FOREFATHER
„Steadfast“
(Seven Kingdoms) 10/10
So richtig um- und nachfolgend weggeblasen wird man als Pagan- beziehungsweise
Viking Metal-Verehrer ja leider nur noch sehr selten. Vor rund zehn Jahren war
das noch anders, doch mittlerweile gebricht es diesen Genres eben ganz einfach
an lodernd leidenschaftlichen und wirklich hungrigen Figuren. Dass die Welt
mehr und mehr ihre Ideale und Werte verliert, schlägt sich halt auch in
vielen künstlerischen Schaffensbereichen nieder. Umso mehr freut es mich
daher natürlich, dass die beiden britischen Viking Metal-Gevattern Athelstan
und Wulfstan mit diesem neuen Studioalbum ihr bisheriges Meisterstück am
Start haben. Ja, ich, der ich von Anbeginn an passionierter Anhänger ihrer
großepischen Historien-Musik bin und der sämtliche Forefather-Alben
im Regal stehen hat und wie Schätze hütet, ich bin wirklich vollauf
begeistert! Denn „Steadfast“ zeigt das hochbegabte englische Dramatiker-Duo
von bisher ungekannten – positiven – Seiten. Forefather setzen im aktuellen
Falle auf haufenweise oberprächtig hammer-rhythmische Trommel-Rasanzen,
mörderisch druckvolle Gitarren-Dynamiken und haben dabei auch noch auf
melodischem Sektor wirklich absolut fantastisches Songmaterial eingespielt.
Ständig packend emotional und herzergreifend hingebungsvoll, wohnt diesen
fesselnden Kompositionen eine unvergänglich schöne Aura der Ewigkeit
inne! Hört sich glatt an, als hätte man den beiden linientreuen britannischen
Berserkern gleich mehrere Frischzellenkuren hintereinander reingepumpt – diese
abartig brillante Viking Metal-Scheibe ist von elektrifizierender epischer Anmut
und überlegener kriegerischer Kraft.
Und doch sind sie mehr sie selbst als je zuvor, sämtliche bekannten Stärken wurden lediglich kunstvoll auf höhere Ebenen hinauf gehievt. Vom Anfang bis zum Ende geht es hier mit dermaßen ausgeprägter kompositorischer Entschlossenheit zur Sache, dass es einen als Liebhaber solcherlei grimmig-kämpferischer Triumph-Epen unweigerlich anhaltend in den Bann zieht. Auch auf vielen gesanglichen Sektoren haben Forefather ganze Arbeit geleistet: Wo andere Gruppen aus diesem Metier sich die Seelen aus den Leibern kreischen und am Ende doch nur unecht damit wirken, besannen sich Athelstan und Wulfstan auf ihre umfangreichen Klargesangs-Talente – und somit werden die neuen famosen Viking Metal-Siegeshymnen mit zahllosen mächtig erhebenden Stimmband-Nuancen vokalisiert, und das nicht selten auch in dualer Kehlenmanier. Einen von vielen wahrlich unvergleichlichen Höhepunkten markiert der mitreißend bärenstarke Titelsong – und „Steadfast“ zählt ganz ehrlich gesagt zum Allerbesten überhaupt, was jemals aus dieser stilistischen Ecke kam. Grandios!
© Markus Eck
(13.03.2008)