MASTER
„Slaves To Society“
(Twilight) 8/10
Es ist schlicht und ergreifend als purer Wahnsinn zu titulieren, was der gute
alte Paul Speckmann für dieses neue Hammeralbum auf elf starke Song-Beine
gestellt hat. Der Master-Tieftoner und -Grummelsänger gilt mittlerweile
als Genre-Urgestein. Und während andere Death Metal-Kapellen mit den Jahren
immer mehr Zähne verlieren, beißen Master mit „Slaves To Society“
kraftvoller als je zuvor zu. Das tschechische Treiber-Trio um den langbärtigen
Todesblei-Obermeister legt auf diesem neuen Werk die unbändigste Spielfreude
vor, die man sich in diesem Genre überhaupt heutzutage noch vorstellen
kann. Und Paule gab alles. Dickes Lob steht jedoch auch Gitarrist Ales Nejezchleba
zu, denn der Mann lässt die Finger wie rotierende Zentrifugen über
die sechs Saiten fliegen. Hat wohl Amphetamine vom Fass verabreicht bekommen,
der Kerl. Herrlich zügellose Thrash-Schlagseiten zieht auch der irre taktgenau
draufhauende Trommler Zdenek „Zdenal” Pradlovsky auf. Master in Reinkultur eben
– nein, mehr noch, eine besessene Knüppeltruppe, die hierfür glatt
über sich selbst hinausgewachsen ist. Sozial- und gesellschaftskritisch
wie eh und je sind die Lyriken auf „Slaves To Society“ ausgefallen – worüber
alleine schon Liedertitel wie beispielsweise „The Darkest Age”, der Titelsong,
„World Police”, „In Control” oder auch „Beaten For the Possibility” adäquat
Auskunft geben.
© Markus Eck
(27.03.2007)