa in aufreibender Manier tiefgehende Tastentöne in allerlei wohlgeformte Klangkörper. „The Whisper Of Men“ steht in seiner sprachlos machenden, aber harmonischen Komplexität stellvertretend für alle Songs auf diesem herrlichen Album. Eines jener zeitlosen, nuancenreichen und restlos durchdachten Werke im Metal-Bereich, welche auch nach vielen Jahren noch problemlos gehört werden können.
Markus Eck