DIES
ATER
„Odium´s Spring“
(Twilight) 9/10
Exakt so klingt eine Band, die alles auf eine (schwarze) Karte setzt! Nach den
stilistischen Experimenten der jüngeren Vergangenheit wussten diese raubeinigen
Schergen ganz genau, dass sie nachfolgend nur zu Verlierern oder Gewinnern werden
konnten. Und genau Letzteres ist zum Glück der Fall. So besannen sich die
unverwüstlichen Berliner Ballermänner für „Odium´s Spring“
nun endlich wieder auf das, was sie einfach am allerbesten können: Energisch-dynamischen
und fesselnd düstermelodischen Black Metal, rauschhaft abgetränkt
mit faszinierenden atmosphärischen Mystizismen. Man merkt jeder der neuen
Nummern die jahrelange Routine der geübten Urheber deutlich an, Dies Ater
haben eben für diesen ultra-boshaften Donnerteller keine halben Sachen
gemacht. Wissend triumphal werden nicht selten sämtliche Tugenden des gesamten
Metiers zitiert, was das Album zu einem absoluten Pflichtkauf für flammende
Fanatiker dieser extremen Subkategorie macht. Zusätzlich bestärkt
werde ich in dieser Feststellung zudem von exzellenter Gitarrenarbeit der beiden
Stromgitarren-Asse namens N.T. und Ebonizer. Auch Schlagzeuger Impurus ist noch
mit an Bord. Und der Kerl versteht sein Handwerk nach wie vor wirklich bestens.
Seine großen Genuss bringenden Vielzahlen an rigiden Rhythmen können
mich begeistern, so spießt der Mann die erzdunklen Gruselhymnen auf dieser
famosen Platte ständig mit frenetisch geschlagenen Takt-Nuancen auf. Letztere
können selbst die anspruchsvollste Hörer-Klientel nachhaltig befriedigen,
sage ich!
Erhebende majestätische Momente brauchen alte Anhänger dieser deutschen Szene-Veteranen auf dem neuen Hammeralbum „Odium´s Spring“ aber auch nicht zu vermissen, denn das ungestüme Querulanten-Quintett setzt in diesem Kriterium haufenweise gleißend strahlende Glanzpunkte. Die belebend rohe Frische der neun neuen Kompositionen ist enorm kraftvoller Natur. Sie reißt den Hörer auf mentaler Ebene haltlos in tiefste ureigene Abgründe hinunter. Gigantische Mühe investierten die fünf Schwarzbären aber nicht nur in die gut nachvollziehbaren Aufbau-Schemata ihrer aktuellen Lieder, sondern auch in die aufwühlend opulenten Arrangements. Letztere, oftmals oberperfekt ausorchestriert, krönen die enthaltenen Stücke nicht selten mit gehässig-feierlichem Klangambiente der absoluten Extraklasse. Die teuflisch taufrische und wirkungsvoll endfette Studioproduktion von Altmeister Andy Classen macht aus „Odium´s Spring“ eine beängstigend perfide ertönende Wuchtbrumme von stockfinster anmutender Schönheit. Eine Steilvorlage für Verehrer und Gegner gleichermaßen.
© Markus Eck
(17.09.2007)