BELPHEGOR
„Pestapocalypse VI”
(Nuclear Blast) 9/10
Diesen unverwüstlichen Okkult-Todesschergen aus dem österreichischen
Salzburg haftet seit jeher der Ruf an, eine erzperverse, hundsgemeine und hämische
Notenschlachterhorde zu sein. Ihre hochmorbiden Veröffentlichungen waren
an dieser Art Popularität auch nicht unschuldig. Nun werden sich Belphegor
jedoch auch noch als Großmeister ihrer Death Black Metal-Gilde titulieren
lassen müssen, denn das neue Ketzermanifest „Pestapokalypse VI“ ist ein
wahrlich elitäres Meisterwerk geworden. Bereits die beiden famosen Albumvorgänger
„Lucifer Incestus“ und „Goatreich Fleshcult“ boten exzellente und abartig verkommene
Knüppelkunst vom Feinsten beziehungsweise Rohesten – doch diese auch lyrisch
wieder ultrabissige Pestilenz-Platte schlägt dem stinkenden Blutfass glatt
den Boden aus. Die fanatischen Christenhasser aus der Alpenrepublik agieren
stellenweise wie im antireligiösen Blutrausch; ihr bestialisch grausamer
Output weist trotzdem durchgehend großen Respekt abringende spielerische
Versiertheit auf. Herrlich.
Die gleichfalls durchgehend hochsolide und stellenweise atemberaubend ausgefeilte Gitarrenarbeit auf diesem mit unzähligen leckeren Song-Ideen angereicherten Blasphemiker-Teller ist von höchsten diabolischen Gnaden. Und auch solcherlei anspruchsvoll gezockte und überraschend hochmelodische Soli hört man in diesem rabiaten Bereich höchst selten. Die Höllenkommando-Schergen hauchen auf diesem kreisrunden Wahnsinnsteil zweifellos ihre modrigen Dunkelseelen aus. Die gesamte kompositorische Konzipierung kann mich daher jederzeit vollauf überzeugen. Überhaupt, diese mental verheerend ansteckende „Pestapokalypse VI“ offenbart durchgehend sensationelles Klassematerial, welches jedem aufrichtigen Anhänger solcherlei dämonischer Klanggewalt die blanke Begeisterung in die Gesichtszüge meißelt. Das durch und durch schizophren inszenierte Todesliedgut kommt mit einer überraschenden Vielzahl an höchst impulsiven Gitarren-Arbeitseinfällen daher. Die alle Spielgeschwindigkeiten abdeckenden Untergangslieder werden mit belebend einfallsreichen Brutalgesängen von Saiten-Hauptmann Helmuth veredelt. Inhumaner Geisteskranken-Growl herrscht in den enthaltenen neun Teufelssongs daher ebenso vor wie stellenweise gar ausuferndes Blackout-Gekeife. Dass Reglerdreher-Meister Andy Classen diesen feuchten Häretikertraum auch noch genial fett und blitzsauber produziert hat, setzt allem noch die wuchtige Klangkrone auf. Genau so stelle ich mir die glaubhafte Weiterentwicklung einer aufrichtig besessenen Truppe aus diesem Sektor vor.
© Markus Eck
(20.11.2006)